Gotthardmassiv als inspirierendes Atelier Kunstmaler Hottinger in der Vermigelhütte

Den schnellen Wechsel der Jahreszeit und das raue Klima auf Höhen zwischen 2000 und 3000 m ü. M. erleben und gestalterisch umsetzen, war Ziel des Projekts «Unteralp 2050» des Aargauer Kunstmalers Viktor Hottinger. Von seiner Arbeit im Oktober 2000 in der Vermigelhütte, grosszügig unterstützt von der SAC-Sektion Zofingen, zeugen 30 grossformatige Acrylbilder und zahlreiche Skizzen, die u.a. in Zofingen ausgestellt werden.1

Noch zwei Tage vor seiner Ankunft in der Vermigelhütte herrschten hoch über Andermatt herbstliche Rottöne vor, die weissen Gipfel im grauen Gotthardmassiv kündigten aber den nahenden Wintereinbruch an. Als Hottinger dann zur Vermigelhütte aufstieg, zeigte sich das Unteralptal verregnet und neblig. Das Wetter zwang den Kunstmaler, von seiner ursprünglichen Idee, vor allem draussen zu arbeiten, etwas abzuweichen. Während der ganzen Woche, die er sich für das Projekt «Unteralptal 2050» reserviert hatte, musste er immer wieder in der Hütte Schutz suchen – eine grundlegende und ursprüngliche Erfahrung des Menschen. Neben den fragmentarisch festgehaltenen Strukturen aus der Natur flossen denn auch Eindrücke aus dem Hüttenleben in Hottin-gers Arbeit ein.

Hottinger, als Sohn eines Landwirts im Aargau aufgewachsen und seit mehr als 20 Jahren als Künstler tätig, realisierte schon im Frühjahr 2000 ein Freiluftpro-jekt, indem er damals die Sturmschäden im Fricktal künstlerisch umsetzte. Mit dem Projekt «Unteralptal 2050» betrat er sowohl geografisches als auch künstlerisches Neuland: grossformatige Malerei (90X100, Acryl) auf unbehandelter Jute. Diese Technik kam ihm bei den herrschenden Witterungsverhältnissen entgegen, trotzte doch sein Arbeitsmaterial Schnee und Regen. Hottingers Bilder vermitteln die rund um die Vermigelhütte in ihrer Ursprünglichkeit kaum veränderte Bergwelt im Gotthardmassiv. Felsstrukturen und Landschaftsaus-schnitte werden so für die Betrachter auch auf der Leinwand zu einem sinnlichen Erlebnis.

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