Auf Reisen

Auch im Herbst waren die Schweizer Kletterer international unterwegs.

Boulder

Die Boulder-Saison ist wieder da und damit auch harte neue Probleme und Wiederholungen. Giuliano Cameroni (17) aus Montagnola hat im November viermal eine 8b gebouldert: Mother Night (Schöllenen), Sur Droite (Wassen), Mithril und One Last Time (beide Cresciano). Dazu kamen noch Quark (Erstbegehung, Wassen), Frank’s Seduto, Murphy’s Sit Low (alle Fb 8a+) und Archengemma (Erstbegehung, Fb 8a+), letztere alle in Cresciano.

Baptiste Ometz (16) aus Fully konnte im November/Dezember From Shallow Waters to Riverbed (Fb 8b+) im Magic Wood klettern, und danach noch Mithril und La Proue (Cresciano), La Jonction (Branson), Mother Night (Schöllenen), La Mare (Vernayaz) und Guatama (Branson), alle Fb 8b. Sein Bruder Samuel Ometz (19) boulderte im November ebenfalls From Shallow Waters to Riverbed (Fb 8b+) im Magic Wood sowie Sur Droite (Fb 8a+) in Wassen; ausserdem noch Joyeux Léon in Balmaz, Mother Night in Schöllenen und die Erstbegehung La Mare in Vernayaz, (alle Fb 8b). Ende Oktober hatte er bereits Blinded by the Light (Fb 8b) in Brione abhaken können.

Nils Favre war vor allem auf Reisen. In Namibia eröffnete er Madisa (Fb 8b) sowie Le Diamant und Mis­sion Solo (beide Fb 8a+), in den südafrikanischen Rocklands wiederholte er unter anderem Pursuit of Happiness (Fb 8b), Chtuhlu, Black Hawk Down, Ard Ay, Zodiac (alle um Fb 8a+). Im November zog er auch noch einiges weg: Im spanischen Albarracin boulderte er Esperanza Sit, Helicopters on ­Beaches, Zarzaparilla, Mufasa (FA) und Bindu (alle Fb 8b). In Targassonne in Frankreich holte er sich auf dem Rückweg aus Spanien noch schnelle Begehungen von Psoas Mole,La Théorie du Chaos (Fb 8b) und Uniformicide (FB 8a) im Flash. Danach gelang ihm im walliserischen Saleinaz Les roses en hiver (Fb 8b).

Ronny Birchler (38) aus Brunnen hat am 20. Oktober Brand New Secondhand (Fb 8b) in Meien klettern können. Heinz Betschart(44) aus Ibach besiegte am 26. November John Rambo (Fb 8a) im Murgtal. Se­bas­tian Biner (19) aus Nax konnte L’appartement (Fb 8a) in Fontainebleau und Le vent nous portera (Fb 8a) in Chironico bouldern.

Sebastian Cotting (18) aus Fribourg gelang Ende Oktober The Dagger (Fb 8b) in Cresciano. Giani Clément (31) aus Chur gelang im Oktober in Albarracin unter anderem Tec-b36-l5 (FB 8a+), Zarzamora, Eclipse derecha und El Varano (alle Fb 8a). Fabian Herger (29) aus Wassen konnte im Oktober Zatoichi (Fb 8a) klettern, ebenfalls in Albarracin.

Stefan Schibli (45) aus Cham gelang am 1. November mit Ein Hauch von nichts (Fb 8a) am Gottardo noch eine Erstbegehung, rechts von Mirrormask. Nadja Pfister (21) aus Spiegel konnte Ende November Crimper (Fb 7c) in Lindenthal bouldern. Natalie Bärtschi (20) aus Zürich hat im Oktober mit Sonnenanbeter (Fb 7c) ein langjähriges Projekt in Brione im Tessin erledigt.

Routen

Chris Frick musste bei einem erneuten Trip nach Norwegen feststellen, dass man 4,1-Ampere-Akkus von Bohrmaschinen beim Flug anmelden muss, will man nicht die Aufmerksamkeit der Sicherheitsleute auf sich zu ziehen. Doch nach dieser Kleinigkeit gelang ihm neben einigen Erst­begehungen noch sein grosses Projekt Nordic Flower (L1, 8b+).

Anfang November knackte Andy Winterleitner (26) aus Bütigen mit Hybris (8c+) im Lehn ein langjähriges Projekt. In Vaferdeau konnte er am 11. November mit Cool œuvre (8a+) noch eine neue Linie erstbegehen. ­Tabea Schwab (31) aus Luzern kletterte im Oktober 4M (8b) in Engelberg. ­Dimitry Vogt (17) aus Worben konnte im November in Charmey unter anderem La lutte des classes (8b+) und Hypotenouse (8b) begehen.

Nina Caprez und Cédric Lachat kletterten im Rahmen des Roctrip im neuen Sektor «Citdibi» bei Antalya eine Mehrseillängenroute von Daniel Dulac (8b+/8b/8b/7a/6c), Nina gelang ausserdem noch eine 8a+ onsight, eine 8b im Flash, eine 8b+ im zweiten Versuch und eine 8b+/8c Rotpunkt. Nur Namen wollte sich das Roctrip-Team für all die neuen Linien nicht einfallen lassen.

Wahlschweizer Robert Jasper1 konnte am 17. Oktober gemeinsam mit Jörn Heller1 auf Sizilien eine lange Mehrseillängenroute mit Alpincharakter eröffnen. Last Minute führt über 200 Meter (7c/c+) durch die Nord­ostwand des Monte Gallo. Auf sieben Seillängen hinterliessen die beiden 25 Bohrhaken, das heisst, Wiederholer sollten mit ausreichend Klemmgeräten und Erfahrung ausgerüstet sein und müssen mit nicht immer ganz festem Fels rechnen.

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