Bergnotfälle 2017 Tiefere Notfallzahlen und weniger tödliche Unfälle

2017 sind in den Schweizer Alpen und im Jura 2712 Personen in eine Notlage geraten und mussten von der Bergrettung gerettet oder geborgen werden. Beim klassischen Bergsport sind 103 Menschen tödlich verunfallt, 8 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Die Bergrettungsorganisationen bargen im Kalenderjahr 2017 in den Schweizer Alpen und im Jura 2712 Personen (inklusive der unverletzt Geretteten oder Erkrankten). Diese Bilanz ergibt im Vergleich zum Vorjahr (2828 Beteiligte) einen Rückgang von 4 Prozent. 931 Personen konnten gesund oder nur leicht verletzt gerettet werden. Bei den klassischen Bergsportarten waren nur beim Bergwandern mit 1237 Beteiligten (Vorjahr 1196) mehr Notfälle zu verzeichnen. Auf Hoch- und Skitouren sowie beim Felsklettern gerieten hingegen weniger Berggänger in Bergnot. Bei den weiteren Bergsportaktivitäten war die Entwicklung unterschiedlich: Mehr Notfälle gab es beim Canyoning, während der Jagd, auf Klettersteigen und beim Mountainbiken. Weniger gab es hingegen auf Schneeschuhtouren, beim Gleitschirmfliegen und beim Base-Jumping.

Auch die Zahl der Todesfälle ist mit 154 (Vorjahr 179) deutlich tiefer. Am zahlreichsten waren solche als Folge eines Absturzes mit 80 Opfern (Vorjahr 99) und wegen einer Erkrankung mit 39 Betroffenen (Vorjahr 42).

Beim Bergsport im engeren Sinne [1] kamen bei 93 Unfällen 103 Personen ums Leben, 8 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

 

Tourenkategorien und Unfallursachen der tödlichen Unfälle beim klassischen Bergsteigen

Mit 54 Toten (Vorjahr 43) ist nur beim Bergwandern eine Zunahme zu verzeichnen. Bei den anderen Kategorien waren es zum Teil deutlich weniger: Hochtouren 21 (Vorjahr 31), Skitouren 10 (Vorjahr 18), Felsklettern 2 (Vorjahr 4).

Die häufigste Ursache für tödliche Unfälle war ein Sturz oder Absturz mit insgesamt 68 Opfern. Die meisten Personen stürzten beim Bergwandern tödlich ab (40). Deutlich weniger Bergtote gab es mit 14 Opfern durch Lawinen (Vorjahr 21). Davon betroffen waren 7 Skitourengänger, 4 Freerider und 3 Schneeschuhläufer. Des Weiteren starben 8 Berggänger infolge eines Felssturzes, 4 wegen Steinschlags, 2 unbekannt (vermisst), sowie je eine Person durch Blitzschlag, Gletscherspaltensturz, Verirren und Tiereinwirkung.

Diese im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt günstige Bilanz dürfte vor allem auf die reduzierten Tourenaktivitäten wegen des ausgesprochen schneearmen Winters von Januar bis April und des häufig wechselhaften Wetters im Hochsommer zurückzuführen sein.

Die Bergnotfallstatistik erstellt der SAC im Auftrag der Fachgruppe Sicherheit im Bergsport [2] aufgrund der Daten der Bergrettungsorganisationen und weiterer Institutionen. Ein ausführlicher Bericht erscheint in der Juni-Ausgabe der SAC-Mitgliederzeitschrift «Die Alpen».


[1] Als Bergsport im engeren Sinne werden in dieser Statistik vor allem die Ereignisse beim klassischen Bergsport verstanden, zu deren Ausübung kein Transportgerät verwendet wird. Deshalb sind bei den hier ausgewiesenen Zahlen insbesondere die Todesfälle beim Delta- und Gleitschirmfliegen, beim Speed-Flying, beim Base-Jumping und bei der Benutzung von Mountainbikes gesondert erfasst. So sind die Zahlen des klassischen Bergsteigens auch über mehrere Jahre vergleichbar.

[2] Die Fachgruppe Sicherheit im Bergsport in eine Vereinigung von Verbänden und Institutionen im Bergsportbereich. Mitglieder sind: Alpine Rettung Schweiz ARS, bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bundesamt für Sport BASPO, Kantonale Walliser Rettungsorganisation KWRO, Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee Komp Zen Geb D A, Interessengemeinschaft Kletteranlagen IGKA, Naturfreunde Schweiz NFS, Schweizer Alpen-Club SAC, Schweizer Bergführerverband SBV, Schweizer Wanderwege SWW, Schweizerischer Skiverband Swiss-ski, WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF; Seilbahnen Schweiz, SBS.