DAV auf dem Weg der Kontinuität. Eindrücke von der Hauptversammlung 2000 in München

Eine Feierstunde aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums zur Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg und eine ausdrückliche Aussprache des Vertrauens gegenüber der Leitung und der Bun-desgeschäftsstelle waren Schwerpunkte der diesjährigen Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins DAV.

Im Vorfeld zu seiner Hauptversammlung war über unseren Nachbarverein DAV viel zu lesen gewesen; von Sinn-krise und Richtungsstreit war die Rede. Doch der Ablauf der Hauptversammlung liess erkennen, dass der überwiegende Teil der Delegierten die Arbeit der Vereinsleitung und der Geschäftsstelle vorbehaltlos anerkennt und den Willen hat, wieder Ruhe in den Verein einkehren zu lassen.

Der neue zweite Vorsitzende, Klaus Strittmatter - häufig in den Schweizer Bergen anzutreffen und dem SAC seit vielen Jahren verbunden - verwies darauf, dass die gemeinsam beschlossenen Werte des DAV von allen verantwortet werden sollten. Der erste Bericht zum Projekt «DAV plus 2000», mit dem der DAV seine Ziele und Mittel neu definieren und allenfalls seine Strukturen anpassen will, bestätigt die grundsätzliche Zufriedenheit des überwiegenden Teils der Mitglieder mit der jetzigen Ausrichtung des DAV.

In der vorangehenden Feierstunde, musikalisch umrahmt vom Trentiner Bergsteigerchor, hielt Pater Anselm Bilgri, der Prior des Klosters Andechs, eine Betrachtung zum Spannungsfeld von festem Standpunkt und Wandel. Er ermunterte die Anwesenden, sich durch lebenslanges Lernen auf einen schnellen Wandel einzustellen, ohne traditionelle Werte wie Demut, Aufeinanderhören und Nächstenliebe über Bord zu werfen. Der erste Vorsitzende des DAV, Josef Kienner, entschuldigte sich für das Verhalten des DAV im Dritten Reich. In seiner Rede erinnerte er daran, dass es Aufgabe des DAV sei, sich vor dem Hintergrund seiner Tradition den Veränderungen im Zusammenhang mit seiner Kernaufgabe - dem Bergsteigen - zu stellen und ein Haus zu bauen, in dem Tradition und Moderne gemeinsam Platz haben.

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