103. Etzelzusammenkunft. Treffen der Zürcher Nachbarssektionen

Treffen der Zürcher Nachbarssektionen

103. Etzelzusammenkunft

Rund 100 SACler fanden sich zur Zusammenkunft auf dem Etzel ein. Ursprünglich vor allem gegründet, um für Touren weitere Kameraden zu finden, steht heute das gesellige Beisammensein im Vordergrund.

« Tradition am Leben erhalten, das heisst nicht Asche aufbewahren, sondern das Feuer am Leben erhalten », meinte Walter Keller, Ehrenpräsident der einladenden Sektion Hoher Rohn in seiner Eröffnungsrede. Das scheint den Organisatoren der Etzelzusammenkunft zu gelingen. Unter den über 100 Anwesenden befanden sich etliche jüngeren Jahrgangs.

Manch ein SACler, der nicht im Kanton Zürich lebt, fragt sich wohl, warum Mitglieder mehrerer Sektionen am ersten Dezembersonntag auf einen bloss 1098 Meter hohen Hügel namens Etzel pilgern. Die Jubiläumsschrift von 1966 1 erklärt die Gründung der Zusammenkunft nur kurz: « An der Sitzung vom 4. Dezember 1904 wurde beschlossen, die Sektionen Bachtel und Einsiedeln zu einer Winterwanderung auf den Etzel einzuladen. » Zwei Wochen später trafen sich 55 Mitglieder der drei Sektionen auf dem Aussichtsberg über dem Zürichsee.

Partner für Bergtouren gesucht

Wenn man bedenkt, dass somit rund zwei Drittel der Sektionsmitglieder zusammenkamen, zeigt das rege Erscheinen deutlich, welch grosses Bedürfnis nach Austausch und Kontakt bestand. Dies wiederum, so vermutet Walter Keller, habe daher gerührt, dass Begegnungen ausserhalb der eigenen Sektion wegen teurer Transportmittel, langer Reisezeiten und aus Mangel an Kommunikationsmitteln und Zeit nur selten zustande kamen. Denn wer zum freien Sonntag noch über einen freien Samstagnachmittag verfügte, konnte sich schon zu den Glücklichen zählen. « Ferien » war für die meisten bis nach dem Ersten Weltkrieg zudem ein Fremdwort. Verständlich also, dass man nach Möglichkeiten suchte, sektionsübergreifende Kontakte herzustellen.

Schlagzeilen und Bernerplatte

Im traditionellen Hauptreferat erklärte Etienne Gross, langjähriger Chefredaktor der ALPEN, einerseits die Produktion der Zeitschrift. Andererseits vermittelte er unter dem provokativen Titel « Was wichtig ist, bestimmen die Schlagzeilen » ein wenig Medienwissenschaft. Schlagzeilen seien ein wenig wie Luftballone, so Gross. Je grösser, provokanter und emo-tionaler eine Schlagzeile, desto wichtiger werte der Zeitungsleser das Ereignis. Es seien aber des Öfteren nicht die Ereignisse, die die Schlagzeile bestimmen, sondern die Medien. Deshalb sei es besonders wichtig, dass Medienkonsumen-ten eine kritische Distanz wahren. « Zei-tungslesen ist eine Kunst », betonte Etienne Gross, « man soll und muss dabei ein kritisches Misstrauen gegenüber den Schlagzeilen entwickeln. » Angeregtes Stimmengewirr begleitete die anschliessende Bernerplatte. Auch wenn die Suche nach dem Partner für die nächste Tour nicht mehr im Vordergrund steht: Den fröhlichen Grüppchen beim Hinunterwandern vom Etzel schloss sich jeder gerne an. a Alexandra Rozkosny 1 75 Jahre Sektion Hoher Rohn, 1891–1966 Der langjährige ALPEN-Chef-redaktor Etienne Gross ( rechts ) bereitet sich zusammen mit Markus Lehmann, dem Layouter der ALPEN, auf das Hauptreferat vor.

Fast frühlingshaftes Wetter begleitete am ersten Dezembersonntag 2006 die SACler beim Abstieg vom Etzel. Hinten ist der Sihlsee zu erkennen.

Weil die Sektion Hoher Rohn zurzeit über keinen Präsidenten verfügt, führte Walter Keller als Ehrenpräsident durch den Nachmittag.

Fotos: Alexandr a Rozkosny

Mit neuem Elan

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