Akademischer Alpenclub Zürich

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Ich kann mich über die Tätigkeit der drei schweizerischen akademischen alpinen Vereine wohl kürzer fassen, weil sie unsern Lesern wohl ohnehin besser bekannt ist, und weil ich von den Jahresberichten der beiden erstgenannten oben bei der Rubrik „ Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen " schon ausgiebigen Gebrauch gemacht habe.

Der Akademische Alpenclub Zürich hat im Jahre 1906 eine neue Hütte im Maderanertal eingeweiht, die Windgällenhütte. Der Bericht über die Einweihung mit den frohen Hoffnungen, die sich daran knüpften, bildet einen merkwürdigen Kontrast zu der im gleichen Jahresberichte erzählten Geschichte von der Zerstörung der Hütte nach 3/4jährigem Bestande durch eine an dieser Stelle nicht zu erwartende Lawine. Es spricht für den Korpsgeist und die Energie der Züricher Akademiker, daß sie sofort Schritte taten, den Wiederaufbau der Hütte zu ermöglichen und einen neuen Hüttenbaufonds zusammenzulegen. Wie weit diese Dinge im Jahre 1907 gediehen sind, kann ich nicht sagen, da mir ein weiterer Jahresbericht ( für 1907 ) bis Mitte April, wo ich dies schreibe, nicht zugegangen ist. Auf den übrigen Inhalt des Jahresberichtes, der sich nur auf das Jahr 1906 bezieht, gehe ich, weil er für die Berichterstattung verspätet ist, nicht ein.

Der Akademische Alpenclub Bern zählt nur 22 Mitglieder, konnte also keine großen Sprünge machen. Es ist deshalb eine mutige Tat von ihm, daß er sich der alten Bietschhornhütte auf Hohwitzen erbarmte, sie von ihrem Besitzer käuflich übernahm und vorläufig die dringendsten Reparaturen und Neuanschaffung des Inventars ( das alte war fast bis zum letzten Löffel gestohlen worden ) anordnete. Im Jahre 1908 sollen dann weitere Verbesserungen folgen, über welche wir gerne im nächsten Jahrbuch berichten werden. Eine intensive touristische Tätigkeit führte die Mitglieder des A.A.C.B. auf eine schöne Reihe von Hochgipfeln der Waadtländer, Berner, Urner, Glarner und Walliser Alpen und in die Säntisgruppe. Kritisieren muß ich in der Zusammenstellung, daß hier der Begriff Ostalpen in einer in keinem Falle zu rechtfertigenden Ausdehnung angewendet wird, indem z.B. Basodino, Campo Tencia und Sellapaß dazu gerechnet werden. Überhaupt sollten sich Berner Clubisten von dieser Nachahmung einer aus Deutschland und Österreich eingedrungenen Zweiteilung der Alpen, die in keinem System am gleichen Punkte scheidet, fernhalten und sich der in diesem Jahrbuch üblichen Gruppierung, die von Bernhard und Gottlieb Studer stammt, anbequemen.

Das 20. Bulletin der Société Allobrogia de Genève enthält außer der Berichterstattung über das zweite Semester 1906, die ich, weil zu veraltet, übergehe, die hübsch geschriebene Fortsetzung einer in Nr. 19 begonnenen Sektionstour der Allobrogen durch die Walliser Alpen. Die Erzählung bringt den Leser mit ihren Helden von der cabane de Bertol auf einen kleinen Felsgipfel nahe der Hütte, dann auf die Aiguille de la Za, dann gegen den Col des Bouquetins und über die Tête Blanche auf den Col d' Hérens und ( nach vergeblichem Versuch, gegen Ferpècle abzusteigen ) über den Zmuttgletscher nach Zermatt und von da zur cabane du Cervin, wo der Bericht abbricht, so daß wir nicht wissen, ob die ( wie die vorhergehenden ) führerlose Besteigung des Riesen von Zermatt glückte.Vielleicht werden wir dies aus dem Bulletin Nr. 21 erfahren, wenn Gott es will und der schmale Geldbeutel der Studenten eine weiteres dieser dünnen Heftchen erlaubt.Redaktion.

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