Freeride Check-In. Gratiskurzausbildung für Freerider

Freeride Check-In.

Gratiskurzausbildung für Freerider

Freeriden – attraktiv, selten ohne Risiko und immer beliebter. Um die Sensibilität für ( Lawinen-)Gefahren zu fördern, führte der SAC im letzten Winter in Zusammenarbeit mit den Seilbahnen Schweiz, der Bergschule Uri und Grindelwald Sports Gratis-kurzausbildungen in Andermatt und Grindelwald durch. Die Anlässe stiessen auf ein durchwegs positives Echo. Im Winter 2004 finden nun zehn solche Kurse statt.

Hervorragende Schneeverhältnisse lockten auch im vergangenen Winter wieder unzählige Skifahrer und Snowboarder neben die Piste. Trendy gestylte Snow-boardmagazine und coole Freeridevideos tragen genauso zum Kick neben der Piste bei wie neu konstruierte Ski und Snowboards, mit denen selbst mittelmässige Pistenfahrer im freien Gelände schöne Schwünge ziehen können. Im Winter 2002/2003 waren aber mehr als 50% der Lawinentoten Variantenski-oder Snowboardfahrer. 1 Trotz Neu- und Pulverschnee-Euphorie sollte die Vernunft auch neben der Piste nicht auf der Strecke bleiben. Der SAC verfolgt mit der Aktion « Freeride Check-In » im Wesentlichen zwei Ziele: Die Teilnehmer sollen für Gefahren neben der Piste sensibilisiert und für den Besuch eines La-winenkurses motiviert werden.

Motivierte Teilnehmer Multinational war die Gruppe, die sich bei der Bergstation der Gondelbahn Grindelwald-First eingefunden hatte: Skifahrer und Snowboarder aus Norwegen und der Schweiz, die sich spontan entschlossen hatten, an der Kurzausbil-dung über Schnee, Lawinen, Lawinen-verschütteten-Suchgeräte ( LVS ) und sicheres Freeriden teilzunehmen. Dank der allgemein bestehenden Vorkenntnisse musste der Grindelwaldner Bergführer Marc Ziegler nicht bei A wie Ausrüstung beginnen, sondern konnte direkt mit H wie Hangneigungen starten und mit L wie Lawinenverschütteten-Suche den Kurs fortsetzen.

Im Rahmen von Trockenübungen – Einschätzen der Hangneigung und -exposition – wurden verschiedene theoretische Ansätze vermittelt. Das Faltblatt « Reduktion des Lawinenrisikos » 2 diente in einem weiteren Infoblock der Verständlichkeit und der praxisnahen Ausbildung. Besonderen Wert legte der Bergführer auf die Vermittlung der Gefahreneinschätzung und des vorsichtigen Be-fahrens von Hängen. « Es ist für mich

1 Vgl. www.slf.ch/info/unfall-de.html 2 Dieses Merkblatt wurde für die Wintersaison 2004 im Faltblatt « Achtung Lawinen », siehe Beitrag in dieser Ausgabe S. 44, integriert, kann aber, solange Vorrat, separat bestellt werden oder vom Internet heruntergeladen werden unter www.sac-cas.ch / Unterwegs / Ausbildung / Kursdaten / Ausbildungsunterlagen Bei den Freeride-Check-In-Anlässen, wie sie in diesem Winter in zehn Wintersport-gebieten angeboten werden, sollen die Teilnehmer für das Thema Schnee und Lawinen sensibilisiert werden. Am Freeride-Checkpoint sind die wichtigsten Informationen für sicheres Freeriden zusammengestellt. Das Merkblatt « Reduktion des Lawinenrisikos », eine der Grundlagen für die Kurzaus-bildung, kann von der Internetseite des SAC heruntergeladen werden.

Fo to s: An dr ea s v on De sc hw an den DIE ALPEN 12/2003

Sicherheit, Medizin, Rettungswesen

Sicurezza, medicina, soccorso in montagna

Sécurité, médecine, sauvetage

absolut unbegreiflich », meinte Ziegler, « dass jeden Winter fünf und mehr Personen gemeinsam verschüttet werden. »

Gelungene Suchaktion Dem theoretischen Einstieg folgte der praxisbezogene Teil: die sinnvolle Handhabung und Anwendung des LVS. In verschiedenen Suchübungen wurden die LVS vergraben, die nachher möglichst schnell gefunden werden mussten. Was sich bei der Suche nach einem Gerät noch als einfach erwies, wurde durch das Vergraben von mehreren Geräten wesentlich schwieriger. Doch die Teilnehmer liessen sich auch von der zusätzlichen Herausforderung nicht davon abhalten, die Theorie mit viel Elan in die Praxis umzusetzen.

Positive Rückmeldungen Zwei Gratiskurzausbildungen wurden auch in der Region Andermatt-Gems-stock durchgeführt. Insgesamt nahmen an den vier Schulungen 20 Skifahrer und Snowboarder teil. Das Feedback der Teilnehmer war durchwegs positiv. Einige Kursbesucher hätten sich sogar eine längere Kursdauer gewünscht. Die Lancierung des Freeride-Check-In ist also offenbar geglückt. a

Andreas von Deschwanden, Kriens

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