Gletscherschwund auf 6000 Metern über Meer

Dass auch die Gletscher im Himalaya schwinden, konnte in mehreren Studien gezeigt werden. Dass dies auch in hohen Lagen über 6000 Metern geschieht, war bisher nicht bekannt. Doch der Naim-mona'nyi-Gletscher im tibetischen Hochland hat im Gegensatz zu anderen Gletschern des Himalayas seit mehr als einem halben Jahrhundert netto nicht mehr an Masse zugelegt. Dies fanden Forscher in einer kürzlich publizierten Studie heraus. Für diese untersuchten sie verschiedene Gletscher auf Spuren von Atomtests der 50er- und 60er-Jahre und auf den natürlichen Niederschlag von einem radioaktive Bleiisotop hin. Das auf 6050 Metern liegende Eisfeld wies keine radioaktiven Stoffe aus den Atombombentests auf, und die Bleikonzentration in den oberen Schichten war geringer als bei den Vergleichsgletschern. Damit konnte erstmals gezeigt werden, dass es auch bei Gletschern über 6000 Metern zu grösseren Massenverlusten kommen kann. Die Forscher fordern, solchen Phänomenen vermehrt Beachtung zu schenken, denn die im Eis gebundenen Wasserreserven des Himalayas speisen eine Erdregion mit einer halben Milliarde Menschen.

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