SAC-Hütte Gspaltenhorn 2017 David Schweizer

Sicher unterwegs beim Wandern Gut informiert und vorbereitet auf die nächste Tour

Der goldene Herbst lockt viele Berggängerinnen und Berggänger in die Höhe. Damit du dich optimal auf deine nächste Tour vorbereiten kannst, erklären wir dir, was dich auf den gelb, weiss-rot-weiss und weiss-blau-weiss markierten Wanderwegen erwartet.

Offiziell werden Wanderwege in drei unterschiedliche Markierungen (gelb, weiss-rot-weiss, weiss-blau-weiss) und sechs Schwierigkeitsstufen (T1 bis T6) eingeteilt, die verschiedene Anforderungen an dich stellen.

Die Beschaffenheit (Begehbarkeit) und der topographische Verlauf des Weges sind die Hauptkriterien für die Beurteilung der Schwierigkeit. Entsprechend dieser Kriterien ergeben sich die Anforderungen an Ausrüstung, Kondition und insbesondere ab T3/T4 technischen Fähigkeiten. Die technischen Fähigkeiten wiederum können sehr vielfältig sein: leichte Kletterstellen, Begehen von Firnfeldern oder aperen Gletschern, steile Schrofen aber auch ein guter Orientierungssinn. Für das Alpinwandern empfehlen wir dir zudem eine Tourenplanung zu machen.

Was zeichnet die unterschiedlichen Markierungen aus?

Die gelben, weiss-rot-weissen oder weiss-blau-weissen Markierungen teilen Wanderwege grob in ihrer Schwierigkeit ein. Allerdings geben die Signalisationen, die du im Gelände findest, keine Auskunft über den genauen Schwierigkeitsgrad, also ob du nun auf einem T2 oder T3 unterwegs bist. Diese Angaben sind leider selten zu finden, es sei denn, die Tour ist im SAC-Tourenportal oder in einem Wanderbuch beschrieben. Wir empfehlen dir, dich bei der Planung an der höheren Schwierigkeit zu orientieren. Dasselbe gilt für die weiss-blau-weisse Markierung. Hier sind in jedem Fall alpine Erfahrungen notwendig.

Gelb markierte Wanderwege (T1)

Wanderwege verlaufen oft auf breiten Wegen. Sie können aber auch schmal und uneben angelegt sein. Steile Passagen werden mit Stufen überwunden und Absturzstellen mit Geländern gesichert. Abgesehen von der gewöhnlichen Aufmerksamkeit und Vorsicht stellen Wanderwege keine besonderen Anforderungen an die Benützer und Benützerinnen. Das Tragen fester Schuhe mit griffiger Sohle, eine der Witterung entsprechende Ausrüstung und Wanderkarten werden empfohlen.

Weiss-rot-weiss markierte Bergwanderwege (T2-T3)

Bergwanderwege erschliessen teilweise unwegsames Gelände und verlaufen überwiegend steil, schmal und teilweise exponiert. Besonders schwierige Passagen sind mit Seilen oder Ketten gesichert. Wanderer müssen trittsicher, schwindelfrei und in guter körperlicher Verfassung sein sowie die Gefahren im Gebirge kennen (Steinschlag, Rutsch- und Absturzgefahr, Wetterumsturz). Die für Wanderwege empfohlene Ausrüstung inklusive Orientierungsmittel werden vorausgesetzt.

Weiss-blau-weiss markierte Alpinwanderwege (T4-T6)

Alpinwanderwege können über Schneefelder, Gletscher oder Geröllhalden und durch Fels mit kurzen Kletterstellen führen; teils weglos. Bauliche Vorkehrungen können nicht vorausgesetzt werden. Für diese Wege musst du trittsicher, schwindelfrei und in sehr guter körperlicher Verfassung sein sowie die Gefahren im Gebirge sehr gut kennen. Zusätzlich zur Ausrüstung für Bergwanderwege können je nach Saison eventuell Kompass, Seil, Pickel und Steigeisen nötig sein.

SAC-Berg- und Alpinwanderskala

Grad Weg/Gelände Anforderungen
T1 Wandern Weg gut gebahnt. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalen Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden. Falls nach SWW-Normen markiert: gelb Keine, auch mit Turnschuhen geeignet. Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich
T2 Bergwandern Weg mit durchgehendem Trassee. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgecshlossen. Falls nach SWW-Normen markiert: weiss-rot-weiss Etwas Trittsicherheit. Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen.
T3 anspruchsvolles Bergwandern Weg am Boden nich tunbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrifen. Falls nach SWW-Normen markiert: weiss-rot-weiss Gute Trittsicherheit. Gute Trekkingschuhe. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.
T4 Alpinwandern Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen, einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen. Falls nach SWW-Normen markiert: weiss-blau-weiss Vertrautheit mit exponiertem Gelände. Stabile Trekkingschuhe. Gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung. Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden.
T5 anspruchsvolles Alpinwandern Oft weglos. Einzelne eifachere Kletterstellen. Exponiert, anspruchsvolles Gelände, steile Schrofen. Apere Gletscher und Firnfelder mit Ausrutschgefahr. Falls markiert: weiss-blau-weiss Bergschuhe. Sichere Geländebeurteilung und sehr gutes Orientierungsvermögen. Gute Alpinerfahrung und im hochalpinen Gelände. Elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil.
T6 schwieriges Alpinwandern Meist weglos. Kletterstellen bis II. Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände. Apere Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr. Meist nicht merkiert. Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen. Ausgereifte Alineerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln.

Der Bergwander-Check PEAK

Damit das Bergwandern zum Vergnügen wird, eignet sich der Bergwander-Check PEAK, der dich bei deiner Vorbereitung unterstützt und auch wichtige Tipps für während der Tour gibt.

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