Berg und Bach

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Von Arthur Manuel.

Berg.

Hochgeschichtet ragt ein Quader Schwarzdurchschluchtet tälerab. Silberglanz in grüner Ader, Tannen über Kohlengrab.

Keiner misst ihm Grund und Breite, Seine Pulse sind von Erz. Jeden reisst er in die Weite, Jeden jung ans alte Herz.

Wie ein Fels wird eigner Wille, Stahldurchflutet, Dynamit. Seines Lebens Überfülle Trägt erhärtet jeder mit.

2.

Höchsten Firnes Pyramide, Jede Seite sonnenhell, Überleuchtet als Ägide Mittagschwarzes Steingestell.

Harte Gräte zacken nieder. Selbst ein schwerer Eisenschuh Fühlt des Berges Riesenglieder, Die wie in metallner Ruh Ihre Wurzeln tief versenken. Wälder, Alpen, Blumenkleid: Heute trägt er 's zum Verschenken. Sein Jahrtausend kennt kein Leid.

Bach.

Zwischen Felsen eingeklemmt, Tannenüberragt, mit Wucht: Astwerk, das entgegenstemmt, Reisst er stürmisch in die Flucht.

Selbst den trotzgen Gletscherstein, Dessen Rücken wie ein Joch, Schlägt sein Eisenhammer klein. Jauchzend wirft er Hände hoch.

Tiefer wühlend stets sein Bett, Gräbt er seinen Grabeslauf. Nur die Sonne steigt und steht, Saugt das Gold des Gischtes auf.

2.

Ob der Brücke steh ich starr, Festgebannt vom wilden Spiel, Wie ein armer nackter Narr Über Elementes Kiel.

Um mich orgelt Weltenall. Eigner Laut wird dumpfe Ruh. Jede Frage schlägt der Fall Mir mit hartem Donnern zu.

Einmal werd ich selber ganz Wie ein Stein zerrieben sein. Dann in Nacht und Tannenglanz Geh ich in die Schöpfung ein.

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