Eine Pilgerfahrt zum Berge Sinai um 300 n. Chr

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parte terminale dove predomina la roccia che sarà ricoperta da ghiaccio e vetrato. La possibilità di assicurazione mediante chiodi da ghiaccio sarà in relazione con lo spessore dello stesso. Molto probabilmente anche per la salita invernale occorre attendere il momento adatto, quasi certamente di breve durata. Confermando così la caratteristica del Cervino sul quale ogni scalata, per qualunque via, è più o meno condizionata dal concorso di due fattori: assetto favorevole della montagna e bel tempo.

Eine Pilgerfahrt zum Berge Sinai um 300 n. Chr.

VON HERMANN KRONACHER, MÜNCHEN

Bekannter als alle Berge der Alpen, bekannter als alle Gipfel Asiens und der neuen Welt ist ein Berg, der sich dicht an der heute so heiss umstrittenen Nahtstelle des eurasischen und des afrikanischen Kontinents über eine öde Wüste erhebt: Der Berg Sinai!

Die Griechen haben ihren Olymp, die Nepalesen ihren « Thron der Götter ». Und der Berg Sinai nun ist der einzige Ort auf Erden, den der Gott der Christen selbst heilig genannt hat. Inmitten der Wüste, inmitten kahler Felsenberge ein Ort, der an Würde nicht seinesgleichen hat.

Doch wo einst der junge Moses die Schafe seines Schwiegervaters hütete, mahlen heute Panzer-ketten durch den Sand und um den Heiligen Berg, auf dem einst die Menschheit die Gebote empfing, die zu erfüllen noch heute ihre ungelöste Aufgabe ist, donnern heute die Flugzeugmotoren. Und jeden Morgen ist es für die Menschen am Suezkanal, für Juden und Ägypter, für Engländer, Franzosen und die Besatzungen der Ölfrachter das gleiche Bild: Die Sonne geht auf, und aus den Morgennebeln enthüllt sich in der Ferne der mächtige, als Pyramide steil aufragende Gebirgsstock des Sinai. Mit goldenen Rändern zeichnet die Sonne den jetzt schon von Schnee bedeckten Berg des Moses scharf in den östlichen Himmel hinein.

Die Halbinsel Sinai liegt zwischen Afrika und Arabien. Der Golf von Suez trennt sie vom afrikanischen Festland, der Golf von Akaba vom arabischen. Sie ist ein Dreieck, dessen Spitze nach Süden ins Rote Meer hineinweist. Und fast an dieser Spitze liegt der Berg Sinai. Der höchste seiner drei Gipfel ist der Djebel Catharina mit etwa 2600 Metern.

Frühzeitig schon wurde auch dieser Berg, der « Berg Gottes », wie er überall genannt wurde, das Ziel von Pilgerfahrten. Denn kaum war unter dem Kaiser Konstantin dem Grossen das Christentum anerkannte Religion im Staate geworden, als sich schon ein mächtiger Wandertrieb regte und eine gewaltige Sehnsucht nach dem Heiligen Land im ganzen christlichen Abendland wach wurde.

Unter diesen Pilgern befand sich auch - ein Novum für diese frühe Zeiteine Frau: Aetheria, eine spanische Nonne. Im vorletzten Jahrzehnt des vierten Jahrhunderts hat sie sich auf die weite Reise gemacht und dabei ganz Palästina bis hinunter nach Ägypten durchquert, stets auf der Suche nach heiligen Stätten der Christenheit. Die Nonne Aetheria muss eine recht energische, unternehmungslustige Dame gewesen sein. Bischöfe empfingen sie mit hohen Ehren und boten sich ihr sogar als Führer an. Gelegentlich wird sogar Militär zu ihrem Schütze beordert. Vor allem ist ihre Ausdauer zu bewundern, mit der sie sich den Strapazen einer derart anstrengenden Reise unterzieht. Man bedenke: Eine alleinstehende Frau, eine Nonne, die vor mehr als 1500 Jahren und mit zäher Wissbegierde bis an den Euphrat reist und schliesslich sogar einen für damalige Begriffe unendlich hohen Berg, den Sinai, besteigt!

Ihr Reisebericht ist noch erhalten. Mit grosser Anschaulichkeit beschreibt sie in einem langen Brief an ihre Klosterschwestern daheim im fernen Spanien den mühsamen Aufstieg auf eine der drei Spitzen des Sinai. Ihr offenes Auge für die Schönheiten der Natur auf dem Berge Sinai, im Lande Gosen und im fruchtbaren Ostjordanland zeugen von einem durchaus weltoffenen Sinn und einer Schätzung auch irdischer Genüsse und Gottesgaben.

Doch hören wir uns an, was sie selber über ihre Besteigung des Sinai schreibt:

« Indem wir unterdessen umherwanderten, kamen wir zu einer Stelle, wo die Berge, zwischen denen wir schon die ganze Zeit über gingen, sich öffneten und ein endloses, weites Tal bildeten, ganz eben und sehr schön. Und jenseits des Tales erschien der Heilige Berg Gottes Sinai. » Es ist das Tal, in dem die Kinder Israel auf Moses warteten, der auf den Berg gestiegen war, und in dem sie sich auch das Goldene Kalb machten. Die Nonne übernachtete in einem Kloster am Fusse des Berges, wo sie freundlich empfangen wurde. Und am andern Tag, einem Sonntag, bestieg sie mit ihren Begleitern den Sinai selbst:

« Diese Berge lassen sich nur mit unendlicher Mühe besteigen, weil man nicht allmählich im Kreise, im Schneckenwege, wie wir sagen, sondern ganz gerade wie auf einer Wand hinaufsteigt und weil man die einzelnen Berge auch direkt wieder hinabsteigen muss. So stieg ich denn auf Christi unseres Gottes Befehl, unterstützt von den Gebeten der Mönche, die mich begleiteten, nur mit grosser Mühe hinauf. Ich musste zu Fuss steigen, da es ganz und gar nicht möglich war, im Sattel eines Pferdes oder gar in einer Sänfte hinaufzugelangen. Doch empfand ich die Anstrengungen nicht, weil ich sah, wie sich mein unstillbares Verlangen endlich erfüllte. So kamen wir um die vierte Stunde - das ist zehn Uhr vormittags - auf die Spitze des Heiligen Gottesberges Sinai, wo das Gesetz gegeben wurde. » Dort wird dann auch ein Gebet verrichtet, sogar das Abendmahl gefeiert und Äpfel verzehrt, die damals noch am Fusse des Berges selbst wuchsen. Doch dann fährt sie weiter:

« Aber das will ich euch, verehrte Frauen und Schwestern, versichern, dass von jener Stelle, wo wir standen, jene Berge, die wir zuerst und mit grosser Mühe erstiegen hatten, so weit unter uns erschienen, als wären sie bloss Maulwurfshügel, während sie doch vordem so unermesslich gross erschienen, wie ich vorher nie grössere glaube gesehen zu haben. Von hier sahen wir Ägypten, Palästina, das Rote Meer und das östliche Mittelmeer bis nach Alexandrien hin und dann noch das endlose Gebiet der Sarazenen so unter uns liegend, dass man es kaum zu glauben vermag. Das alles ist wahrlich wunderbar genug. Und ich glaube, dass es nicht ohne Gottes Gnade so ist. » Sie beschreibt dann noch recht ausführlich den nicht weniger mühseligen Abstieg und den obligaten Besuch an den anderen heiligen Stätten dieser Gegend, um dann mit der Bemerkung zu schliessen, dass alles im einzelnen zu beschreiben ganz unmöglich sei, da sie gar nicht so vieles behalten konnte. Aber es ist für uns, eineinhalb Jahrtausende später Lebende, auch so immer noch genug, um uns eine Vorstellung von dem machen zu können, wie damals eine Nonne einen Berg bestiegen hat, wie sie ihn gesehen und erlebt in seiner wuchtigen, heiligen Grösse.

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