Den Bau der Hütte gingen die Hüttenväter in kleinen Schritten an. Sie wollten Gewissheit, dass der Platz auf der Spitze eines Felsvorsprungs, 1200 Höhenmeter über dem abgelegenen Val Ferret, wirklich lawinensicher ist. Darum stellten sie vorerst grosse Steinmänner auf den Bauplatz. Als diese den ersten Winter überstanden, folgten die Grundmauern und erst 1927, drei Jahre später, die Inneneinrichtung. Sie haben gute Arbeit geleistet: Bis heute steht die Hütte stolz und stabil wie ein Adlerhorst auf ihrer Felskanzel.
Ein perfekter Ort! Von nirgendwo sonst wirkt der Mont Dolent mit seiner vergletscherten Nordseite eindrücklicher. Wer mit den Tourenskis zum Gipfel des Grand Lui spurt, steht plötzlich vor der imposanten Aiguille d’Argentière und bewundert die Granitzacken der Aiguilles Dorées. Beliebt für das Skibergsteigen hier im Osten des Montblanc-Massivs an der Grenze zu Italien und Frankreich sind Rundtouren über kleinste Übergänge und wilde Lücken. Es sind spannende Expeditionen in eine kleinräumige, vergletscherte Granitzackenwelt.
In dieser Wildnis wären wir Bergsteiger ohne die Cabane de l’A Neuve verloren. Sie bietet Schutz wenn draussen die Sonne brät, ein Schneesturm tobt oder faustdicker Nebel vom Tal emporkriecht. Sie ist ein Hort der Gastfreundlichkeit. Die Hüttenwartin verwöhnt mit heiss dampfendem Tomatenfondue und im Holzofen gebackenen Kuchen. Das gibt Boden für frischen Tatendrang und einen tiefen, ruhigen Schlaf im kleinen Lager.