Die "Bergfahrt" unter neuer Leitung

«Mich interessiert in den Bergen nicht das Unglück, sondern das Glück», sagte Franz Hohler in seiner Videobotschaft an der letzten von Emil Zopfi organisierten Bergfahrt Anfang Mai in Amden. Auch wenn der Schriftsteller am Bergliteraturanlass nicht teilnehmen konnte, deutete eine Lesung aus seinem neuen Buch Immer höher darauf hin, dass seine Berggeschichten weniger von dramatischen Erlebnissen geprägt sind, sondern vielmehr von feinsinnigen Beobachtungen. Ein dramatisches Leben bisher geführt, aber kein Drama daraus gemacht hat Nicolle Niquille. Im Gespräch mit der Bergpublizistin Caroline Fink zeigte sich, dass die erste Bergführerin der Schweiz immer noch voller Energie ist, auch wenn sie sich seit längerer Zeit aufgrund eines Unfalls nur noch im Rollstuhl fortbewegen kann. Die letzte klassische «Bergfahrt», deren Rahmen eine Bilderausstellung und Musik bildeten, umfasste auch eine Hommage an Ernst Reiss und Fritz Luchsinger sowie einen Vortrag des Tessiner Journalisten Mario Casella über eine Reportage «Mit den Tourenski quer durch den Kaukasus». Zudem gab es Lesungen junger Autoren zum Thema «Immer höher» und die Premiere des Bühnenstücks Der Weg zum Himmelsgebirge.

Festival statt Literaturtag

Hart gearbeitet und auch literarisches Bergglück erlebt hat Emil Zopfi. Er erhielt den verdienten Applaus für seine «Bergfahrten» und konnte auch seine Nachfolger präsentieren. Es sind dies Weggefährten der «Bergfahrt»: Maya Albrecht, Caroline Fink, Lieni Roffler und Gian Rupf. Letzterer kündigte gleich auch an, dass aus dem Tag der Bergliteratur ein Wochenende zur Berg­kultur mit dem Namen «Bergfahrt-Festival» werde.

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