Als die UTOE den SAC überholte

Am 12. April 1919 gründeten rund 30 Personen, darunter viele Angestellte der Gotthardbahn-Werkstätten sowie Gewerkschafter, im Casa del Popolo in Bellinzona die Unione Ticinese Operai Escursionisti (UTOE). Ende 1919 zählte der Tessiner Arbeiterbergsportclub bereits 61 Mitglieder, darunter eine Frau. Heute hat die UTOE Bellinzona 2000 Mitglieder. Daneben gibt es die UTOE-Sektionen Pizzo Molare, Biasca und Locarno. Der Muttersektion gehören fünf Hütten, darunter die am 9. September 1923 eingeweihte Capanna Adula (2392 m) an der Adula (3402 m). Der höchste Gipfel des Tessins ist auf der Alpennordseite besser bekannt als Rheinwaldhorn. Die Hütte liegt 380 Höhenmeter über der Capanna Adula des Club Alpino Svizzero, die am 28. September 1924 eingeweiht wurde. Sonst ist es ja meistens umgekehrt: Die Hütten des SAC befinden sich weiter oben als die der Arbeitervereine. Aber im Tessin verlief die Geschichte anders als in der übrigen Schweiz. Antonio Solari, Präsident der Sezione Ticino CAS, konnte sich damit nicht abfinden. Im Novemberheft 1923 der SAC-Zeitschrift Alpina meinte er zur Capanna Adula UTOE: «Ce refuge ne sera jamais, ne pourra jamais être le rendez-vous des membres du C.A.S.» («Diese Hütte wird nie, kann nie der Treffpunkt der SAC-Mitglieder sein.»)

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