Bergsommer 1997: Unfälle und Berichterstattung

Bergsommer 1997: Unfälle und Berichterstattung

Kommt es zu einer Periode mit einer Häufung tödlicher Bergunfälle, rückt der Bergsport, der von den Medien sonst marginal behandelt wird, plötzlich verstärkt in den Blickpunkt ihres Interesses. Auf Grund der Konzentration auf das aktuelle Geschehen muss unverzüglich ein Kommentar her. Dabei fehlt es der entsprechenden Berichterstattung manchmal am Überblick und am fachspezifischen Hintergrundwissen.

Problematik der Unfallhäufung Die Bergunfälle und die Anzahl von Verunglückten im Verlauf einer Saison sind von vielen äusseren Faktoren abhängig: Verhältnisse am Berg, Wetter, Ferienzeit usw. Diese verschiedenen Faktoren stehen noch untereinander in einem sich ständig beeinflussenden Abhängigkeitsverhältnis.

Folgt auf eine längere Schlechtwetterperiode - besonders wenn sie in die Hauptferienzeit fällt - endlich eine Phase mit besseren Prognosen, hat sich verständlicherweise ein Nachholbedarf entwickelt. Dadurch werden die ohnehin schon stark saisonal ausgerichteten Aktivitäten ( Skitouren im Spätwinter/Frühling und Hochtouren im Hochsommer ) auf eine noch kürzere Zeitspanne zusammengedrängt. Damit konzentriert sich die bergsteigerische Tätigkeit in zweifa-chem Sinn: Zum einen ist die Zahl der Alpinisten und Alpinistinnen, die Touren unternehmen, wesentlich grösser, zum andern ist die zum Bergsteigen verfügbare Zeitspanne wesentlich kleiner, d.h. die Saison ist kürzer. Sind mehr Leute in einem enger begrenzten Zeitrahmen unterwegs, sind rein auf Grund der statistischen Gesetzmässigkeiten mehr Unfälle zu erwarten. Die dadurch bedingte Häufung erregt die Aufmerksamkeit der Medien ungleich mehr, als wenn sich Die Anforderungen, denen sich der Mensch im Gebirge ausgesetzt sieht, werden gern unterschätzt; entspre- übers ganze Jahr gesehen eine wesentlich grössere Zahl von Unfällen auf eine längere Zeitspanne verteilt.

Fehleinschätzung als Hauptursache Unfälle sind in sehr vielen Fällen die Folge von Fehleinschätzungen. Einerseits beziehen sich solche Fehleinschätzungen auf die äusseren Umstände, d.h. die Verhältnisse am Berg, anderseits auf die « innere » Ausgangslage, d.h. auf die eigenen Voraussetzungen bezüglich Erfahrung, Können, Durchhaltevermögen usw. Natürlich bedingen und beeinflussen sich die beiden Formen von Fehleinschätzung, und letztlich ist auch das Ergebnis - die Überforderung der Betroffenen1 - dasselbe.

Dem mit Hilfe einer effizienten Unfallprävention zu begegnen ist nicht einfach. Das Hauptproblem ist, dass die Anforderungen, die jede Tour im Hochgebirge stellt, unterschätzt werden. Dies vor allem, wenn die Verhältnisse nicht optimal sind oder sich im Lauf einer Unternehmung verschlechtern.

150 100 50 1991 1992 1993 Anzahl Opfer chend steigt dann die Unfallgefahr ( am Dolden-hornostgrat ).

Der Glaube, diesen Anforderungen gewachsen zu sein, ist vorwiegend bei jenen unerschütterlich, die nicht SAC-Mitglied sind und nichtständig mit solchen Fragen konfrontiert werden. Wenig Erfahrene lassen sich mit dem Hinweis auf die Gefahr der Selbstüberschätzung eben auch viel weniger von ihren Vorhaben abhalten. Sie fühlen sich nämlich gar nicht angesprochen. Diesen Alpinisten widerfährt dann auch die grosse Mehrzahl der Bergunfälle ( vgl. Gra-fik).2 Die Proportionen wahren Sicher hat sich durch das steigende Bedürfnis und die Möglichkeit, Natursportarten sozusagen « ab der Stange » konsumieren zu können, der 1 Überforderung bedeutet, dass die Beteiligten die Situation mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten nicht mehr in ausreichendem Mass beherrschen.

2 Für die Rettungsarbeit des SAC 1996 vgl. DIE ALPEN 5/97, S. 18-20; für die Bergnotfälle Schweiz 1996 ( mit Einbezug der tödlichen Bergunfallereignisse ) vgl. DIE ALPEN 6/97, S. 15-17.

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j i Entwicklung der tödlichen Bergunfälle 1991-1996 1994 1995 1996 SAC-Mitglieder Editorial Blick für ihre Gefahren etwas getrübt. Ebenso wurde durch den Boom der Natursportarten der Reifeprozess vom Einstieg in eine solche Sportart bis zu deren Ausübung in ihren verschiedenen und nicht immer ungefährlichen Formen verkürzt. Anderseits wird heute viel mehr Gewicht auf eine umfassende Orientierung, eine gute Ausbildung und eine zweckmässige Ausrüstung gelegt. Die Rettungsorganisationen, die alpinen Vereine und die Bergführer leisten ständig grosse Aufklärungsarbeit. Natürlich ist jeder Unfall ein Unfall zuviel und hat seine besondere Tragik.

Bergsport beinhaltet aber von Natur aus ein Risiko. Und immerhin lässt sich festhalten, dass, trotz eines viel grösseren Ansturms auf die Berge, die Zahl der tödlichen Unfälle generell keine zunehmende, sondern eher eine abnehmende Tendenz zeigt - was auch die Statistik beweist ( vgl. Grafik S. 15 ).

Zur Qualität der Berichterstattung Tageszeitungen und andere Medien sind nicht selten überfordert, wenn sie über plötzlich aktuell werdende Themen berichten sollen, zu denen sie sonst kaum eine Beziehung haben. Man geht deshalb als erstes auf die Suche nach Experten, die als Auskunftspersonen dienen können. Auf wen man dabei stösst, ist vielfach von Zufälligkeiten abhängig. Die Kompetenz eines Experten lässt sich von Nichtkennern der Materie kaum beurteilen, auch ist nicht jeder Fach- mann in jedem Teil eines Sachgebiets gleich kompetent. Somit können die publizierten Stellungnahmen schliesslich von sehr unterschiedlicher Qualität sein.

Werden Leute jener Institutionen und Organisationen interviewt, die sich täglich mit Rettungsfragen befassen und gleichzeitig einen Überblick über die mehrjährige Entwicklung haben3, verfügen die Beiträge im allgemeinen auch über die notwendige Objektivität.

Dagegen führt das Bedürfnis jener Medien, die das provokative Element verstärkt in den Vordergrund rücken, dazu, dass sie nach Exponenten des Bergsports suchen, die für ihre pointierten Stellungnahmen bekannt sind - selbst wenn sie mit dem schweizerischen Bergrettungswesen nichts zu tun haben. Solche Leute - im Sommer 1997 war es Reinhold Messner - nutzen dieses Forum nur zu gern, um ( vermischt mit zutreffenden Feststellungen ) ihre selbstgestrickten und ziemlich elitären Vorstellungen, verbunden mit diversen Rundschlägen, der Öffentlichkeit zu präsentieren. Schliesslich gibt das wieder « Publicity ». « Profilierungsübungen » wie Messners hochsommerlicher Husarenritt gegen die alpinen Vereine4 dürfen deshalb nicht allzu ernst genommen werden.

eg3 Dazu gehören insbesondere die Rettungsspezialisten der REGA, der Air-Glaciers, der Air Zermatt und des SAC.

" Vgl. SonntagsZeitung vom 1O. August 1997, S.7: « Die wollen da rauf, und im Notfall haben sie ein Handy » ( Reinhold Messner über die steigende Zahl von Bergunfällen und den schwindenden Respekt vor den Bergen ).

eserbriefe

Folgt in der Hochsaison auf eine länger dauernde Schlechtwetterperiode endlich die langersehnte Wetterbesserung, nimmt der Andrang auf den Touren infolge des Nachholbedarfs stark zu ( Grand Cornier, rechts, und Dent Blanche, links, vom Weg zur Mountethütte )

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ourrier des lecteurs

Attraktiver öffentlicher Verkehr?

Zu kurze Umsteigezeit Bus-Bahn in Airolo Auf Grund der unsinnig kurzen, reali-tätsfremden, nicht funktionierenden Umsteigezeiten vom Bus zur Bahn in Airolo verliert man dort regelmässig eine Stunde. Das Problem dürfte auch andern SAC-Mitgliedern gegenwärtig sein, denn die Leventina würde sich eigentlich für die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln gerade für den Bergsteiger gut anbieten.

Seit einiger Zeit ersetzt an der Gotthardlinie ein Bus den Regionalzug. Wer nun mit dem Bus in der Leventina Richtung Airolo unterwegs ist, muss feststellen, dass der Anschluss zum Schnellzug in Airolo ( Richtung Zürich/Basel ) nicht verlässlich funktioniert. Die Umsteigezeit in Airolo beträgt 4 Minuten, und da der Bus anscheinend chronisch verspätet ist, verpasst man den Schnellzug in Airolo und muss dann dort auf den nächsten warten, der erst in einer Stunde wieder fährt. Es wäre vorstellbar, dass der Zug wenigstens 1 bis 2 Minuten wartet, was jedoch nicht zutrifft. Wer also den Bus benützt, muss mit langen unattraktiven Wartezeiten rechnen, sicher keine Werbung für den öffentlichen Verkehr. Man hätte zuständigerseits eigentlich längst feststellen können, dass die Umsteigezeit von 4 Min. nicht reicht. In Erstfeld beträgt die Umsteigezeit Bus/Bahn 8 Min., dort scheint die Sache zu funktionieren.

Die Forderung: längere Umsteigezeit ( mind. 8 Min. ) auch in Airolo.

Hans Wehrli, Dietikon

Hygienische Toiletten in SAC-Hütten sind wichtig

Meine Frau und ich haben in diesem Sommer vier Wochen in den Bergen verbracht. Zunächst sind wir in Österreich, in den Lechtaler Alpen, acht Tage mit der Sektion Diablerets von Hütte zu Hütte gewandert, dann haben wir ins Engadin gewechselt und schliesslich unsere Ferien in den Waadtländer Alpen beschlossen. Der Unterschied zwischen diesen Gegenden könnte, was die Toiletten-Hygiene betrifft, nicht grösser sein. In Österreich: Toiletten in den Hütten, mit fliessendem Wasser und Wasserspülung. In der Schweiz: ausserhalb der Hütte ein « Häuschen », ein stinkendes Plumpsklo, kein Wasser. Wir haben in Österreich verschiedentlich Leute getroffen, die uns erklärten, sie hätten einen heftigen Widerwillen gegen die Toiletten in den meisten Schweizer Hütten.

Die positiven Erfahrungen der Sektion Bern1 ( und anderer Sektionen, die dieses Problem ebenfalls in Angriff genommen haben ) sind also wirklich sehr wichtig, denn auch das beste Marketing wird bei jenen, die man als Kunden gewinnen will ( Ausländer, Familien ), nur wenig Erfolg haben, solange die Frage der Hygiene in unsern Hütten nicht besser gelöst ist.

Jean-Marc Suter, Renens/VD ( ü ) m

urenfahrer, Berg-nd -wanderer

inista, lo sciatore ionista

our l' alpiniste, le skieur t le randonneur

Neuerungen in der Lawinenwarnung

Nationales Bulletin erscheint früher Das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung Davos ( SLF ) führt auf diesen Winter im Bereich Lawinenwarnung drei Neuerungen ein, die vielen Benutzerwünschen entsprechen: Erstens einmal wird das nationale Lawinenbulletin künftig neu um ca. 17 Uhr ( deutsch ) und in einer neuen Form herausgegeben. Dann erscheint um 7 Uhr ein regionales Lawinenbulletin für Nord- und Mittelbünden. Schliesslich stehen für Rückmeldungen, wie z.B. Beobachtungen im Gelände, Unfallmeldun-gen usw., gratis eine Fax- und eine Telefonnummer zur Verfügung. Mit diesen Neuerungen möchte das SLF der Lawinenwarnung neue Impulse verleihen und einen wesentlichen weiteren Beitrag zur Unfallprävention leisten.

Rheinbilder am Tumasee

( vgl. DIE ALPEN 9/97, S. 46 ) Auch ich war im vergangenen Sommer am Lai da Tuma und stiess auf diese Bildtafeln. Mein Eindruck war aber ganz anders. Diese abstrakten Bilder mit ihren kräftigen Farben können einem Liebhaber abstrakter Kunst gefallen. Aber in der ursprünglichen Umgebung dieses Sees sind sie nicht, wie im erwähnten Beitrag festgehalten, « in die Landschaft eingebettet, kontrastierend, aber diskret ». Sie wirkten auf mich nicht als « plakative Farblichkeit », sondern ganz einfach als unpassend und störend.

Nächsten Sommer werde ich den Lai da Tuma wieder besuchen und hoffe, ihn so anzutreffen, wie ihn die Natur geschaffen hat.

Karl Huwyler, Zug .'Vgl .DIE ALPEN 8/97, S. 24 Ausgangslage Das SLF informiert die Öffentlichkeit seit mehr als 50 Jahren mit dem Lawinenbulletin über die Schneeverhältnisse und die Lawinengefahr in den Schweizer Alpen. Es richtet sich an jene, die im winterlichen Gebirge in ihrer Freizeit oder beruflich einer möglichen Lawinengefahr ausgesetzt sind. Die verschiedenen Benutzergruppen wie Ski- und Snowboardfahrer, Skitourenfahrer, Bergführer, Skilehrer und Skitourenleiter, Verantwortliche von Sicherungsdiensten und Lawinenkommissionen stellen an einen Warn- und Informationsdienst, wie ihn das SLF mit dem Lawinenbulletin betreibt, verschiedene Ansprüche. Dabei ist der Kenntnis- und Ausbildungsstand der einzelnen Benutzer sehr unterschiedlich.

Das SLF beabsichtigt, einerseits die verschiedenen Benutzergruppen mit unterschiedlichen Produkten gezielter zu bedienen und anderseits dem langjährigen Wunsch aus der Praxis nach aktuellerer Information zur Schnee-und Lawinensituation nachzukommen. Mit den nachstehend beschriebenen Neuerungen realisiert das SLF einen wichtigen Schritt in diese Richtung.

c a 17 Das SLF informiert die Öffentlichkeit seit über 50 Jahren mit dem Lawinenbulletin über die Schneeverhältnisse und die Lawinengefahr in den Schweizer Alpen; es spricht damit verschiedene Benutzergruppen, u.a. die Skitourenfahrer, an.

Für Skitourenfahrer, Bergsteiger und -wanderer 18 Nationales Lawinenbulletin am Abend Bis anhin war das Lawinenbulletin eine ca.dreimal wöchentlich erscheinende Zustandsbeschreibung der Schnee- und Lawinensituation ( Ausga-bezeitpunkt um 9 Uhr ). Die Lawinenbulletins erreichten jene, die im Gelände waren, normalerweise nicht mehr. Skitourenfahrer hatten abends für die Tourenplanung des nächsten Tages nur das Lawinenbulletin vom Morgen zur Verfügung.

Regionales Lawinenbulletin am Morgen Nach einem positiv verlaufenen Test im vergangenen Winter führt das SLF in Nord- und Mittelbünden im kommenden Winter ein regionales Lawinenbulletin ein, das morgens um 7 Uhr erscheint. Es basiert auf einer morgendlichen Gefahreneinschätzung durch den Lawinenwarndienst aufgrund der Daten automatischer Messstationen. Es soll durch das Aushängen bei Bergbahnen, Kurvereinen, Skischu- Das erneuerte Lawinenbulletin steht den Skitourenfahrern für die Planung einer Skitour am nächsten Tag zur Verfügung ( im Bild Schneebrett-Anriss unter dem Blinnenhorn ).

len usw. ein breites Publikum erreichen und ansprechen. Auf einen kurzen Text, der das Wesentliche einer Lawinensituation oder Hinweise auf das Verhalten im Gelände enthält, folgt eine Karte, in der die regionale Zuordnung der Gefahrenstufen, Höhenlagen und Expositionen in grafischer Form dargestellt ist. Im Abschnitt Tendenz weisen Piktogramme und ein kurzer Text auf die Entwicklung der Lawinengefahr und des Wetters hin. Am Schluss zeigt eine Tabelle Messwerte ausgewählter automatischer Messstationen. Auf einem Beiblatt werden die Gefahrenstufen in Kurzform erläutert.

verbessern. Dabei steht die Einführung der regionalen Lawinenbulletins im Zentrum. Das nationale Lawinenbulletin, das neu eine Vorhersage für den kommenden Tag beinhaltet, deckt den ganzen schweizerischen Alpenraum in genereller Form ab. Die regionalen Lawinenbulletins, die am Morgen früh erscheinen, enthalten aktuelle Informationen zur Schnee-, Wetter- und Lawinensituation für die einzelnen Regionen. Die beiden Produkte sollen sich in optimaler Weise ergänzen. Für Gratis-Nummern für Rückmeldungen Die Lawinenwarnung möchte den Bezug zur Praxis weiter vertiefen. Ein Weg dazu führt über Rückmeldungen, die von Personen im Gelände ans SLF übermittelt werden. Diese Rückmeldungen fliessen in die tägliche Arbeit ein und können einen Beitrag dazu leisten, die Lawinenwarnung zu verbessern. Für Rückmeldungen hat das SLF zwei Gratis-Nummern eingerichtet. Die Fragebogen AD ( vgl. DIE ALPEN 11/ 1996, S.291 ), die zur Rückmeldung von Beobachtungen im Gelände, einer persönlichen Gefahreneinschätzung, Lawinenbeobachtungen ohne oder mit Sach- und/oder Personenschäden dienen, können über die Gratis-Faxnum-mer 0800800 188 ans SLF übermittelt werden. Für telefonische Rückmeldungen auf ein Sprechband steht ebenfalls eine Gratis-Telefonnummer zur Verfügung: 0800800 187. Die Fragebogenaktion im Winter 1996/97 ist sehr erfreulich verlaufen.

Merkblatt zu den Neuerungen Zu den erwähnten Neuerungen im Bereich Lawinenwarnung ist beim Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenfor-schung1 das nebenstehend abgedruckte Merkblatt auf deutsch oder französisch erhältlich. Darauf sind die Faxnummern angegeben, unter denen das nationale und das regionale Bulletin sowie die Zusatzprodukte bezogen werden können. Weiter führt es die Gratis-Nummern und die Internet-Adresse des SLF auf.

Ausblick Das SLF wird in den nächsten Jahren die Lawinenwarnung kontinuierlich Eidgenössisches Institut für Schnee- und lawinenforschung Institut Fédéral pour l' Etude de la Neige et des Avalanches .Istituto federale per io Studio della Neve e delle Valanghe Institut Federai per la Perscrutaziun da la Naiv e da las Lavinas 9 1 Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung ( SLF ) Davos, Flüelastr. 11, 7260 Davos Dorf, Tel.081/417 01 11, Fax 081/417 01 10 lokale Sicherheitsverantwortliche ( Pisten- und Rettungschefs, Gemeinde-lawinendienste usw. ) sollen zusätzliche Produkte in Form von Messdaten und Prognosemodellen zur Verfügung gestellt werden. Damit will das SLF mit zeitgerechten Produkten die verschiedenen Benutzerkreise optimal informieren, um Unfällen vorzubeugen. Thomas Stucki, SLF ( Lawinenwarnung und PräventionSLF ENA SNV PNl

Merkblatt zu den Neuerungen in der Lawinenwarnung

Auf den Winter 1997/98 führt das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung Davos im Bereich Lawinenwarnung verschiedene Neuerungen ein:

Das Nationale Lawinenbulletin deutsch wird neu täglich um 17.00 Uhr herausgegeben ( bei Bedarf zusätzlich um ca. 1O.00 Uhr ). Die französische und italienische Übersetzung wird bis 19.00 Uhr erscheinen.

- Telefon187 ( Nationales LawinenbulletinTeletextSeite 197 Telefaxabonnement zu bestellen beim SLF, Adresse unten - Telefax ( Polling ) 157 33 871 ( Nationales Lawinenbulletin deutsch, Fr. 1.49 pro MinuteTelefax ( Polling ) 15733 872 ( Nationales Lawinenbulletin französisch, Fr. 1.49 pro MinuteTelefax ( Polling ) 157 33 873 ( Nationales Lawinenbulletin italienisch, Fr. 1.49 pro MinuteTelefax ( Polling ) 157 33 874 ( Gefahrenkarte, Fr. 1.49 pro Minute ) Die Zusatzprodukte wie Neuschneekarte, Schneehöhenkarte und Schneedeckenzustandskarte erscheinen wie bis anhin morgens um 1O.00 Uhr.

- Telefax ( Polling ) 157 33 875 ( Schneehöhenkarte bei wesentlicher Änderung, Fr. 1.49 pro MinuteTelefax ( Polling ) 157 33 877 ( Neuschneekarte täglich, Fr. 1.49 pro MinuteTelefax ( Polling ) 157 33 878 ( Schneedeckenzustandskarte zwei mal pro Monat, Fr. 1.49 pro MinuteEin Regionales Lawinenbulletin wird für Nord- und Mittelbünden täglich um ca. 07.00 Uhr mit Gültigkeit für 24 Stunden herausgegeben. In Zukunft werden Regionale Lawinenbulletins schrittweise auch in den übrigen Regionen der Schweizer Alpen eingeführt.

S - Telefax ( Polling ) 157 33 876 ( Fr. 1.49 pro MinuteTelefaxabonnement zu bestellen beim SLF, Adresse unten Gratis Faxnummer. Für Rückmeldungen zur Schnee- und Lawinensituation, zum Lawinenbulletin oder zu Lawinenunfällen stehen die Fragebogen A bis D zur Verfügung ( zu bestellen beim SLF, Adresse unten ). Neu können diese Fragebogen über eine Gratis-Faxnummer ans SLF übermittelt werden: 0800 800188. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Fragebogen über Internet abzurufen.

Gratis Telefonnummer. Rückmeldungen zur Schnee- und Lawinensituation, zum Lawinenbulletin oder zu Lawinenunfällen können neu auch über eine Gratis-Telefonnummer auf ein Band gesprochen werden: 0800 800 187. Wir bitten Sie, die Meldungen gemäss Fragebogen A - D zu strukturieren.

Internet. Die aktuellsten Informationen und noch viel mehr erfahren Sie über unsere Homepage auf dem Internet: http://www.slf.ch/slf.html- Herzlich willkommen!

Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung ( SLF ) Davos, Flüelastr. 11, 7260 Davos-Dorf Telefon: 081 / 417 01 11 - Fax: 081 / 417 01 10 - Internet: http://www.slf.ch/slf.htrnl - E-Mail: lwp(at)slf.ch 01 a

Sicherheit, Medizin, tettungswesen

Sicurezza, medicina, soccorso in montagna

ïécurité, médecine, sauvetage

rem bekannt. Dies führt zu Lecks in den kleinsten Lungengefässen, durch die Flüssigkeit aus den Blutgefässen in die Lungenbläschen übertreten kann. Ein Teil davon wird normalerweise über verschiedene Mechanismen durch die Zellwände zurückge-pumpt. Neue Forschungsergebnisse weisen nun darauf hin, dass der Sauerstoffmangel in der Höhe auch diese Pumpen lahmlegt und somit die Wasseransammlung in den Lungen begünstigt ( Gibbs, Eldridge, Bartsch ).

Akute Bergkrankheit und Höhenhirnödem Ob es sich bei diesen beiden Erkrankungen nur um verschiedene Schweregrade desselben Krankheits-bildes handelt oder ob unterschiedliche Ursachen beteiligt sind, ist immer noch unklar. Wahrscheinlich spielt die Fähigkeit, auf Sauerstoffmangel mit einer angepassten Hyperventilation ( Steigerung der Atemtätigkeit ) zu reagieren, eine wichtige Rolle. Zudem beeinträchtigt Sauerstoffmangel in grossen Höhen die Nierenfunktion. Bei Berggängern, die an Symptomen der akuten Bergkrankheit ( Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel ) leiden, ist die Urinproduktion eingeschränkt ( Milledge, Richalet, Hornbein ).

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