Energienutzung

Der SAC äussert sich nicht zu Fragen der Energiepolitik.
Er beobachtet jedoch die zukünftigen Entwicklungen im Zusammenhang mit der nachhaltigen Energienutzung im Alpenraum mit kritischem Blick.

Windparkkarte

Auf einer neuen, interaktiven Karte ist zu sehen, wo in der Schweiz und im angrenzenden Ausland Windpärke geplant sind. Derzeit gibt es an fast 170 Standorten Projekte für Windräder. Die Karte zeigt, wie weit die Baupläne schon gediehen sind und wie gross die Anlagen werden sollen. Sie enthält Links zu den Projektträgern und zu anderen nützlichen Websites. Naturschutzgebiete oder Windstärken lassen sich einblenden.

 

Entwickelt wurde die Karte von der Stiftung für Landschaftsschutz Schweiz. Sie stützt sich auf eine Plattform, auf der sechs Umweltorganisationen und der SAC Informationen über Windenergie sammeln. Der SAC-Zentralverband unterstützt das Projekt, weil sie die Beurteilung von Projekten vereinfacht. Er setzt sich für eine überregionale Planung und die Konzentration von Windpärken auf wenige, gut geeignete Standorte ein.

Interaktive Karte

 

 

Erneuerbare Energien im Alpenraum

Die zukünftige Energieversorgung setzt verstärkt auf erneuerbare Energiequellen wie Wind, Sonne und Wasser. Dabei spielt der Alpenraum als Hauptinteressengebiet des SAC eine wichtige Rolle. Der Druck auf die letzten unerschlossenen alpinen Landschaften nimmt zu. Der Zentralvorstand hat am 23. August 2012 die „Position Erneuerbare Energien im Alpenraum“ verabschiedet. Dabei ist festzuhalten, dass der SAC sich nicht zur Energiepolitik des Bundes äussert, sondern sich lediglich auf die Auswirkungen der zu erstellenden Infrastrukturen auf den Natur- und Landschaftsschutz sowie die möglichen Einschränkungen für den Bergsport konzentriert.

Die Position stellt die wichtigsten Aspekte der drei Energieträger Wind, Sonne und Wasser dar und konkretisiert die relevanten Kapitel der Richtlinien SAC und Umwelt. Aus diesen Richtlinien und dem Leitbild ergeben sich fünf Hauptforderungen:

  • keine Erschliessung von bisher unerschlossenen alpinen Landschaften für Wind-, Wasser- oder Solar-energienutzung
  • überregionale Planung zur Ausscheidung von Potentialgebieten zur Nutzung von erneuerbaren Energien
  • konsequente Förderung von Stromsparen und Energieeffizienz
  • Nutzung von erneuerbaren Energien nur dort, wo wirklich sinnvoll und effizient (Potentialgebiete). Anlagen sollen primär in bereits erschlossenen und gut geeigneten Regionen genutzt werden.
  • Keine Nutzung in Schutzgebieten (Ausschlussgebiete) sowie deren nähere Umgebung.

 Die verschiedenen Energieträger haben unterschiedliche Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Insbesondere die Nutzung der Windenergie sowie der Ausbau der Wassernutzung verfügen über ein grosses Konfliktpotenzial mit Natur und Landschaft. In den Kapiteln zu den einzelnen Energieformen werden die Auswirkungen und daraus resultierenden Forderungen erläutert.

Konzept Windenergie Schweiz

Der SAC hat in der Vernehmlassung des Konzepts Windenergie Schweiz im Januar 2016 eine Stellungnahme abgegeben. Er begrüsst die Bestrebungen des Bundes, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Windenergie in der Schweiz zu klären. Er fordert, dass besonders einzigartige und wertvolle Landschaften (insb. BLN-Gebiete) frei vor Windanlagen bleiben. Ebenfalls müssen potentielle Standorte bereits ganzjährig erschlossen sein.

Weiter fehlt in der Schweiz weiterhin eine überregionale Planung von besonders geeigneten Gebieten (viel Wind, keine Konflikte mit Natur- und Landschaft).

 

 

Wasserkraftprojekt Trift

Die KWO planen im Triftgebiet einen neuen Stausee. Der durch den starken Rückgang des Triftgletschers entstandene Talkessel inkl. Gletschersee soll im Bereich des Felsriegels durch eine Staumauer geschlossen und das Wasser aufgestaut werden. Der Triftkessel ist bisher noch frei von Gross-Infrastrukturen und wird bergsportlich "stark" genutzt. Die Sektion Bern SAC betreibt im Gebiet zwei Hütten (Trift- und Windegghütte). Der Schweizer Alpen-Club SAC und der Bergsport sind somit vom geplanten Projekt direkt betroffen. 

Der SAC unterstützt unter den unten genannten Vorbehalten und Forderungen ein Stauseeprojekt im Triftkessel. Der Zentralvorstand hat im September 2013 eine Position mit folgenden Hauptforderungen verabschiedet:

  • das Projekt muss in eine Energienutzungsstrategie eingebettet werden und darf nicht als unabhängiges Einzelprojekt betrachtet werden.
  • Die KWO soll mit der Realisierung des Grossprojekts in Zukunft bei weiteren Wasserkraftwerken an anderen Standorten sehr zurückhaltend sein. 
  • der Bau der Staumauer muss möglichst schonend erfolgen und darf nicht zu längeren Beeinträchtigungen des Zugangs zum höher gelegenen Trift-Gebiet führen.
  • die Umweltverträglichkeit des Projektes muss umfassend abgeklärt werden und wirksame Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen erarbeitet werden.
  • Die bergsportlichen Voraussetzungen im Triftgebiet müssen während und nach dem Bau des Triftstausees erhalten bleiben und das Landschaftsbild darf nur minimalen zusätzlichen Veränderungen unterzogen werden.

Der SAC wird die weiteren Verfahrensschritte begleiten und seine Anliegen aktiv einbringen. 

Energiestrategie 2050

Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK hat im September 2012 das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 in die Vernehmlassung gegeben. Der SAC hat sich in einer Stellungnahme zu denjenigen Themen geäussert, welche seine Interessen besonders betreffen. In der Position „Erneuerbare Energien im Alpenraum“ vom August 2012 hat der SAC seine Hauptforderungen dargelegt.

Der Schweizer Alpen-Club SAC unterstützt generell die Stossrichtung der bundesrätlichen Energiestrategie 2050. Dem Einbezug von für Natur und Landschaft sehr wertvollen Gebieten in die Strategien für die zukünftige Stromversorgung steht er aber kritisch gegenüber. Aus Sicht des SAC ergeben sich folgende Hauptforderungen an die Energiestrategie 2050:

  • Der Stromverbrauch der Schweiz soll mittels einer konsequenten Effizienzpolitik stabilisiert oder gesenkt werden. Die Stromeffizienz ist die Grundlage für das Gelingen der Energiewende.
  • Wir lehnen den einseitigen Fokus auf einen verstärkten Ausbau der ohnehin sehr stark genutzten Wasserkraft und die aus Sicht des Landschaftsschutzes oft problematische Windenergie ab. Stattdessen fordert der SAC einen verstärkten Ausbau der Photovoltaik. 
  • Im Sinne einer ökologischen Umsetzung des Erneuerbaren-Energien-Ausbaus fordert der SAC einen einheitlichen Planungsansatz, der nicht nur Nutz- sondern auch Schutzgebiete ausweist. Diese Planung muss unter Federführung des Bundes geschehen, um die Nutz- und Schutgebiete in einen grösseren Zusammenhang zu stellen, die Entwicklung in einem grösseren Zusammenhang zu ermöglichen und Fehlplanungen zu verhindern. 
  • Die Pläne des Bundesrats, zukünftig in einem «nationalen Interesse» die Wind- und Wasserkraft zu fördern, steht der SAC kritisch gegenüber, denn dies würde in einem unkoordinierten Ausbau von Kraftwerkprojekten und einer Aushebelung der bisherigen Schutzbestimmungen resultieren. In zahlrei-chen Interessenabwägungen dürften die Nutzungsinteressen den Schutzinteressen vorgehen. 
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