Der Blinde Passagier . Eine schier unglaubliche Murmeltier-Story

Eine schier unglaubliche Murmeltier-Story

Der blinde Passagier

Während einer unserer Touren stand unser Auto vier Tage lang auf einem Parkplatz etwas südlich von Arolla. Ahnungslos gings dann am frühen Sonntagnachmittag heimwärts Richtung Baselbiet. Die Überraschung kam ja erst später.

Am folgenden Donnerstag wollten wir eine Wanderung in der Region Kandersteg unternehmen. Beim Verstauen der Rucksäcke, das Auto stand in der Garage, entdeckte ich ein paar Erdkrümel unbekannter Herkunft. In diesem Moment nahm meine Frau, die vorne beim Wagen stand, ein Krabbeln unter der Motorhaube wahr. Ich riss die Motorhaube auf, ein erster Blick – nichts. Doch dann entdeckten wir etwas Pelziges unter der Batterie. Ein Marder? Nein, eine Katze? Nein – ein schriller Pfiff liess uns zusammenzucken, kaum zu glauben, tatsächlich ein Murmeltier!

Da hatte dieses Tier Unterschlupf im Motorraum gesucht, als blinder Passagier fast 300 km von Arolla nach Aesch und in den folgenden Tagen noch kürzere Strecken zurückgelegt.. " " .Was tun? Guter Rat war teuer, denn das Einfangen gaben wir schnell auf. Beim Basler Zolli stiessen wir mit unserem Problem auf Verständnis, und ich fuhr äusserst vorsichtig dorthin. Das Zollipersonal, das nicht schlecht über unsern blinden Passagier staunte, konnte dann das Murmeltier in einen Kleintierkäfig befördern.

Damit war die Odyssee aber noch nicht beendet, denn das « Murmeli » konnte nicht in Basel bleiben. Schliesslich kam einem Tierpfleger der Tierpark « Riegelsee » bei Kandergrund in den Sinn. Dort würden sich ausserhalb des Geheges halbzahme Tiere aufhalten. Glücklicherweise trafen wir dort wiederum auf einen kooperativen Mitarbeiter, der « unser » weit gereistes und jetzt wieder äusserst lebhaftes Murmeltier an einer günstigen Stelle in die Freiheit entliess, begleitet von unsern besten Wünschen in seiner neuen Umgebung. a

Hanspeter Buser, Aesch ( BL )

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