Fernziel Olympia

Andrea Kümin ist auf gutem Weg, 2020 am ersten olympischen Sportkletter-wettkampf in Tokio teilzunehmen.

In diesem Frühling kletterst du in der ­Elite – was sind deine Erwartungen?

In der Jugend lief es mir letztes Jahr sehr gut. Ich erzielte mehrere Podestplatzie­rungen und wurde ­Vizewelt- und Europameisterin in der Kombination. So wird es kaum weitergehen in der Elite, die Konkurrenz ist zu gross. Aber ich bin sehr motiviert, mein Training zu intensivieren, um den Übergang möglichst erfolgreich zu schaffen. Längerfristig will ich in den Disziplinen Lead und Bouldern regelmässig die Halbfinals oder sogar die ­Finals erreichen.

Man hat das Gefühl, die Jungen werden immer stärker – spielt das Alter überhaupt noch eine Rolle?

Es ist tatsächlich so, dass die Jungen aktuell stark pushen und die Differenz zu den älteren, erfahrenen Athletinnen kleiner geworden ist. Für uns Newcomerinnen bleibt die Halbfinalqualifikation in der höchsten Kategorie aber eine grosse Herausforderung. Dazu braucht es neben intensivem Training letztlich auch viel Erfahrung.

Setzt du nicht auf alle drei Wettkampfdisziplinen, also Bouldern, Lead und Speed?

Speed habe ich bisher nur an Schweizer Meisterschaften und an internationalen Titelwettkämpfen bestritten – für die Kombinationswertung. Aber das wird sich ändern. Das Sportklettern wird 2020 in Tokio zum ersten Mal olympisch ausgetragen – mein Fernziel. Da werden die Teilnehmerinnen zwingend in allen drei ­Disziplinen antreten müssen.

Das Teilnehmerfeld wird auf 20 Athletinnen begrenzt sein. Wie siehst du deine Chancen auf einen Olympia-Startplatz?

Es wird sicher sehr hart. Wie meine Chancen stehen, kann ich jetzt noch nicht sagen. Dazu müssen erst einmal die Selektionsbedingungen bekannt sein. Ausserdem kann sich innert dreier Jahre viel ändern. Ich gebe einfach Schritt für Schritt mein Bestes.

Was ist der nächste Schritt?

Der Fokus liegt zurzeit auf dem ersten Boul­der­weltcup der Saison, der im April in Meiringen stattfindet. Bis dahin durchlaufe ich noch mehrere Trainingsphasen, etwa intramuskuläre Koordination und spezifische Bouldertechnik. Zudem plane ich, an drei internationalen Plauschwettkämpfen teilzunehmen.

Wie sieht denn eigentlich dein Alltag aus?

Bis Ende November war ich wettkampfbedingt sehr viel unterwegs. Seit Januar bin ich mehrheitlich zu Hause. In der Regel trainiere ich am Morgen und am Abend. Die Zeit dazwischen nutze ich für administrative Dinge. Und nicht zuletzt, um Autofahren zu lernen.

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