Enrico Abbate: Guida dell' Abruzzo
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Enrico Abbate: Guida dell' Abruzzo

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Dr. Jankovics Marczell: Uttalan Utakon. Pozsony 1903.

Den beiden italienischen und ungarischen Publikationen stehe ich leider wie der Ochs am Berge gegenüber, der einen, weil mir das Terrain, der andern, weil mir die Sprache fremd ist. Ich muß mich also mit Auszügen aus den Inhaltsverzeichnissen behelfen, ohne ein eigenes Urteil hinzufügen zu können. Der Abruzzenfükrer ist ein dickes Buch, für den Fußwanderer vielleicht nur zu umfangreich, aber es ist ein erschöpfendes Kompendium, das den Touristen weder in den Städten und Dörfern, noch auf den Bergen im Stiche läßt und dem Leser über Geographie, Geschichte, Nationalökonomie, Kunst- und Naturgeschichte ebensogut, wie über die Itinerarien des Gran Sasso und der andern Abruzzengipfel Auskunft gibt. Das Ganze erinnert mich an Lavizzaris Escursioni nel Cantone Ticino, auf deren Neubearbeitung durch die Sezione Ticino S.A.C. wir seit mehr als zehn Jahren warten. Hoffentlich weckt es diese aus ihrem trägen Schlafe, wenn ich aus der Vorrede Abbatis zitiere, daß es die Sezione Roma C.A.I. ist, welche diesen Führer herausgibt, unter den Auspizien des Königs von Italien, dem das Buch gewidmet ist und der sich das wohl gefallen lassen durfte, da wir es mit einer ernsthaften und wissenschaftlichen Publikation zu tun haben, die auch alles dem Touristen praktisch Notwendige in klarer Anordnung enthält. Eine Übersichtskarte und sechs sogenannte Itinerarien, d.h. revidierte Gebirgskarten des J. G. M. unterstützen den Gebrauch des Baches. Natürlich hat es ein summarisches und ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis, denn, wie mein Freund Coolidge sagt, ein alpines Buch, das keinen Index hat, hat nur die Hälfte Wert. Ich empfehle also diesen Reiseführer in den Abruzzen allen, die sich über diese Gegend aus irgend einem Grunde belehren wollen. Preis 12 Lire.

Aus Zeitungsausschnitten in deutscher Sprache, welche der ersten alpinen Publikation des bekannten ungarischen Lyrikers und Juristen von der Verlagshandlung beigegeben sind, ersehe ich, daß üttalan Utakon bedeutet .,auf pfadlosen Wegen " und daß „ das 74 Quartseiten umfassende, mit sieben prächtigen Illustrationen geschmückte Buch in ebensoviele Kapitel geteilt ist, welche folgende Titel führen: Alpinismus, Ampezzo, Tofana di Roces, Campanile di San Marco, Tre Cime di Lavaredo, Wanderungen in der Marmarolegruppe und Croda da lago ". Es wird ferner gesagt, daß diese Schilderungen von bedeutenden Hochtouren, darunter Erstbesteigungen sehr schwieriger Dolomitgipfel, in anziehender und von selbstgefälliger Prahlerei freier Sprache aus wahrer Liebe zu den Bergen geschrieben seien. Die beigefügten Übersetzungen, namentlich aus dem ersten Kapitel, machen allerdings diesen Eindruck. Schade daß ich kein Ungarisch verstehe. Aber wenn der Verfasser den Magyaren, denen es ja an lebendigem Naturgefühl nicht fehlt, den Enthusiasmus für das Gebirge beibringen wollte, so mußte er allerdings ungarisch schreiben. Aber der Zweck seines Schreibens ist uns durchaus sympathisch und auch das hat mich angeheimelt, daß das Buch in Kommission bei Karl Stampfel erschienen ist. Denn „ es gibt das Herz, das Blut sich zu erkennen ".

Ich benutze die Erinnerung, die mir dieses Zitat aus Schiller hervorruft, um zu konstatieren, daß ich mit meinem letztjährigen Zitate ( Jahrbuch XXXVIII, pag. 449 ) unserm Clubgenossen J. von Meck, dessen große Verdienste um die Förderung des Alpinismus ich hochachte, per- sönlich durchaus nicht zu nahe treten wollte und daß ich es bedauern würde, wenn meine Worte so ausgelegt worden wären.

Das Jahrbuch des Bussischen Alpenclub für 1903 wird, wie mir Herr von Meck schrieb, leider nicht rechtzeitig genug erscheinen, um hier noch angezeigt werden zu können.Redaktion.

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