Der sportliche Teil beginnt vor der Abfahrt Vorbereitung auf die Wintersaison ist wichtig

Rund ein Drittel der Schneesportler ist ungenügend auf die Wintersaison vorbereitet. Dies ergibt eine Untersuchung der Suva. Dabei ist genügendes Training eine der wichtigsten Massnahmen gegen Unfälle mit Ski und Snowboard.

Manchmal ist die Saison schneller zu Ende, als man denkt: Ein bisschen zu viel Geschwindigkeit, ein bisschen zu wenig Kraft, man war kurz etwas abgelenkt – und schon splittert ein Knie, reisst ein Band, bricht ein Bein.

65 000 Schweizer Wintersportler verunfallen jeden Winter, die Hälfte davon ist über ihren Arbeitgeber versichert und verursacht Kosten in der Höhe von 274 Millionen Franken. Kein Wunder, hat man das Thema bei der schweizerischen Unfallversicherung Suva seit Längerem auf dem Radar.

Die Unfälle haben auch mit dem Risikoverhalten der Schneesportler zu tun. Und dieses hat die Suva nun in einer gross angelegten Untersuchung unter die Lupe genommen. Grundlage bildet der Schneesportcheck («Die Alpen» 11/2017), bei dem man online in rund zehn Minuten sein Risikoverhalten analysieren lassen kann und daraufhin entsprechende Tipps bekommt. Dabei zeigte sich, dass unter den Nutzern des Schneesportchecks besonders im ­Bereich der Fitness Handlungsbedarf besteht: Bei rund 18% der Befragten ermittelte der Test hier ein erhöhtes Risiko (Grafik 1).

Behutsam anfangen

Die körperliche Vorbereitung auf die Saison sei nicht zu unterschätzen, sagt Samuli Aegerter von der Suva. Es reiche nicht, kurz vorher ein paar Übungen zu machen. «Man sollte schon zwei bis drei Monate vor der Skisaison an­fangen, regelmässig Sport zu treiben», sagt Aegerter. Ein entsprechendes Trainingsprogramm präsentiert die Suva online. Dazu gehören unter anderem Übungen für die Oberschenkelmuskulatur, die Rumpf- und die Schulter­muskeln sowie für das Gleichgewicht.

Ebenfalls wichtig sei die Vorbereitung am Skitag selbst, so Aegerter. «Das betrifft neben dem Aufwärmen auch die mentale Vorbereitung», sagt er. Wenn man kurz vor der Abfahrt noch Kurzmitteilungen schreibe, sei die Konzentration auf das Fahren unter Umständen eingeschränkt. Auch solle man die erste Fahrt stets behutsam angehen, um erst einmal die Schneeverhältnisse kennenzulernen. Gerade an Stellen, wo technisch beschneit werde, könne sich die Beschaffenheit der Piste ändern.

Bei der Regelbeachtung zeigen die Nutzer des Schneesportchecks auf den Pisten, beim Freeriden und im Snowpark ein vorbildliches Verhalten. Mit einer Ausnahme: «Von den Free­ridern ist ein Drittel ohne ausreichende Lawinenausrüstung unterwegs», sagt Aegerter. Hier gebe es Bedarf an gezielten Präventionsmassnahmen.

Onlinecheck zeigt Wirkung

Generell ist bei den jüngeren Teilnehmern der Studie ein grösseres Risiko auszumachen. Aegerter sieht die Erklärung dafür im Gruppendruck und im Nervenkitzel: «Nein sagen muss man erst lernen», gibt er zu bedenken. Für viele Jugendliche sei die Anerkennung in der Gruppe im Zweifelsfall wichtiger als das ungute Gefühl, das sich bei heiklen Situationen breitmache. Wenig ins Gewicht fällt daneben das Geschlecht. Zwar hätten Männer generell ein etwas höheres Risiko, mit 2 bis 3% seien die Unterschiede aber gering.

5200 der 34 000 Teilnehmer wurden nach dem Test zu einer Nachbefragung gebeten. 1500 antworteten. Dabei zeigte sich, dass 45% den Schneesport­check zum Anlass genommen hatten, ihr Verhalten zu ändern (Grafik 2). «Ein sehr gutes Resultat», kommentiert Aegerter. Dies auch, wenn man in Betracht ziehe, dass eher Personen an der Nachbefragung teilgenommen hätten, die ohnehin schon Wert auf Sicherheit und Gesundheit beim Sport legten.

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