Entscheid am letzten Boulder

Routenbau an einem Wettkampf hat nichts mit Hobby zu tun, es ist harte Arbeit. Für den Erfolg eines Wettkampfs sind die Routenbauer entscheidend, sagt Manuel Hassler aus Biel.

«Die Alpen»: Was macht den guten Schrauber aus?

Manuel Hassler: Zu einem guten Schrauber wirst du durch Erfahrung und Übung. Du musst kreativ und schnell, belastbar und teamfähig sein, darfst nicht allzu lange tüfteln und musst ein hohes Kletter­niveau aufweisen. Ich schraube keinen Boulder, den ich selber nicht geklettert bin.

Wie viele internationale oder nationale Routenbaueinsätze machst du im Jahr?

Dieses Jahr drei internationale (WC Millau und München, Jugend EM Grindelwald) und je nach Wettkampfkalender kommen noch drei bis vier nationale Events dazu.

Wie lange dauern diese jeweils, und kannst du davon leben?

Die Einsätze dauern je nach dem drei bis sieben Tage, wobei ich gut und gerne bis zu 20 Stunden im Einsatz bin. Davon leben kann man aber nicht. Ich stelle seit Längerem eigene Griffe her. Daneben bin ich als Routenbauer in einer Kletterhalle angestellt.

Wie wird man Routenbauer?

Die Ausbildung läuft über die Routenbauerkurse des SAC, es gibt auch Kurse des internationalen Verbands (IFSC).

Was ist der grosse Unterschied zwischen kommerziellem und wettkampfmässigem Routenbau?

Erstens unterscheidet sich das Zielpublikum stark. Fiese und komplexe Elemente wie Sprünge, wenige oder schlechte ­Griffe und Tritte sowie «unklare» Probleme sind in den Hallen nicht so gefragt und beliebt. Zweitens will und muss ich beim kommerziellen Routenbauen aus finanziellen Gründen möglichst viel «produzieren».

Was sind perfekt geschraubte Routen an einem Wettkampf?

Wenn es ein tolles Finale gibt. Die Probleme dürfen nicht zu leicht sein, es sollten aber alle Boulder geklettert sein. Fällt die Entscheidung mit dem letzten Athleten am letzten Boulder wurde ein Traum Wirklichkeit. Besser gehts nicht! Ein perfekter Wettkampf braucht eine gute Show.

Welche Griffe bevorzugst du?

Da bin ich nicht wirklich wählerisch. Natürlich schraube ich gerne mit meinen eigenen Griffen, aber nicht ausschliesslich. Eigentlich kannst du als Routenbauer nicht genug verschie­dene Griffe zur Verfügung haben: je mehr desto besser!

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