Alpenfolio: Pierre-Alain Treyvaud Einzelgänger in der Landschaft

Die Route Major am Mont Blanc, die Piz-Badile-Nordwand, der Bonatti-Pfeiler an den Drus : 1979, er ist ganze 18 Jahre alt, sieht die Karriere von Pierre-Alain Treyvaud als Bergsteiger sehr vielversprechend aus. Doch schon bald zwingen ihn Rückenprobleme dazu, auf grosse Anstrengungen zu verzichten. Das schafft Platz für Selbstbeobachtung.

Auf einer Reise nach Island 1983 entdeckt er die grossen Weiten und das Nomadenleben. Schritt für Schritt wird das Fotografieren Teil seines Lebens. Von da an durchstreift er die Welt, allein. Die Teilzeitarbeit in einem Sportgeschäft ermöglicht ihm, sich abzusetzen und sich auf die Suche nach schönen Landschaften zu machen. Er findet sie in den Schweizer Bergen, in Island, Norwegen, Patagonien oder Neuseeland. Aussergewöhnliche Stimmungen – Nebel, Gewitterhimmel oder Schnee berühren ihn. «Die Fotografie ist ein Mittel, um meinen inneren Blick greifbar zu machen. Sie erlaubt mir, mich kreativ einzubringen, wenn die Kontempla-tion allein nicht genug ist», sagt er.

Sein Stil ist geprägt von der analogen Fotografie und der Strenge, die sie erfordert: «Alles passiert im Gelände. Wenn ich abdrücke, habe ich das Gefühl, eine irreversible Entscheidung zu treffen.» Wetten, dass der Waadtländer der Versuchung widersteht, von der analogen auf die digitale Fotografie zu wechseln?

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