Tiefere Notfallzahlen und weniger tödliche Unfälle Bergnotfallstatistik 2019

2019 sind in den Schweizer Alpen und im Jura 2909 Personen in eine Notlage geraten und mussten von der Bergrettung gerettet oder geborgen werden. Dies entspricht gut 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Beim klassischen Bergsport sind 120 Menschen tödlich verunfallt.

Die Bergrettungsorganisationen bargen im Kalenderjahr 2019 in den Schweizer Alpen und im Jura 2909 Personen (inklusive der unverletzt Geretteten oder Erkrankten). Diese Bilanz ergibt im Vergleich zum Vorjahr (3211 Beteiligte) eine Abnahme von rund 10 Prozent. 995 Personen konnten gesund oder nur leicht verletzt gerettet werden. Bei den klassischen Bergsportarten waren, ausser beim Klettern, weniger Notfälle zu verzeichnen. Unterschiedliche Entwicklungen zeigten sich bei den weiteren Bergsportaktivitäten: Mehr Ereignisse gab es bei Variantenabfahrten (Freeride), auf der Jagd, beim Canyoning, beim Schneeschuhlaufen, und beim Base-Jumping; weniger beim Gleitschirmfliegen, auf Klettersteigen und beim Mountainbiken.

Auch die Zahl der Todesfälle ist mit 177 (Vorjahr 207) deutlich tiefer. Am zahlreichsten waren solche als Folge eines Absturzes mit 99 Opfern (Vorjahr 120) und wegen einer Erkrankung mit 40 Betroffenen (Vorjahr 49).

Beim Bergsport im engeren Sinne [1] kamen bei 111 Unfällen 120 Personen ums Leben, rund 11 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Ähnliche Wetterbedingungen und Verhältnisse wie im Vorjahr

Das Jahr 2019 war geprägt von einem schneereichen Winter, Hitzeperioden im Sommer, schönen Herbsttagen und zum Jahresende wieder grossen Schneemengen. Aber es gab doch bemerkenswerte Nuancen im Vergleich zum Vorjahr. So dauerten 2019 die Hitzeperioden im Sommer weniger lang und die Trockenheit war weniger ausgeprägt. Dies hatte zur Folge, dass auch die Tourenaktivitäten etwas tiefer ausgefallen sind und bei den klassischen Bergsportarten auch weniger tödliche Unfälle zu verzeichnen waren.
Tödliche Unfälle beim klassischen Bergsport in Zahlen (Werte des Vorjahrs in Klammern): Skitouren 27 (34), Hochtouren 18 (21), Klettern 4 (6), Bergwandern 54 (57), Anderes 17 (17) betroffene Personen.
Die häufigste Unfallursache war ein Sturz oder Absturz mit 85 Personen, gefolgt von Lawinen mit 21, Steinschlag mit 5 und Gletscherspaltenstürze mit 4 Opfern.

[1] Als Bergsport im engeren Sinne werden in dieser Statistik vor allem die Ereignisse beim klassischen Bergsport verstanden, zu deren Ausübung kein Transportgerät verwendet wird. Deshalb sind bei den hier ausgewiesenen Zahlen insbesondere die Todesfälle beim Delta- und Gleitschirmfliegen, beim Speed-Flying, beim Base-Jumping und bei der Benutzung von Mountainbikes gesondert erfasst. So sind die Zahlen des klassischen Bergsteigens auch über mehrere Jahre vergleichbar.

[2] Die Fachgruppe Sicherheit im Bergsport in eine Vereinigung von Verbänden und Institutionen im Bergsportbereich. Mitglieder sind: Alpine Rettung Schweiz ARS, bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bundesamt für Sport BASPO, Kantonale Walliser Rettungsorganisation KWRO, Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee Komp Zen Geb D A, Interessengemeinschaft Kletteranlagen IGKA, Naturfreunde Schweiz NFS, Schweizer Alpen-Club SAC, Schweizer Bergführerverband SBV, Schweizer Wanderwege SWW, Schweizerischer Skiverband Swiss-ski, WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF; Seilbahnen Schweiz, SBS.

Die Bergnotfallstatistik erstellt der SAC im Auftrag der Fachgruppe Sicherheit im Bergsport [2] aufgrund der Daten der Bergrettungsorganisationen und weiterer Institutionen. Ein ausführlicher Bericht erscheint in der April-Ausgabe der SAC-Mitgliederzeitschrift «Die Alpen».

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