F.W.Sprecher und Dr. E. Näf-Blumer: Clubführer durch die Graubündner Alpen

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I. Band. A. Tschopp, Buchdruckerei, Zürich, 1916.

Seitdem, noch unter dem in Chur amtierenden Zentralkomitee, am 11. Juli 1911 die einleitenden Schritte für die Herausgabe eines „ Bündnerführers " getan wurden, sind mehrere Jahre ins Land gegangen, und es ist, namentlich wegen der Kriegswirren, dem in St. Gallen amtierenden Zentralkomitee erst 1916 möglich geworden, von dem auf 5 Bändchen berechneten Werke ein erstes Bändchen herauszugeben. Dieses zerfällt in zwei gesonderte Teile. Im ersten behandelt Herr F. W. Sprecher, Lehrer in Vättis, welcher unsern Lesern durch verschiedene touristische und wissenschaftliche Artikel aus diesem seinem Arbeitsgebiet in den Jahrbüchern 30, 31, 35, 37, 49 bekannt ist, die Gebiete Calanda, Graue Hörner, Sardona-,und Ringelgruppe. Herr Sprecher war für diese, außer auf einige Abschnitte in Coolidges The Range of the Tödi, London 1894, und die neuere Literatur, die er in dem vorangestellten Verzeichnis der- „ Literarischen Quellen " anführt, im wesentlichen auf gelegentliche Mitarbeiter und sich selbst angewiesen. Er ist sehr gewissenhaft und etwas umständlich — der Abschnitt über das Taminagebiet umfaßt 229 Seiten, was in Anbetracht der geringen Höhenerhebung und Flächenbedeckung wohl viel ist — zu Werke gegangen und bietet uns so eine jedenfalls für längere Zeit ausreichende Monographie, in welcher nicht nur das Touristische und Erschließungsge-schichtliche, sondern auch Etymologisches und Historisches zu Worte kommen. Offenbar einer Anordnung der vom Zentralkomitee eingesetzten Kedaktionskommission für den Bündnerftihrer folgend, sind in diesem Abschnitt, wie in dem von Dr. Näf verfaßten, die Klubhütten nicht, wie in den Führern durch die Berner- und Walliseralpen, zusammen- und vorangestellt, sondern, wie im Glarner- und Tessinerführer, in den einzelnen Gruppen verzettelt, so daß, wer eine Übersicht dieser Stützpunkte wünscht, sie aus dem Index zusammenlesen muß. Ich ziehe das von den Climbers'guides und von mir befolgte System vor, will aber meine Meinung niemandem aufdrängen.

Auch Dr. Ed. Näf-Blumer in Winterthur war für den von ihm bearbeiteten Teil westlich der Sardona- und Ringelgruppe bis zum Oberalppaß und zum Bristenstock, welcher in die Vorab-, Muttsee-, Tödi- und Pontegliasgruppe zerfällt, durchaus kompetent als Verfasser des Glarnerführers, welcher nunmehr schon in dritter Auflage erscheint. Demzufolge hat Dr. Näf, im Einverständnis mit dem Zentralkomitee und der Kürze wegen, für seinen Abschnitt den Glarnerführer direkt wieder abgedruckt und dasselbe, mit den nötigen Modifikationen, mit dem Urnerführer des A.A.C.Z. getan. Da beide Eigentum des S.A.C. sind, so ist dawider nichts einzuwenden. Immerhin glaube ich, daß in der Mehrzahl der Fälle bei den Namen der Erstbesteiger die Bezeichnung als A.A.C.Z., welche 1905 wohl am Platze war, jetzt ohne Schaden weggelassen werden könnte. AHch vermisse ich eine Erklärung der Abkürzungen, die nicht für jeden Leser ohne weiteres verständlich sind. Doch das sind Kleinigkeiten, welche dem Gebrauch des Buches im Terrain — und das ist die Hauptsache — nicht schaden. Stichproben aus den wenigen Gruppen, wo ich gut bewandert bin, haben mich überzeugt, daß Dr. Näf ein zuverlässiger Führer ist. Bemerkenswert gut sind auch die von C. Meili gezeichneten Skizzen mit Routen.

Redaktion.

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