Wildruhezonen

In den letzten Jahrzehnten hat Natursport im Winter einen starken Boom erlebt. Der SAC erachtet die Schaffung von Wildruhezonen daher als geeignetes Lenkungsinstrument für ein naturverträgliches Nebeneinander von Wildtieren und Bergsportlern, wenn konkrete Konflikte bestehen. Und insbesondere, wenn gefährdete Arten geschützt werden sollen.

 

 

SAC Position Ausscheidung von Wildruhezonen

An die Ausscheidung von Wildruhezonen durch die Kantone oder die Gemeinden hat der SAC konkrete Anliegen:

 

  • Frühzeitiger Einbezug der Bergsportakteure
  • Sachliche Begründung und Nachvollziehbarkeit
  • Ausscheidung nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit

 

Ende 2014 hat der SAC Zentralvorstand diese Anliegen in einer Position detailliert skizziert.

 

 

Änderung Jagdgesetz Kanton Fribourg

Ende April 2013 hat der Kanton Freiburg die Vernehmlassung über die Änderung des Gesetzes über die Jagd sowie den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel und ihrer Lebensräume (und den erläuternden Bericht dazu) eröffnet. Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen insbesondere die Schaffung von Ruhezonen für Wildtiere. Weil die Schaffung von Ruhezonen für den Bergsport relevant ist, hat der SAC Zentralverband in Absprache mit den vier kantonalen Sektionen (Moléson, Gruyère, Dent-de-Lys und Kaiseregg) per Ende Juni eine Stellungnahme eingereicht. 

In seiner Stellungnahme zum Entwurf der Gesetzesänderung begrüsst der SAC die vorgesehene Mitwirkung der interessierten und betroffenen Kreise. Er macht jedoch auch darauf aufmerksam, dass die Bergsportvertreter frühzeitig einzubeziehen sind, und dass für Vernehmlassungen bei der Ausscheidung von Wildruhezonen genug Zeit vorgesehen werden soll. Zudem beantragt der SAC, dass Wildruhezonen auch wieder verändert bzw. aufgehoben werden können, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern (z.B. veränderte Einstandsgebiete). Schliesslich hat der SAC im erläuternden Bericht zur Gesetzesänderung an verschiedenen Stellen eine Differenzierung bzw. Erläuterung beantragt. 

 

 

Teilrevision Jagdverordnung (JSV)

Seit Mitte Juli 2012 ist die revidierte Jagdverordnung (JSV) in Kraft. Die neue JSV enthält mit Art 4bis1 "Ruhezonen für Wildtiere" eine Neuerung, die weitreichende Konsequenzen für den freien Zugang und damit für den Bergsport hat. Der neue Artikel konkretisiert den "ausreichenden Schutz der Wildtiere vor Störung" als Auftrag des Bundes an die Kantone. Die Kantone werden verpflichtet, Wildruhezonen zu prüfen und wo nötig auszuscheiden.

 

Der Schweizer Alpen-Club SAC hatte in seiner Stellungnahme insbesondere die Verankerung der frühzeitigen, obligatorischen Partizipation der Interessensgruppen bei der Ausscheidung von Wildruhezonen gefordert. Ebenfalls wünschte er sich, die Möglichkeit zu erhalten, auf Antrag die Perimeter der Wildruhezonen sowie die Routen innerhalb von Wildruhezonen und Wildschutzgebieten anzupassen.

 

Leider wurde im Rahmen der Revision JSV 2012, anders als vom SAC gewünscht, keine obligatorische Partizipation der Interessengruppen in den Verordnungstext aufgenommen. Der SAC bedauert dies sehr, denn wir sind überzeugt: nur verhältnismässige, breit abgestützte, nachvollziehbare Einschränkungen des freien Zugangs haben Chancen auf Akzeptanz bei den Bergsportlern und stärken das Bewusstsein für Naturschutz – während undifferenzierte Verbote oft genau das Gegenteil bewirken (vgl. auch "Partizipation & Stellungnahmen"). In der Zwischenzeit hat diese Tatsache bei der Ausscheidung neuer Wildruhezonen bereits zu heftigen Diskussionen und Missstimmung geführt.

 

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Weitere Informationen zur JSV:

  • Bundesrat setzt revidierte JSV in Kraft (BAFU, Juni 2012) >>
  • Erläuternder Bericht zur Revision JSV (BAFU, Juli 2012) >>
  • Jagdverordnung (JSV) aktuelle Fassung >>
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