Bonatti Walter: Berge meines Lebens. AS Verlag, Reihe Bergabenteuer, Zürich 2000; Übersetzung Christine Kopp; ISBN 3-905111-53-5. Fr. 49.80

Kurz nach seinem 70. Geburtstag ist beim AS Verlag Zürich die Übersetzung des jüngsten Buches von Walter Bonatti erschienen. Berge meines Lebens ist ein Werk über Abenteuer im Sinn eines Aufbruchs ins Ungewisse, ein hervorragendes Dokument des Alpinismus in seiner extremsten Form, ein starkes Plädoyer für ethische Werte als Grundlage eines erfüllten Lebens. Gleichzeitig ist es das Resumé eines Mannes, dessen Leben geprägt wurde von Triumphen und Schmähungen, von der Suche nach Schönheit, Herausforderung und dem Drang nach Wissen. Berge meines Lebens ist aber auch ein Buch, bei dem das Bergsteigen fast nur in seiner extremsten und deshalb oft düsteren Ausprägung dargestellt wird.

Bonattis Abenteuer in den Bergen der Welt setzten damals neue Massstäbe; einige waren von Tragödien überschattet und brachten ihn ins Kreuzfeuer der Kritik. Bonatti verzichtet bei seinem Nachdenken-auch über seine Reiseerlebnisse in Patagonien - bewusst auf die Schilderung jener Situationen, in denen er sich in aller Ruhe der Landschaftsbetrachtung widmen konnte. An einigen Stellen wird aber deutlich, dass er auch in diesem schwierigen Bereich die Fähigkeit hat, auf brillante Weise zu vermitteln, was neben Herausforderung und Bewährung die Faszination wilder Naturräume ausmacht.

Auch wer schon seine in Deutsch erschienenen Werke Grosse Tage am Berg und Berge, meine Berge im Bücherschrank hat, sollte sich die Lektüre dieses neuen von Christine Kopp hervorragend übersetzten Buchs trotzdem nicht entgehen lassen.

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