Aktive Sektionen in Sachen Umwelt. Zur Nachahmung empfohlen

Aktive Sektionen in Sachen Umwelt

Die Umweltprojekte der Sektionen zeugen vom Engagement der Clubmitglieder. Gleichzeitig kann diese Liste als Ideenbörse für andere Sektionen herangezogen werden. Ein Projekt sticht dabei besonders heraus: ökologische Wasserbeschaffung auf Hütten ohne ganzjährigen Wasseranschluss auf der Basis von Schnee und Sonne.

Das Thema Umwelt ist im SAC nicht auf das Ressort auf der Geschäftsstelle in Bern beschränkt, dazu tragen wir alle bei. So sind neben den zentral angegangenen Aktivitäten wie die « Mobilitätskampagne Alpen retour » oder « Kodex Wintertouren » viele Sektionsprojekte umgesetzt worden. Was die Umweltbeauftragten

Die Mischabelhütten AACZ auf 3335 Metern Höhe auf dem Mischabelhorn Das grosse Schild über der Eingangstür heisst uns willkommen.

Schutz der Gebirgswelt

La difesa dell'ambiente

Protection de la montagne

DIE ALPEN 7/2002

der Sektionen darüber zusammengetragen haben, ist zu einer beeindruckenden Liste angewachsen: von Aktivitäten zu umweltgerechter Mobilität über Einsprachen und Stellungnahmen zu Skige-bietserschliessungen, Projekten mit liegen gelassenem Abfall, Umweltbildung bis hin zu Arbeiten für Grossschutzgebiete. Das nachfolgende Kaleidoskop zu den Sektionsaktivitäten ist als Ideenbörse gedacht: Die Sektion Hoher Rohn bietet die « Erlebnistour Cacciabella » an, eine Route von der Albigna zur Sciorahütte mit sinnlichen Naturerlebnissen. Die Sektion Oberhasli hat eine attraktive Ausstellung zum Thema « Wasser auf SAC-Hütten » realisiert. Die Sektion « La Dôle » engagiert sich aktiv für den Schutz des Montblanc in der Dachorganisation « Pro Mont-Blanc ». In der Region Basel sind die Sektionen vor allem im Spannungsfeld Klettern–Naturschutz gefordert mit Verhandeln, Lobbyieren, Mit-verfassen von Stellungnahmen – ganz neue Herausforderungen im Kreise des SAC! Die Sektion Baselland hat einen Naturschutztag in einem der grösseren Klettergärten organisiert, um sowohl die Sektionsmitglieder zu sensibilisieren als auch die guten Kontakte zu den Naturschutzvertretern weiter zu festigen. Sonnenkollektoren für Schneeschmelzer 1

Bis heute wird auf SAC-Hütten ohne ganzjährigen Wasseranschluss das Wasser mit Hilfe von Feuer aus dem Schnee gewonnen. Dazu muss in der Regel das Brennmaterial mit Helikoptern eingeflo-gen werden, was nicht besonders ökologisch ist. Um den Energieverbrauch von Holz und Kohle zu vermindern, hat Je-an-Bernard Gay, Umweltbeauftragter der Sektion Les Diablerets 2, ein neues System vorgeschlagen, das in der sektionseigenen Trienthütte im September 2001 als Prototyp zur Schneeschmelze getestet worden ist. Dabei wird mit Hilfe von Sonnenkollektoren Schnee in Wasser umgewandelt. Das System selber wurde im Rahmen einer Diplomarbeit an der Ingenieurschule des Kantons Waadt entwickelt. Vorgabe war u.a., dass das System vor allem auch auf die unterschiedlichen Bedürfnisse an gut und an schwach frequentierten Tagen eingehen kann, denn je mehr Leute auf der Hütte sind, desto mehr Wasser wird verbraucht. Während der Testphase sprudelte jeweils bis zum Abend das kostbare Nass aus den an das Gerät angeschlossenen Wasserhähnen. So funktioniert das System Ziel des entwickelten Systems war ein möglichst einfach zu handhabendes Gerät mit einer guten Wärmeübertragung: Der Schneeschmelzer besteht aus einem Behälter, der jeden Tag mit Schnee gefüllt wird. Am Boden dieses Behälters befindet sich ein röhrenartiger Wärmeaustauscher, der mit den Sonnenkollektoren ( 8 m 2 ) verbunden ist. Durch die vom Wärmeaustauscher abgegebene Wärme wird der Schnee in der unmittelbaren Umgebung geschmolzen. Dadurch liegt der Wärmeaustauscher selber im Wasser, was ein weiteres Schmelzen des Schnees an der Kontaktzone von Was-ser–Schnee bewirkt. Im Behälter mit einem Fassungsvermögen von 800 Litern können an einem Tag maximal 400 Liter Wasser geschmolzen werden. Bei sonnigem Wetter ist diese Menge bereits am Mittag erreicht. Je nach Füllmenge kann die Wassermenge dem unterschiedlichen Verbrauch angepasst werden. Die einfachere Wasserbeschaffung verspricht in grossen Hütten ( mindestens 1000 Übernachtungen in der Wintersaison ) vermehrten Komfort und eine Verminderung des Energieverbrauchs. a

Monika Frehner, Präsidentin der Kommission « Schutz der Gebirgswelt » 1 Aus einem Artikel von Yves Caloz, der im Rahmen seiner Diplomarbeit das System entwickelt hat. 2 Kontaktadresse gay(at)lesomail.epfl.ch Skizze des Systems der umweltfreundlichen Schneeschmelze, das im Rahmen einer Diplomarbeit an der Ingenieurschule des Kt. Waadt entwickelt wurde.

Ski zz e: zv g Der Prototyp für eine umweltfreundliche Schneeschmelze mit Hilfe von Sonnenkollektoren ist in der Trienthütte installiert.

Fo to: z vg DIE ALPEN 7/2002

Verschiedenes

Diversi

Divers

Feedback