Crystallization ist ein Kultur- und Kunstprojekt des Schweizer Alpen-Club SAC. Im Sommer 2019 finden dazu im alpinen Raum der Schweiz verschiedene Aktivitäten statt mit dem Ziel, unseren aktuellen wie zukünftigen Umgang mit dem schweizerischen Alpenraum in kultureller und künstlerischer Sicht zu reflektieren.

Neben dem Klimawandel verändert vor allem die digitale Revolution in immer schneller werdendem Rhytmus unzählige gesellschaftliche Prozesse: Wanderungsströme, Beschäftigungs- und Einkommensstrukturen, Wahrnehmungs- und Erlebnisformen. Generell: Wertvorstellungen überhaupt.  Diese Prozesse gehen auch am Alpinen Raum nicht spurlos vorbei und so stellt sich die Frage: Welches Landschaftsverständnis verbinden wir heute mit diesem Raum?

Zwischen Mai und Oktober 2019 finden an verschiedenen Orten in den vier Landesteilen Diskussionsformen, Tischrunden, Begehungen und künstlerischen Interventionen mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren statt.

Das Projekt Crystallization umreisst die vier Themen: 

  • Schützen: Die Alpen als Schutz aber auch als Bedrohung. Eine Auseinandersetzung zum heutigen Wirtschafts- und Lebensmodell in den Alpen. 
  • Nähren: Die Alpen als Ernährungsraum, als Hort und Austauschraum lebenswichtiger Güter. 
  • Bewegen: Die Alpen als Transitraum und der Berg als Vertikale - ein Stachel in der modernen mobilen Gesellschaft. 
  • Echo: Die Alpen als Resonanz- und Sehnsuchtsraum und auch ein gesellschaftliches Frühwarnsystem. 

Diesen Themen werden verschiedene Ausdrucksformen unterlegt: Moderierte Diskussion, Tavolatas, geführte Pfade mit künstlerischen Darbietungen. Sie finden in verschiedenen alpinen Landesteilen statt und werden dabei von erfahrenen und prominenten Experten begleitet (so u.a. von Dominik Flammer, Till Velten, Gian Rupf, Gion A. Caminada, Jürg Schmid).  

Die einzelnen Veranstaltungen verstehen sich gleichsam als Prozesse einer Kristallisation, eines Schürfens von Themen und Ausdrucksformen, welche sukzessive in einer virtuellen Kristall-Skulptur gipfeln, die im Alpinen Museum der Schweiz in Bern steht. Ziel ist es, die Sinne der Teilnehmenden für die Themen zu schärfen und die einzelnen Themenbereiche in einem Gesamtkontext zu sehen. Im Vordergrund steht dabei die Erfahrung der Teilnehmenden.

Der Begriff: Crystallization bezeichnet den Prozess des Sich-Herausschälens, des Verdichtens einer Thematik und des Willens, etwas auf den Punkt zu bringen. Der Titel nimmt Bezug auf den Buchtitel einer Publikation des dänischen Künstlers und ausgebildeten Geologen Kirkeby Per Kirkebys: "Kristallgesicht" (1990.)