Gebirgsfliegerei

Gebirgslandeplätze GLP

Stellungnahme des SAC zur Mitwirkung SIL-GLP

Im Mai 2014 hat der Bundesrat beschlossen, die Überprüfung der GLP abzubrechen und stattdessen ihre Anzahl auf 40 zu reduzieren. Um auf diese Zahl zu kommen, schlug das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) im Januar 2015 vor, die Plätze Rosenegg-West und Gumm im Berner Oberland aufzuheben. Weitere Einschränkungen für die Gebirgsfliegerei sind nicht vorgesehen. Der SAC-Zentralvorstand hält die Auswahl für nur beschränkt nachvollziehbar. Denn der Helikopterlärm ist auch bei mindestens 17 weiteren Landeplätzen ein Problem. Viele GLP liegen in oder in der Nähe von Schutzgebieten: Jagdbanngebiete, Wildruhezonen oder Gebiete, die zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) zählen. Diese müssten überprüft werden und mit saisonalen und zeitlichen Beschränkungen und Lenkungen belegt werden.  

 

SAC setzt sich für die Wiederaufnahme des Dossiers ein

Der SAC-Zentralverband hat im Rahmen der Mitwirkung zur Aufhebung der beiden GLP eine Stellungnahme verfasst; darin geht er auf oben genannte Aspekte ein. Ebenfalls zeigt er darin auf, dass der Abbruch dem geltenden Bundesrecht und rechtskräftigen Urteilen des Bundes- und. Bundesverwaltungsgerichts widerspricht. Das Vorgehen entspricht weder dem Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz NHG (möglichst ungeschmälerte Erhaltung der BLN-Objekte, grundsätzliche Schonung der Landschaft), noch der Raumplanungsverordnung (Vermittlung durch das Bundesamt für Raumentwicklung ARE bei Konflikten zwischen Bundesstellen).

Zudem wird auf die Konsenslösung verwiesen, die der SAC gemeinsam mit Interessenvertretern aus Zermatt für die Region Wallis Süd-Ost erarbeitet hat. Der Kompromiss war im April 2014 geschmiedet worden, kurz bevor der Bundesrat die Sistierung des Dossiers bekannt gab. Der SAC bedauert den Entscheid zur Niederlegung des Dossiers nach wie vor und demonstriert mit seiner Stellungnahme, dass es ihm immer noch ernst ist mit dem Fortfahren des Dossiers. Der SAC schlägt vor, sein Vorgehen mit den Akteuren aus Zermatt in allen GLP-Regionen durchzuführen.

Jahrelanges Gezerre um die Gebirgslandeplätze

Im Jahr 2000 hatte der Bundesrat beschlossen, sämtliche GLP zu überprüfen. Der Auftrag: Massnahmen erarbeiten, die verhindern, dass der Flugbetrieb Schutzgebiete beeinträchtigt. Und: „Generell zu überprüfen ist auch die Grundsatzfrage, ob und in welchem Ausmass das Heliskiing weiterbetrieben werden soll.“ Im November 2010 legte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) einen Vorschlag für das Gebiet Wallis Südost auf. Gegen die Verfügung hagelte es Beschwerden: Der SAC-Zentralverband verlangte, der GLP Monte Rosa sei für Heli­skiing zu schliessen, die Gemeinde Zermatt und Helikopterorganisationen wehrten sich gegen die vorgeschlagenen Einschränkungen des Flugbetriebs. Das führte innerhalb des SAC zu einer Zerreissprobe: Die Sektionen Monte Rosa, Zermatt und Saas dachten laut über eine Abspaltung nach.

Wegen ungenügender Interessenabwägung hob das Bundesverwaltungsgericht die Verfügung des UVEK auf und wies sie ans Departement zurück. Es verlangte zudem ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK). Dieses wurde im November 2013 publiziert. Die Kommission beantragte, der GLP Monte Rosa sei nur noch für Ausbildungszwecke zu nutzen, weil die Ruhe und Stille sonst zu stark beeinträchtigt würden.

Danach versetzte das BAZL das Dossier in den Schlafmodus, worauf der SAC und eine Delegation aus Zermatter Interessenvertretern einen Kompromiss ausarbeiteten, der im April 2014 verabschiedet wurde. Wenig später beschloss der Bundesrat, die Überprüfung der GLP endgültig abzubrechen und stattdessen ihre Anzahl auf 40 zu reduzieren.

 

 

 

 

Aussenlandeverordnung AuLaV

Landungen mit Luftfahrzeugen ausserhalb von Flugplätzen, so genannte Aussenlandungen, werden durch Art. 8 Luftfahrtgesetz (LFG, SR 748.0), Art. 85–91 Luftfahrtverordnung (LFV, SR 748.01) und insbesondere Art. 50–58 der Verordnung über die Infrastruktur der Luftfahrt (VIL, SR 748.131.1) geregelt. Die aktuelle Praxis operiert mit einer generellen Aussenlandebewilligung, welche mit einschränkenden Auflagen verbunden ist und jährlich erneuert werden muss. Diese Bewilligungspraxis wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht.
Der Bundesrat hat am 8. September 2010 das UVEK beauftragt, bei den Kantonen, den politischen Parteien, den gesamtschweizerischen Dachverbänden der Gemeinden, Städte und Berggebiete, den gesamtschweizerischen Dachverbänden der Wirtschaft und den interessierten Kreisen ein Vernehmlassungsverfahren durchzuführen.

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