Erste am Seil Pionierinnen in Fels und Eis

«Unsere Frauen und Meitscheni gehören in die Clubhütten im Tal, wo sie unsere Clubgenossen zu erziehen haben, und nicht zu uns in die Club­hütten am Gletscherrand», sagte ­Edmund von Steiger, Berner Regierungsrat und Mitglied des Schweizer Alpen-Clubs, 1881 über bergsteigende Frauen. Und auch 90 Jahre später hatte sich scheinbar nichts geändert: «Im Normalfall heiratet ein 22-jähriges Fräulein bald. Hat sie nun das Glück, sich mit einem Bergsteiger zu verehelichen, so braucht sie sicher auf das Bergsteigen nicht zu verzichten. Heiratet sie einen Nichtbergsteiger, so hängt auch sie das Bergsteigen an den berühmten Nagel (sehr wenige Ausnahmen bestätigen die Regel)», so Willy Schweizer zur Aufnahme der Mädchen in den SAC in «Die Alpen» 1970. Gut sind diese Zeiten vorbei. Jetzt kommt ein Buch heraus, das diese Geschichte aufrollt, beleuchtet, hinterfragt, wiedergibt und teilweise erst entdeckt. Es heisst: Erste am Seil. Pionierinnen in Fels und Eis. Wenn ­Frauen in den Bergen ihren eigenen Weg gehen. Verfasst haben das neue Werk zur Geschichte des Frauenalpinismus die beiden Journalistinnen und Alpinistinnen Caroline Fink und Karin Steinbach. 26 Porträts von Frauen aus aller Welt sowie Hintergrundtexte dokumentieren die Geschichte des Frauenbergsteigens von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu den Höhenbergsteigerinnen und Spitzenkletterinnen von heute.

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