Energienutzung

Der SAC äussert sich nicht zu Fragen der Energiepolitik.
Er beobachtet jedoch die zukünftigen Entwicklungen im Zusammenhang mit der nachhaltigen Energienutzung im Alpenraum mit kritischem Blick.

Erneuerbare Energien im Alpenraum

Die zukünftige Energieversorgung setzt verstärkt auf erneuerbare Energiequellen wie Wind, Sonne und Wasser. Dabei spielt der Alpenraum als Hauptinteressengebiet des SAC eine wichtige Rolle. Der Druck auf die letzten unerschlossenen alpinen Landschaften nimmt zu. Der Zentralvorstand hat am 23. August 2012 die „Position Erneuerbare Energien im Alpenraum“ verabschiedet. Dabei ist festzuhalten, dass der SAC sich nicht zur Energiepolitik des Bundes äussert, sondern sich lediglich auf die Auswirkungen der zu erstellenden Infrastrukturen auf den Natur- und Landschaftsschutz sowie die möglichen Einschränkungen für den Bergsport konzentriert.

Die Position stellt die wichtigsten Aspekte der drei Energieträger Wind, Sonne und Wasser dar und konkretisiert die relevanten Kapitel der Richtlinien SAC und Umwelt. Aus diesen Richtlinien und dem Leitbild ergeben sich fünf Hauptforderungen:

  • keine Erschliessung von bisher unerschlossenen alpinen Landschaften für Wind-, Wasser- oder Solar-energienutzung
  • überregionale Planung zur Ausscheidung von Potentialgebieten zur Nutzung von erneuerbaren Energien
  • konsequente Förderung von Stromsparen und Energieeffizienz
  • Nutzung von erneuerbaren Energien nur dort, wo wirklich sinnvoll und effizient (Potentialgebiete). Anlagen sollen primär in bereits erschlossenen und gut geeigneten Regionen genutzt werden.
  • Keine Nutzung in Schutzgebieten (Ausschlussgebiete) sowie deren nähere Umgebung.

 Die verschiedenen Energieträger haben unterschiedliche Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Insbesondere die Nutzung der Windenergie sowie der Ausbau der Wassernutzung verfügen über ein grosses Konfliktpotenzial mit Natur und Landschaft. In den Kapiteln zu den einzelnen Energieformen werden die Auswirkungen und daraus resultierenden Forderungen erläutert.

Energiestrategie 2050

Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK hat im September 2012 das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 in die Vernehmlassung gegeben. Der SAC hat sich in einer Stellungnahme zu denjenigen Themen geäussert, welche seine Interessen besonders betreffen. In der Position „Erneuerbare Energien im Alpenraum“ vom August 2012 hat der SAC seine Hauptforderungen dargelegt.

Der Schweizer Alpen-Club SAC unterstützt generell die Stossrichtung der bundesrätlichen Energiestrategie 2050. Dem Einbezug von für Natur und Landschaft sehr wertvollen Gebieten in die Strategien für die zukünftige Stromversorgung steht er aber kritisch gegenüber. Aus Sicht des SAC ergeben sich folgende Hauptforderungen an die Energiestrategie 2050:

  • Der Stromverbrauch der Schweiz soll mittels einer konsequenten Effizienzpolitik stabilisiert oder gesenkt werden. Die Stromeffizienz ist die Grundlage für das Gelingen der Energiewende.
  • Wir lehnen den einseitigen Fokus auf einen verstärkten Ausbau der ohnehin sehr stark genutzten Wasserkraft und die aus Sicht des Landschaftsschutzes oft problematische Windenergie ab. Stattdessen fordert der SAC einen verstärkten Ausbau der Photovoltaik. 
  • Im Sinne einer ökologischen Umsetzung des Erneuerbaren-Energien-Ausbaus fordert der SAC einen einheitlichen Planungsansatz, der nicht nur Nutz- sondern auch Schutzgebiete ausweist. Diese Planung muss unter Federführung des Bundes geschehen, um die Nutz- und Schutgebiete in einen grösseren Zusammenhang zu stellen, die Entwicklung in einem grösseren Zusammenhang zu ermöglichen und Fehlplanungen zu verhindern. 
  • Die Pläne des Bundesrats, zukünftig in einem «nationalen Interesse» die Wind- und Wasserkraft zu fördern, steht der SAC kritisch gegenüber, denn dies würde in einem unkoordinierten Ausbau von Kraftwerkprojekten und einer Aushebelung der bisherigen Schutzbestimmungen resultieren. In zahlrei-chen Interessenabwägungen dürften die Nutzungsinteressen den Schutzinteressen vorgehen. 

Windenergie

Es ist erklärtes Ziel der CH-Energiepolitik bis 2030 einen Windstromanteil von 2-3% an der CH-Stromerzeugung zu erreichen. Heute (2012) ist der Anteil noch verschwindend klein. Durch die Kostendeckende Einspeiseverordnung (KEV, seit 1.1.09) wurde ein Boom zur Planung von Windkraft- und Kleinwasserkraftwerken initiiert, der eine Vielzahl von Projektinitiativen ausgelöst hat.
Die Schönheit der Schweiz lebt vom Reichtum an vielfältigen Natur- oder traditionellen Kulturlandschaften. Dies ist insbesondere für den Tourismus von existenzieller Bedeutung. Dementsprechend stellt der Bau eines Windparks in einer solch weitgehend ungestörten Landschaft einen massiven Eingriff dar, welcher den Wert der traditionellen oder natürlichen Landschaft mindert bzw. ihn zugunsten einer von moderner Technik geprägten Landschaft verändert. Der SAC engagiert sich für den langfristigen Erhalt der letzten unerschlossenen alpinen Landschaften. Windkraftanlagen sollen somit nur dort platziert werden, wo dies aus Sicht Potential- und Ausschlusskriterien bezüglich Landschaftsschutz vertretbar ist.

KWO plus

Die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) planen eine Erhöhung der Staumauer des Grimselsees um 23 Meter (Projekt "KWO plus").
Im März 2007 erteilte das Wasserwirtschaftsamt des Kantons Bern die Baubewilligung. Dagegen reichten diverse Umweltorganisationen, der Fischereiverband und die Grüne Partei Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. Der SAC hat auf eine Einsprache verzichtet. Mit den vorgeschlagenen Ersatzmassnahmen können die Schäden an Natur und Landschaft kompensiert werden. Aufgrund der Beschwerde hob das Verwaltungsgericht im April 2008 die Baubewilligung wieder auf. Die KWO hat den Fall ans Bundesgericht weitergezogen, wo die Beschwerde der KWO abgelehnt wurde.

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