«Eine Hommage an die Geister und den Himmel»

Alag Batshukh, Vizepräsident des mongolischen Bergsteigerverbandes, über den Bergsport in der Mongolei

Welchen Stellenwert hat Bergsteigen in Ihrem Land?

Die historische Nomadenkultur in der Mongolei ist stark mit der Natur und den Bergen verbunden. Daher hat das Bergsteigen einen hohen Stellenwert und wird mit Mut, Ausdauer und mentaler Stärke assoziiert. Fast auf jedem Gipfel stehen Steinkonstruktionen in Form von Pyramiden, sogenannte «Owoo». Diese sind eine Hommage an die Geister und den Himmel.

Was ist besonders beliebt bei Ihren Mitgliedern?

Die Mongolei hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Das hat sich auch auf das Freizeitverhalten ausgewirkt. Immer mehr Mitglieder wandern, klettern und fahren auch Ski.

Wo sind die besten Plätze?

Der Westen der Mongolei ist besonders gut geeignet für Wanderungen und Hochgebirgstouren. Dort liegt auch der höchste Gipfel der Mongolei, der Altai Tavan Bogd mit 4374 Metern. Im Osten laden historische Stätten und endlose Steppenlandschaften zum Wandern ein. Und im Süden ist die Wüste Gobi mit ihren endlosen goldenen Sandhügeln.

Was essen Sie typischerweise zum Picknick?

Mongolen sind Fleischesser! Hoch im Kurs stehen getrocknetes Rind- oder Hammelfleisch.

Wo haben Sie als Verband die grössten Schwierigkeiten?

Bei uns stehen verschiedene Herausforderungen an. Zum einen fehlen Indoorhallen zum Trainieren. Dann hat es wenig gut ausgebildete Trainer, und schliesslich fehlt es an Geld. Dennoch organisieren wir jedes Jahr sieben Events und unterstützen nationale Kletterer, damit sie an internationalen Wettkämpfen teilnehmen können.

Bergsport weltweit

In einer Miniserie haben wir sechs Alpenvereine aus der ganzen Welt vorgestellt.

1/2015: Südafrika

2/2015: Neuseeland

3/2015: Brasilien

4/2015: Aserbaidschan

5/2015: Niederlande

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