Jagdbanngebiete

Die eidgenössischen Jagdbanngebiete (EJ) wurden im 19. Jahrhundert zur Hebung der damals fast ausgerotteten Wildhuftiere eingerichtet. Mit der neuen Verordnung über die eidgenössischen Jagdbanngebiete (VEJ) von 1991 wurden die allgemeinen Bestimmungen (Art. 5 VEJ) auch auf die Freizeitnutzung erweitert. Dabei sind für den Schweizer Alpen-Club SAC insbesondere die Einschränkungen für den Wintersport relevant.

 

Neuer Name, neue Einschränkungen?

Die eidgenössischen Jagdbanngebiete werden in Wildtierschutzgebiete umgetauft. Der SAC befürchtet neue Einschränkungen beim freien Zugang. > Artikel "die Alpen" 08/2016. 

 

Bis 30.11.2016 läuft die Vernehmlassung des eidg. Jagdgesetzes, in welche die Umbenennung eingebettet ist.

 

 

Übersicht der eidgenössischen Jagdbanngebiete

Factsheet eidgenössische Jagdbanngebiete

Der SAC akzeptiert und schätzt die EJ als Faunavorranggebiete. Er steht aber für ein Nebeneinander von wirkungsvollem Schutz und naturverträglicher Nutzung ein, denn für den Bergsportler sind sie wegen ihrer Abgelegenheit und Wildheit enorm wichtig: Viele klassische Skitouren-, Kletter- und Hochtourengebiete mit Gipfeln wie Piz Bernina, Diablerets oder Campo Tencia befinden sich in diesen Gebieten.

 

Der SAC findet es beispielsweise schade, dass die seit 1991 geltenden Bestimmungen für den Wintersport pauschal sind und keine Rücksicht nehmen auf die topographische und landschaftliche Vielfalt der EJ. Ende 2014 hat der SAC seine Anliegen an eine allfällige Überarbeitung der VEJ in einem Factsheet zusammengestellt.

 

 

Teilverlegung Jagdbanngebiet Huetstock

Die Stellungnahme wurde gemeinsam mit den lokalen Sektionen Titlis, Pilatus und Engelberg erarbeitet. Hintergrund der Verlegung waren Bauprojekte der Titlis Bergbahnen im Gebiet Trüebsee-Jochpass (neue Gondelbahn mit Kapazitätserhöhung), welche innerhalb des Jagdbanngebiets nicht bewilligt worden wären. Der Zentralverband sprach sich in der Stellungnahme gegen die Teilverlegung im vorgesehen Umfang in das Gebiet Walenstöcke-Bannalp aus, weil

  • der Widerstand der vor Ort betroffenen Akteure sehr breit abgestützt ist und der bestehende sanfte Tourismus in der Bannalp stark eingeschränkt würde
  • sie den SAC-Grundsätzen betreffend Einschränkungen des freien Zugangs widerspricht
  • sie aus einem schutzzielfremden Zweck heraus (Bauvorhaben) vorgeschlagen wird
  • es sich um eine Einzelfallbehandlung ohne gesamtheitliche Evaluierung handelt, bei welcher ein Präjudiz für ähnlich gelagerte Fälle geschaffen würde
  • derzeit seitens BAFU die Verordnung zu den Jagdbanngebieten (VEJ) von 1991 überprüft wird und der Zeitpunkt daher ungünstig ist.

Der SAC sprach sich aufgrund seiner Stellungnahme nicht grundsätzlich gegen eine Teilverlegung des Jagdbanngebiets und somit auch nicht gegen einen Ausbau des touristisch bereits stark belasteten Gebiet Trüebsee-Jochpass aus, sondern zeigte mögliche Alternativen sowie Handlungsspielraum und Koordinationsbedarf auf.

 

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Im Herbst 2013 unterbreiteten die Kantone NW und OW dem Bundesrat dennoch die Verlegung des eidg. Jagdbanngebietes Hutstock wie ursprünlich geplant. Dieser stimmte am 20. November 2013 dem Antrag der Kantone zu. Damit war das Geschäft gelaufen: gegen bundesrätliche Entscheide ist (derzeit) kein Rechtsmittel vorgesehen (vgl. auch SAC Factsheet eidg. Jagdbanngebiete >>).

Biancograt gesperrt - ökologischer Irrsinn bei den Eidgenossen

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