Frauen im SAC

Zusammen mit dem Mitgliederausweis für das kommende Jahr erhielt ich ein Rundschreiben, in dem der SAC seine Ziele für 2007 bekannt gibt. Eines dieser Ziele ist, der Frage nachzugehen, warum im SAC sowohl bei den Mitgliedern als auch in den Gremien die Frauen stark untervertreten sind. Dazu möchte ich gerne meine Situation erläutern, denn ich bin überzeugt, vielen anderen Frauen geht es genau wie mir. Meine aktivste und erfolgreichste Zeit in den Bergen erlebte ich im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, eine Zeit, in der ich fast jedes Wochenende in den Bergen verbrachte. Meine Bergsportkarriere wurde dann durch zwei Ereignisse unterbrochen. Mein Mann und ich gingen aus beruflichen Gründen für sechs Jahre ins Ausland, und dort bekam ich zwei Kinder. Nach unserer Rückkehr in die Schweiz haben wir uns relativ schnell bei einer SAC-Sektion angemeldet. Wir dachten, dass wir mit etwas Training wenigstens die als leicht ausgeschriebenen Touren mitmachen können. Doch so einfach war das nicht. Meine erste Skitour Anfang 2002 führte mich auf den Stotzig Firsten bei Realp. Nach etwa 2 / 3 der Strecke kam eine kleine Alp, bei der alle Frauen stoppten, während die Männer weiter bis auf den Gipfel liefen. Auf dem Rückweg sagte der Tourenleiter zu mir: « Du musst jetzt halt regelmässig kommen. » Jedoch ist mein Mann ein Wochenende pro Monat beruflich engagiert, ein weiteres Wochenende pro Monat arbeite ich selbst. Es bleiben also bei guter Organisation pro Monat ein Tag für meinen Mann und ein Tag für mich für eine Tour. Nachdem ich mich noch ein paar Mal durchgekämpft hatte, bekam ich von einem Leiter zu hören, dass ich doch besser alleine auf Touren gehen soll! Welch ein Zynismus! Eine Skitour ist schliesslich kein Spaziergang, man ist dabei auf kundige, verantwortungsvolle Führung angewiesen – und natürlich auch auf Kameradinnen. Doch trotz der knappen Zeit ist der Wunsch, mit und ohne Bretter auf Touren zu gehen, nicht kleiner geworden. Einzig nachgelassen haben die Kraft und die Kondition. Mein grosser Wunsch an den SAC ist deshalb folgender: Für Som-mer- wie für Wintertouren sollte es eine Plaisir-Variante geben. Denn es gibt sie, diese 600-Höhenmeter-Touren, die uns in die schönsten Gegenden führen! Der Gipfel selbst und das Gefühl, oben zu sein, sind genau dasselbe, ob nach zwei oder nach vier Stunden. Sabine Glöde, Cham

Feedback