[3312] Piz Buin Literarische Erkundungen 1865–2015

Am 14. Juli 1865 bestieg der St. Galler Kaufmann Johann Jakob Weilenmann zusammen mit Gefährten aus dem Allgäu und dem Vorarlberg erstmals den Piz Buin. Die Bezwingung des relativ leicht zu besteigenden Gipfels blieb beinahe unbemerkt, denn gleichentags sorgte der dramatische Wettlauf um die Matterhorn-Erstbesteigung – und sein tragischer Ausgang – weltweit für Schlagzeilen. Die vier Erstbesteiger des Buin hatten ­eigentlich geplant, den Piz Roseg in der Berninagruppe zu besteigen. Doch als sie erfuhren, dass «noch keine Siegeszeichen auf den Höhen der Silvretta-Gruppe flatterten», änderten sie kurzerhand ihre Pläne, zumal die Silvretta 1865 vom Schweizer Alpen-Club zum «Exkursionsgebiet» des Jahres erklärt worden war.

Bernhard Tschofen versammelt in diesem unterhaltsam zu lesenden Buch, das mit zahlreichen historischen Fotos illustriert ist, 25 Texte aus 150 Jahren. So ist eine schöne Kulturgeschichte des Piz Buin gelungen. Des Berges, dessen wohlklingender romanischer Name – zu deutsch «Ochsenspitze» – schon früh zum Markennamen von Hotels und Gletschercremes wurde. In seiner Geschichte spiegelt sich die Alpenbegeisterung in all ihren Facetten, von den heldenhaften Berichten der ersten Besteiger bis zur zeitgenössischen Literatur.

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