Grajische Alpen

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Dôme de Chasseforêt ( 3597 m ). 31. Juli 1895. Vom Refuge des Nants ( 2500 m ), 3 Uhr morgens, zum aussichtsreichen Gipfel ( 8 Uhr ). Wegen drohendem Unwetter ab 8 Uhr 20 Min., über Plateau du Dard zum Refuge de la Vanoise ( 2486 m ), 12 Uhr 45 Min. Unschwierige lohnende Gletscherwanderung. Mit Führer J. B. Bich von Valtourmanche und einem Träger aus Pralognan.

Sämtliche folgenden Touren wurden ausschließlich mit den Führern J. B. Bich von Valtourmanche und Emil Gentinetta von Zermatt ausgeführt, denen sie zum größten Teile neu waren.

Grand Marché ( 2561 m ). 7. August. Von Pralognan, 8 Uhr 10 Min., über die Kessel Petit Marché und Grand Marché, letzterer von großartigem Felscirkus umgeben, der nach Joanne an die Pyrenäen erinnert. Steiler Rasen und Felskamin zum Gipfel, 1 Uhr 45 Min. Ab 2 Uhr 45 Min. Vom Grand Marché-Kessel auf direktem Weg sehr steile Grashänge traversierend. Pralognan 5 Uhr 10 Min.

Aiguille de la Glière ( 3386 m ). 9. August. Diese kühne Felspyramide ist erst vier- oder fünfmal erstiegen worden. Ab Pralognan 3 Uhr, vom Lac des Vaches zur Moräne des Glacier de la Grande Casse, dann Anstieg zum südwestlichen Seitengrat und schwierige Überkletterung desselben. 9 Uhr Firnplateau, 10 Uhr Col nächst Punkt 3313. Nun steile durch Neuschnee erschwerte Felskletterei in der Art der Dolomiten fast senkrecht durch zahlreiche Kamine und exponierte Wandln zum Gipfel, 11 Uhr 30 Min. Prächtige Aussicht. 4 Karten.

Abmarsch 12 Uhr 30 Min., Col 1 Uhr 45 Min., nach teilweise sehr schwierigem Abstieg in dem nicht immer zuverlässigen Fels. Von hier bisher für ungangbar gehaltene direkte Route über den Glacier de la Glière, dessen stärkstem Eisbruch wir auf den linksseitigen Felsen auswichen, um den Gletscher in heikler Durchkletterung einer vereisten Wasserrunse weiter unten wieder zu gewinnen. Dann Eilmarsch zur Moräne wegen Steingefahr, 3 Uhr 45 Min. Pralognan 6 Uhr.

Grande Casse ( 3861 m ). 16. August. Ab Refuge de la Vanoise 2 Uhr, direkt über Moränen und den argverschrundeten Glacier des Grands Couloirs, zuletzt stundenlanges Stufenhauen über die Grande Pente, auf kurzem Felssporn zum Felsgrat, cirka 7 Uhr 30 Min., und über den schmalen mit Wächten besetzten abschüssigen Schneegrat vorsichtig zum höchsten aus riesiger Wächte bestehenden Gipfel, 8 Uhr 40 Minuten. Beherrschende Fernsicht auf Montblanc-Kette, Monte Rosa-Gruppe, Grajische Alpen und Haut Dauphiné.

Ab 8 Uhr 50 Min., an Felsgrat 9 Uhr 20 Min. ( Rast ). Wegen der auf der Grande Pente häufigen Steinschläge verfolgten wir sicherheitshalber solang als möglich den prächtigen Felsgrat und gewannen den Gletscher schließlich in schwieriger Abwärtskletterei über die sehr heikle und faule Bergflanke. Traverse des Couloirs unter Steinschlägen. Moräne 12 Uhr, Pralognan 2 Uhr 15 Min.

Die Besteigung dieses berühmten Berges ist auf dem üblichen Wege über die Grande Pente mehr mühsam ( Stufenhacken ) als schwierig, doch droht starke Gefahr durch Eisbrüche im unteren Teil und Steinschläge im oberen Teil des Gletschers.

Grande Motte ( 3663 m ). 18. August. Ab Entre deux Eaux 2 Uhr, durch Vallon de la Leisse und Glacier de la Grande Motte zum Ostgrat. Gipfel 9 Uhr 20 Min. Leicht und lohnend. Prächtige Aussicht. Ab 10 Uhr zum Col de la Leisse ( 2780 m ) und Col de la Fresse ( 2589 m ), 1 Uhr. Val d' Isère, 3 Uhr 30 Min.

Grande Sassière ( 3756 m ). 20. August. Ab Val d' Isère 3 Uhr, auf dem gewöhnlichen Wege über Franchet, les Sales und den Südwestgrat unschwierig, aber beschwerlich zum Gipfel, 10 Uhr 27 Min. Großartige Aussicht, blendende Gletscherlandschaft und entzückende Thalbilder. Ab 10 Uhr 30 Min. Tignes 3 Uhr 30 Min.

Col de la Sachette ( 2729 m ). 21. August. Ab Les Brevières 1 Uhr 10 Min., zum Col 4 Uhr 55 Min. Wüstes Steinmeer. Da die Alp la Plagne bereits verlassen war, fanden wir primitive Unterkunft in der Alpe Meringuère, 7 Uhr 15 Min.

Mont Pourri ( 3788 m ). 22. August. Ab Alpe Meringuère 3 Uhr 20 Min. Von la Plagne beschwerliche Traverse an den Fuß des Berges, 6 Uhr, und auf dem teilweise schwierigen und komplizierten Poccard-Weg über das große W. S. W. Contrefort, zuletzt mühsam zur Epaule, cirka 11 Uhr, dann angestrengte Eisarbeit zum Gipfel, 12 Uhr 5 Min. Drohende Witterung.

Ab 12 Uhr 20 Min., Epaule 12 Uhr 45 Min., heikler Abstieg in faulem und losem Gestein. Moräne 3 Uhr 30 Min. Alpe Meringuère 6 Uhr.

Am 23. August über Col du Palet ( 2658 m ) nach Tignes und Val d' Isère, am 25. August über Col du M. Iséreau ( 2769 m ) nach Bonneval ( mit reizendem Chalet-hôtel des C.A.F. ).

Ciamarella ( 3676 m ). 27. August. Ab Bonnevai 2 Uhr 30 Min. über Col und Glacier des Evettes zum Col Tonini, 8 Uhr 50 Min., über die morsche Bergflanke zum Grat und demselben folgend zum Gipfel, 11 Uhr 10 Min. 6 Karten. Verwölkte Aussicht, imponierend Levanna, Paradiso und die Gipfel der Maurienne.

Ab 12 Uhr 15 Min. Vom Grat gefährlicher Abstieg zum Col Tonini,. 1 Uhr 15 Min. Peinliche Situation auf dem Glacier des Evettes durch Sturz in verdeckte Spalte. Bonneval 5 Uhr 55 Min.

Levanna Occidentale ( 3607 m ). 29. August. Ab Chalets de Leschans ( 2591 m ) 3 Uhr 55 Min. Gipfel 7 Uhr 50 Min. Unschwierig und sehr lohnend. Schönstes Panorama unter den Bergen der Maurienne, die Mont-blanc-Kette mit ihren Aiguilles bildet den Glanzpunkt. Den Übergang auf dem Grat zum wenig höheren Mittelgipfel refüsierten meine Führer wegen allzugroßer Gefahr durch geborstene Trümmerfelsen.

Ab 10 Uhr 15 Min. direkt ins oberste Val de la Source de l' Arc und nach Granges de la Duis, 1 Uhr 45 Min. Bonneval 4 Uhr 10 Min.

Pointe de Charbonel ( 3760 m ). 31. August. Ab Bessans 3 Uhr 45 Min. durch Val Ribon, lang und mühsam zum Nordwestgrat, dann hübsche Kletterei und Gletscherwanderung. Zuletzt interessant über senkrechte Felsen auf der Nordostseite zum Gipfel, 12 Uhr 15 Min. Die Aussicht steht jener der Levanna nach. Sehr schön präsentiert sich da& ganze Massif de la Vanoise.

Abstieg 1 Uhr 15 Min. direkt üher den Gletscher zum Nordwestgrat und auch diesen kürzend auf Schutthalden. Bessans 5 Uhr 30 Min.

Am 3. September von Ceresole über Colle del Nivolet ( 2628 m ) nach Pont.

Aufstieg zum Rifugio Emanuele ( cirka 2800 m ).

Gran Paradiso ( 4061 m ). 4. September. Ab Rifugio 4 Uhr 35 Min. auf dem gewöhnlichen Weg von Westen zum Gipfel, 10 Uhr 15 Min. Mühsam wegen endloser Moränen, aber nicht besonders schwierig, nur die obere Randkluft stark ausgeapert und sehr schlecht zu passieren. Aussicht brillant und sehr umfassend, ab 11 Uhr 15 Min., Rifugio 2 Uhr 25 Min., Pont 4 Uhr 10 Min.

Am 6. September von Val Savaranche über Col de Lauzon ( 3294 m ) nach Cogne. Am 9. September zwangen uns im großen Südostcouloir der Grivola ( auf dem gewöhnlichen Wege ) fortgesetzte furchtbare Steinschläge zum Rückzug und besuchten wir die leichte, aber dankbare Punta Pousset ( 3046 m ) mit wunderschöner Aussicht. Die infolge abnormer Hitze zu häufigem Steinschlag neigenden ungünstigen Verhältnisse des stark von Schnee entblößten Hochgebirgs bewogen mich, sicherheitshalber von weiteren Touren abzustehen.Gustav Euringer ( Sektion Bern ).

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