Finsteraarhorngebiet Eveline JeanRichard 2016

Sicher unterwegs auf Skitouren 10 Empfehlungen

Gemeinsame Skitouren bieten grossartige Chancen für Naturerlebnisse, Gemeinschaft, Verantwortung und Fitness. Die folgenden Empfehlungen helfen dir, den Gefahren im winterlichen Gelände wirkungsvoll begegnen zu können.

Die 10 Punkte basieren auf den CAA-Empfehlungen und wurden von den SAC-Fachexperten für Ausbildung und Sicherheit für dich ergänzt. Diese ersetzen aber keinen Ausbildungskurs (z.B. Lawinenkurs, Skitourenkurs), indem du wichtige Grundlagen erwirbst und zusammen mit ausgebildeten Personen dein Wissen erweitern kannst.

10 Empfehlungen

1. Fit und gesund in die Berge

Skitouren ist ein Ausdauersport. Die wertvollen Belastungsreize für Herz und Kreislauf sowie Muskeln und Gelenke setzen Gesundheit und eine ehrliche Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck und wähle das Tempo so, dass niemand überfordert ist. Berücksichtige, dass auch für die Abfahrt noch Kraftreserven vorhanden sein müssen.

2. Sorgfältige Tourenplanung

Karte, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über die Länge, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Besondere Beachtung verdient der Wetterbericht, da Kälte, Schneetreiben, Wind und schlechte Sicht das Unfallrisiko stark erhöhen. Plane immer auch Alternativrouten! Informiere dich über nationale Bergrettungs-Notrufnummern (Euro-Notruf 112, REGA 1414).

3. Vollständige Ausrüstung

Passe deine Ausrüstung den winterlichen Verhältnissen und dem konkreten Tourenziel an. Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (3 Antennen-LVS), Sonde und Schaufel, wie auch Erste-Hilfe Set, Biwaksack und Mobiltelefon sind Standard-Ausrüstungsmaterial für den Notfall und gehören in jeden Rucksack. Ein Airbag erhöht die Überlebenschancen. Überprüfe deine Ausrüstung vor dem Start und mache auch die anderen Teilnehmer darauf aufmerksam. Für Gletschertouren ist das Tragen eines Klettergurtes sowie das Mitführen der technischen Ausrüstung unumgänglich.

4. Lawinenbericht, Schneesituation

Informiere dich vor der Tour eingehend über die Lawinengefahr. Konsultiere das Lawinenbulletin und achte besonders auf die Gefahrenstufe (1-5) mit den dazugehörenden Informationen wie Gefahrenmustern (was ist heute die Hauptgefahr?), die Exposition und die Höhenlage. Beachte die Gefahrenstellen (wo ist es heute gefährlich?) wie auch die tageszeitliche Entwicklung des Wetters.

5. Lawinenrisiko abwägen

Beim Erkennen der Lawinengefahr sind dem Menschen enge Grenzen gesetzt. Stütze deine Entscheide daher auf strategische Methoden der Risikoeinschätzung (Reduktionsmethoden) und lerne, Gefahrenzeichen (Bsp. Verfrachtungen) im Gelände zu erkennen. Weiche Gefahrenstellen grosszügig aus und kehre im Zweifelsfall um.

6. Pausen und Orientierung

Flüssigkeit, Energie und Pausen sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Insbesondere im Winter sind heisse, isotonische Getränke ideale Durstlöscher und Wärmespender. Orientiere dich laufend mit deinem Orientierungssinn und verifiziere diesen mit Karte, Kompass, Höhenmesser und/oder GPS. Orientierungsmittel sind unentbehrliche Begleiter. Beurteile vorhandene Spuren kritisch.

7. Abstände und Verhaltensmassnahmen einhalten

Abstände dienen zur Entlastung der Schneedecke und Schadensbegrenzung. Entlastungsabstände von 10m beim Aufstieg in Steilhängen steigern zudem den Komfort bei Spitzkehren. Bei der Abfahrt halte grundsätzlich Abstände von mindestens 30m und befahre steile Hänge einzeln und/oder im vereinbarten Korridor.

8. Stürze vermeiden

Stürze bei der Abfahrt sind die häufigsten Unfallursachen auf Skitouren. Für die Schneedecke bedeutet sie eine grosse Zusatzbelastung. Gute Skitechnik und eine dem Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko. Ein Skihelm schützt vor Kopfverletzungen. Achtung: Absturzgefahr bei gefrorener Schneedecke und im felsdurchsetzten Gelände, insbesondere Felsbänder.

9. Kleine Gruppen

Kleine Gruppen (bis 6 Personen) erhöhen die Sicherheit. Eine klare Kommunikation mit anderen Wintersportlern und gegenseitige Rücksichtnahme verhindern gefährliche Situationen. In der Gruppe zusammen bleiben und Wahrnehmungen austauschen. Alle Gruppenmitglieder kennen die Route und das Ziel. Informiere vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.

10. Respekt für Natur und Umwelt

Das Gebirge bietet einen wertvollen Freiraum zum Bewegen in einzigartiger Wildnis. Geniesse diese Freiheit und nimmt Rücksicht auf die sensible Hochgebirgsnatur! Beachte Wildruhezonen, sie sind ein wichtiges Instrument um Rückzugsgebiete für das Wild zu sichern. Bewege dich auf offiziellen Routen, vermeide Aufforstungsflächen. Zur Anreise Fahrgemeinschaften bilden und öffentliche Verkehrsmittel benutzen.