Farbsinnschwäche in den Bergen. B

« Der Weg zum Gipfel ist ganz einfach zu finden, ich habe die kritischen Stellen markiert », sagte der Hüttenwart.

Und wirklich: Frühmorgens auf dem Gletscher sahen wir von weitem einen grossen gelben Pfeil, der den Einstieg in den Fels markierte. Nachdem wir eine Weile geklettert waren, schaute der Seilerste unschlüssig um sich. « Der rote Punkt ist gerade über deinem Kopf », rief ich ihm zu, und wir stiegen weiter. Doch schon bald wieder musste ich als Seildritte sagen, wo die warm-roten, leicht verwaschenen Punkte auf dem Fels angebracht waren.

Was ist der Grund für die Mühe beim Erkennen der roten Punkte? Die beiden Männer vor mir haben eine Rotgrün-Schwäche, d.h. sie erkennen die reinen roten Flecken nur an den Umrissen und erst, wenn sie sich einen Meter davor befinden. So können sie z.B. auch die Erdbeeren im Wald kaum finden. Ist das Rot jedoch von weissen Strichen begleitet, so sehen sie die Wegmarkierung aus grosser Ferne. Diese Rotgrün-Farb-sinnschwäche wird vom Grossvater mütterlicherseits geerbt. Sie betrifft je nach Bevölkerungsgruppe 8-12 % der Männer, d.h. sie ist ausgesprochen häufig, und die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Seilschaft gleich zwei Männer rote Punkte nicht sehen können, ist keineswegs klein.

Daraus ergibt sich unsere Bitte an die fleissigen freiwilligen Routen-Markierer: Nehmt bitte einen anderen Farbtopf mit, z.B. Orange oder Gelb! Diese Farben sind zudem auch bei trübem Wetter für alle besser sichtbar.

Dr. med. B. Vetterli-Luginbühl, St.. " " .Gallen

tLPEN-Nachrichten

II notiziario delle ALPI

Wechsel der Direktion Auf Ende Juli 1996 trat Dr. Georg Budmiger als Direktor in den Ruhestand. Er hatte seine Funktion vor 27 Jahren angetreten und übernahm 1978 die vollamtliche Museumsleitung. In der Wirkungszeit von Georg Budmiger entwickelte sich das Alpine Museum von einem nebenamtlichen Einmannbetrieb zu einem voll profes-sionalisierten Museum mit zeitgemässen Dienstleistungen und moderner Ausstattung. Noch in der ersten Hälfte der siebziger Jahre fehlte es dem SAM an allem - an Raum, an der Ausrüstung, an Arbeitskapazität und an den Finanzen -, um den aus dem gesellschaftlichen Wandel hervorgegangenen Herausforderungen zu entsprechen und seine Aufgabe als Infor-mations- und Dokumentationsstelle wahrnehmen zu können. Fünfzehnjährige intensive Anstrengungen führten 1990-93 schliesslich zur Total-erneuerung des Museums, womit die Grundlagen geschaffen wurden, damit das Alpine Museum seine Aufgaben auch zeitgemäss erfüllen kann.

Der Stiftungsrat wählte als neuen Direktor des Schweiz. Alpinen Museums Dr. Urs Kneubühl. Er wurde schon Anfang 1992 für die damals neugeschaffene Stelle eines Konservators ins SAM berufen und wirkte in der Folge an der Neugestaltung des Museums und namentlich auch als Organisator der acht Wechselausstellungen seit 1994. Urs Kneubühl ( geb. 1948 ) wirkte nach seinem Studienab-schluss ( Geographie, Geologie und Botanik an der Universität Bern ) in der Raumplanung auf regionaler und auf Bundesebene, in Forschungsprojekten im Bereich Tourismus und Umwelt, unter anderem im National-fondsprojekt « Man and Biosphere » im Testgebiet Davos. 1983 wechselte er in das Ausstellungs- und Museumswesen, wo er vorerst für den Kanton Bern während 8 Jahren Wechselausstellungen realisierte.

Neu besetzte Konservatorenstelle Die Konservatorenstelle des SAM betreut neu Lie. phil. Markus Schwyn ( geb. 1963 ). Er absolvierte sein Studium in Geographie und Ethnologie an der Universität Zürich und war danach als Mitarbeiter des Verkehrshauses Luzern tätig. Zur Zeit befindet er sich im Nachdiplomkurs in Museo-logie an der Universität Basel. Im SAM wird er vor allem als Ausstellungsmacher und Betreuer der Sammlungen wirken.

Gem. Mtlg. SAM

Jouvelles des ALPES

Dr. Urs Kneubühl neuer Direktor des SAM Bereits um die hundert Personen waren dem « Freundeskreis Schweizerisches Alpines Museum » an seinem Gründungsfest am 26. August beigetreten. Der bekannte Appenzeller Fotograf Herbert Maeder gab mit einem Diavortrag Einblick in die Zusammenhänge seiner Bergerlebnisse mit seiner Tätigkeit als Naturfreund und Politiker. Dr. Georg Budmiger übergab das Amt des Direktors nach 27jähri-gem Wirken an Dr. Urs Kneubühl, den bisherigen Konservator des Schweiz. Alpinen Museums in Bern, der in dieser Funktion durch Lie. phil. Markus Schwyn ersetzt wird.

Gründung des Vereins « Freundeskreis SAM » Die Gründung eines Unterstüt-zungsvereins für ein Museum ist keine neue Idee. Fast jedes Museum in der Schweiz besitzt einen solchen organisierten Freundeskreis. Seit der Wiedereröffnung des Museums in ganz neuem Kleid im Jahr 1993 suchte man nach einer günstigen Gelegenheit zur Gründung eines Freundeskreises. Diese ergab sich mit dem Rücktritt des Museumsleiters Dr. Georg Budmiger. Der neu entstandene Freundeskreis hat zum Zweck, die Ziele und Aufgaben des Alpinen Museums zu unterstützen und dessen Beziehungen zur Öffentlichkeit zu fördern. Er soll weiter ideelle und finanzielle Beiträge an Aktivitäten und besondere Bedürfnisse des Museums leisten. Das Museum möchte sich aber auch auf einen Freundeskreis stützen, um engere Kontakte zu seinem Stammpublikum zu erhalten und daraus auch Anregungen und Rückmeldungen zu bekommen.

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