Aromatische Berge?

Düfte sind in den Alpen allgegenwärtig, pflanzliche ebenso wie solche von dort gesömmerten oder wild lebenden Tieren, wohlriechende wie unangenehme. Flurnamen wie das Stinkertal in Andermatt und die Stinki in Schiers sind darum keine Überraschung. Aber nicht jeder Name, der an einen Duft denken lässt, hat tatsächlich damit zu tun. Darum gibt es neben dem Vanil Noir weder eine Dent de Cannelle oder einen Zimtstock noch einen Sommet des Milanais oder einen Mailänderlispitz: Das Gewürz Vanille kommt aus Übersee, die Alpen sind eben keine Weihnachtsbackstube. Der Bergname Vanil beruht auf einem alten Patoiswort für Abhang, das dem Gallischen, einer keltischen Sprache, entstammt. Es kommt auch in der Form ­Vanel und Vani vor, und ebenfalls hierhin gehören zumindest manche Van-Namen. Deren berühmtester, der Creux du Van im Neuenburger Jura, lässt sich als Aushöhlung, Mulde im Abhang übersetzen – was sachlich ziemlich zutreffend ist, wenn man sich den eindrücklichen Felszirkus vor Augen führt.

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