Der SAC muss beim Thema Sicherheit ein Vorbild sein

Zum Artikel Der andere Weg aufs Balmhorn, «Die Alpen» 10/2020

Ich bin überrascht, dass das Seil in diesem Artikel eher wie ein fotografisches Requisit aussieht. Die Person auf Seite 6 macht nicht den Eindruck, gesichert zu sein, oder sie sichert sich im Vorstieg auf eine fragwürdige Weise: keine Seilreserve, keine Ausrüstung am Klettergurt, ein Seil baumelt vom Rucksack. Beim Abstieg über den Grat auf Seite 13 sind die Personen nicht angeseilt, und das Seil ist unsachgemäss am Rucksack befestigt, und dabei befinden sie sich auf einem Gletscher. Für den Bergsport wäre es von Vorteil, wenn der SAC solche Fehler vor der Veröffentlichung erkennt, um zu verhindern, dass Fotos von nicht oder schlecht gesicherten Personen erscheinen.

Ich denke, es wäre auch gut, auf die Bedeutung einer Ausbildung hinzuweisen. Angesichts der Gesundheitskrise, die die Menschen dieses Jahr daran gehindert hat, ins Ausland zu verreisen, haben sich viele ohne jeglichen Erfahrungswert in den Bergen mit Ausrüstung eingedeckt. Ich konnte das als Bergführer diesen Sommer selbst beobachten. Oft neigen die Leute dazu, sich selbst zu überschätzen und vergessen dabei, dass auch Profis sich laufend weiterbilden müssen, um ihre Sportart weiter ausüben zu können.

Stellungnahme des SAC

Wir legen grossen Wert auf die technische Korrektheit der Fotos, die in «Die Alpen» veröffentlicht werden, und wir werden uns auch weiterhin darum bemühen. Die Bilder werden immer von mindestens einem Bergführer überprüft, aber manchmal entgehen uns Details. Die Situation auf Seite 6 bleibt für mich ein Rätsel. Auf Seite 13 hätten sich die Bergsteiger anseilen können. Bergführer hätten dies ohne Zweifel getan.

Bruno Hasler, Bereichsleiter Ausbildung und Sicherheit

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