Auf steilen Wegen Essays zu Alpinismus, Natur und Fotografie

Meine – zweifach aufklappbaren – Lieblingsseiten liegen in der Mitte dieses kleinen Schmuckstückes: Sie zeigen den Querschnitt durch die Baumscheibe einer weit über 600 Jahre alten Lärche und stellen deren Jahresringen wichtige Ereignisse der Klima-, Kultur- und Alpingeschichte gegenüber. Allein an dieser Stelle kann man lange verweilen – so wie Auf steilen Wegen überhaupt zum wiederholten Betrachten anregt, sei es mit Fotografien, sei es mit Texten zu Themen wie «Zeichen am Weg», «Seilpartner und Weggefährten» oder «Strukturen – die Muster der Natur». Das Buch ist eine künstlerische Fundgrube mit Liebe zum Detail, zur schwierigen Schwarz-Weiss-Fotografie und zur drucktechnische ­Perfektion. Man stellt denn auf der Website des Autors und Verlegers auch fest, dass er unter anderem Industriemeister Druck ist. Ganz offensichtlich ist er aber auch ein Genussmensch, der auf dem Gipfel dicke Steaks in Butter, Zwiebeln und Knoblauch brutzeln lässt …

Ein durchaus unzeitgemässes und deshalb umso wertvolleres Buch, das zum Innehalten, Schmökern und Nachdenken anregt.

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