
Die Tourenplanung ist der Schlüssel zum erfolgreichen und sicheren Bergsteigen. Sie erspart uns viele gefährliche Situationen und Schindereien. Es lohnt sich, dafür genügend Zeit zu investieren.
Ziel der Tourenvorbereitung ist unter anderem, eines der folgenden Urteile zu erhalten:
- An welcher Stelle oder bis wann müssen wir uns entschieden haben?
- Haben wir die nötigen Zusatzinformationen bis dahin zur Verfügung?
- Welche Alternativen haben wir, wenn die Tour nicht geht?
Neben den sicherheitsrelevanten Aspekten gilt es, in die Tourenplanung auch die Umwelt- und Naturaspekte miteinzubeziehen. Ziel ist es, nicht nur sicher sondern auch naturverträglich unterwegs zu sein.
Folgendes Vorgehen hat sich als Ablauf der Tourenplanung bewährt:
In einer ersten Phase planen wir folgende Schritte:
1) Informationen sammeln
Route, Verhältnisse, Mensch
Passen in einem ersten Vergleich Route, Verhältnisse und Mensch zusammen, planen wir weiter. Sonst suchen wir schon jetzt ein geeigneteres Ziel.
Naturverträglichkeit: Je nach Sportart und Gebiet sind Schutzbestimmungen, Lenkungsmassnahmen oder zeitliche Sperrungen zu beachten.
2) Schlüsselstellen
Wir suchen die ganze Tour systematisch nach Schlüsselstellen ab und überlegen uns für jede dieser Stellen, ob und wie wir sie bewältigen können, und welches Material wir dazu benötigen.
3) Varianten und Entscheidungspunkte
Was machen wir, wenn die Verhältnisse schlechter sind als angenommen, wenn eine Bedingung zum Begehen einer Schlüsselstelle nicht erfüllt oder ein Teilnehmer überfordert ist? Damit wir in solchen Fällen nicht mangels Alternativen an unserem ursprünglichen Plan festhalten, planen wir verschiedene Varianten. Das kann z.B. eine leichtere Route am selben Berg sein oder ein einfacheres Tourenziel im gleichen Gebiet.
Kurz vor der Tour gehen wir die Schritte 1 bis 3 detailliert durch und berücksichtigen dabei die momentanen Verhältnisse und tatsächlichen Teilnehmer. Zusätzlich planen wir die Schritte 4 und 5.
4) Touren- und Zeitplan
Wann starten wir, wann müssen wir zurück sein und wieviel Zeit benötigen wir für die Tour?
5) Kontrolle
Wir gehen die gesamte Tour nochmals durch. Wir kontrollieren, ob wir das nötige Material eingeplant haben und überlegen, was alles schief gehen könnte und was wir dagegen unternehmen müssen.
Mit dem Tourenstart geht die Feinplanung in die rollende Planung unterwegs über. Bei der Planung haben wir Annahmen getroffen. Unterwegs überprüfen wir diese mit den angetroffenen Verhältnissen und wir ziehen die nötigen Konsequenzen.
Ein Vergleich der durchgeführten Tour mit unserer Planung hilft, Erfahrungen zu sammeln. Die Tourenauswertung hilft, unsere Planung immer weiter zu perfektionieren. Ohne Tourenauswertung sammeln wir nur wenig Erfahrung.
Ausführliche Informationen zur Tourenplanung finden Sie in unseren Lehrbüchern Bergsport Sommer und Bergsport Winter.