Canyoning und Bergführer

IVBV will Canyoning-Ausweis einführen Die Outdoor-Sportart Canyoning erlebt in der Schweiz einen grossen Aufschwung: Immer mehr Menschen wollen dem Lauf des Wassers folgen und die faszinierende Welt der Schluchten erleben. Canyoning ist aber nicht ungefährlich: Das Element Wasser birgt Gefahrenquellen, die man genau kennen muss, um nicht sein Leben zu gefährden. Wer sich geführten Touren anschliessen will, sollte sich deshalb nach der Ausbildung der kommerziellen Anbieter erkundigen: Der Schweiz.. " " .B.ergführerverband ist zurzeit der einzige Berufsverband in der Schweiz, der seinen Mitgliedern eine spezifische Canyo-ning-Zusatzausbildung anbietet.

Canyoning - kein neuer Sport Canyoning ist keine Neuerfindung: Bereits Anfang des Jahrhunderts begannen französische Alpinisten und Höhlenforscher mit der Erkundung von Schluchten. Im Lauf der Jahrzehnte wurde Canyoning in Frankreich und in Spanien zunehmend populär. Anfang der 70er Jahre wurden dann in Frankreich erstmals kommerziell geführte Schluchten-Abstiege angeboten. Heute ist Canyoning in Frankreich und Spanien beinahe so beliebt wie bei uns das Bergwandern: Hunderttausende von Menschen begehen jedes Jahr zahllose entdeckte und eingerichtete Schluchten.

In den letzten zehn Jahren hat Canyoning auch im deutschsprachigen Raum und insbesondere in der Schweiz einen Aufschwung erlebt: Immer mehr Leute wollen die Faszination der Schluchten-Begehungen erleben, über Wasserfallstufen abseilen, mit beherzten Sprüngen in eine Gumpe tauchen, sich im Wasser treiben lassen - Canyoning erfordert Mut und Selbstüberwindung; belohnt wird man mit dem Erleben einer urtümlichen, geheimnisvollen Natur.

Wasser birgt spezifische Gefahrenquellen Mit der zunehmenden Beliebtheit des Sports werden auch Unfälle häufiger: Auch beim Canyoning gibt es, wie beim Alpinismus, spezifische Gefahrenquellen. An erster Stelle muss das fliessende Wasser genannt werden, dessen gewaltige, an Schlüsselstellen wie Wasserfällen potenzierte Kraft vielfältige Risiken birgt. Unkenntnis, Übermut oder Leichtsinn sind häufig Ursachen für vermeidbare Unfälle beim « Schluchtein ».

Gerade deshalb sollte sich der Unerfahrene unbedingt einer geführten Tour anvertrauen. Dabei ist es empfehlenswert, dass er sich zuvor nach der Ausbildung der kommerziellen Anbieter erkundigt: Auf dem noch jungen Markt drängen sich sehr viele Unternehmen, von denen nicht Immer mehr Menschen wollen dem Lauf des Wassers folgen und die faszinierende Welt der Schluchten erleben ( Canyoning in der Massaschlucht ).

alle eine ausreichende, spezifisch auf die Führung von Canyoning-Touren ausgerichtete Ausbildung vorweisen können: Der Schweiz.. " " .B.ergführerver-band ist zurzeit der einzige Berufsverband in der Schweiz, der seinen Mitgliedern eine Zusatzausbildung für Canyoning anbietet.

Canyoning-Ausbildung für Schweizer Bergführer In der Schweiz wurden 1995 erstmals freiwillige Canyoning-Weiterbil-dungskurse für Bergführer durchgeführt. Inzwischen haben 130 Schweizer Bergführer den einwöchigen, ausschliesslich auf Canyoning ausgerichteten Lehrgang besucht. Der Kurs beinhaltet praktische und theoretische Wildwasserausbildung; dazu gehören seiltechnische Manöver, improvisierte Rettung und angewandte Führungstechnik im Wildwasser.

Bei dieser Ausbildung, die auf französisches Vorbild zurückgeht, wird grosser Wert auf die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern der IVBV ( Internationale Vereinigung der Bergführerverbände ) gelegt, damit die Ausbildung immer auf dem neuesten Stand ist. So können etwa IVBV-Bergführer an einem von einem andern Land durchgeführten Kurs teilnehmen oder der technische Leiter der französischen Ausbildung wird für Schweizer Kurse engagiert. Die IVBV hat weiter eine Canyo-ning-Kommission ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, in den IVBV-Ländern eine einheitliche Canyoning-Ausbil-dung zu gewährleisten. Weiter soll ein Canyoning-Ausweis eingeführt werden, der - wie der internationale Bergführerausweis - dem Kunden die Gewähr gibt, dass ihm der Bergführer dank seiner Ausbildung die grösstmögliche Sicherheit bietet.

Die Bergführer sind von ihrer Ausbildung her prädestiniert, Canyoning-Touren zu führen: Während elf über drei Jahre verteilten Wochen geniessen sie eine fundierte Ausbildung in Führungs-, Seil- und Rettungstechnik -Wissen, dass gerade in den Schluchten unbedingt beherrscht werden muss. Im Canyoning-Lehrgang erwirbt sich der Bergführer dann die spezifischen Kenntnisse, um sein Können auch in wassergefüllten Schluchten richtig umzusetzen. Gerade hier können nämlich kleine Fehler katastrophale Auswirkungen haben. Dies wurde inzwischen von verschiedenen Schweizer Kantonen erkannt: Es sind Bestrebungen da, gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die die Sicherheit und das Wohlergehen der Gäste im 1 Schweizerischer Bergführerverband, Geschäftsstelle, Kanzleistr. 127, 8004 Zürich, Tel.01/291 49 33, Fax 291 49 78. Bei der Geschäftsstelle ist auch das aktuelle Mitgliederverzeichnis der Schweizer Bergführer erhältlich; es umfasst die Adressen der Bergführer, Tarifangaben sowie Adressen von Vermittlungsstellen und Bergführerbüros.

Tourismusland Schweiz auch beim Ausüben relativ heikler sportlicher Tätigkeiten erhöhen. Demnach sollen nur noch fachlich bestens ausgewiesene Berufsleute mit einer Canyo-ning-Zusatzausbildung kommerziell Schluchten führen dürfen. In Frankreich ist dies schon länger Realität: Wer hier Canyoning-Touren führen will, muss Bergführer, Kletterlehrer oder Höhlenforscher sein ( alles aufwendige Berufsausbildungen mit staatlicher Prüfung ) und einen Spe-ziallehrgang Canyoning mit Prüfung absolvieren.

Worauf sollte ein Kunde achten?

Auf die folgenden Punkte sollte ein Kunde achten, bevor er sich zu einer Canyoning-Tour bei einem kommerziellen Anbieter anmeldet: Welche Ausbildung können die Anbieter vorweisen? Ist die im Preis inbegrif-fene Ausrüstung ausreichend und zweckmässig? Wie gross sind die geführten Gruppen? Je kleiner die Gruppe, desto sorgfältiger kann der Einzelne betreut werden ( dies wirkt sich natürlich auch in einem höheren Preis aus ). Verschiedene Schweizer Bergführer und Schweizer Bergsteigerschulen bieten seriöse, attraktive Führungen an, bei denen die einmalige Landschaft in der Schlucht und die sportliche Herausforderung des Canyoning bedenkenlos genossen werden können. Weitere Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle1 des Schweiz.. " " .B.ergführerverbandes.

Gem. Mtlg. SBV

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