GV 2001 des CAF in Marseille

Auf dem Weg ins 3. Jahrtausend

Am ersten Februarwochenende 2001 fand in Marseille die Generalversammlung 2001 des Club Alpin Français ( CAF ) statt. Unter dem neu gewählten Präsidenten Bernard Mudry soll vor allem das breite Angebot von Aktivitäten fortgeführt werden.

Unter dem Motto « Retour au Port » hiess der scheidende Präsident des CAF die Delegierten in der historischen Stadt Marseille willkommen. Der Ort, der einst von aus Phokaia kommenden Griechen 1 besiedelt wurde und heute eine multikulturelle Bevölkerung aufweist, ist symbolträchtig. Der Hafen bot einst den über das Meer kommenden Griechen Schutz vor den Stürmen des Meeres. Marseille verfügt zudem über ein Stück Natur von einzigartiger Schönheit – die Calanques –, zu deren Schutz und Erhaltung, auch zum Zweck der Ausübung sportlicher Aktivitäten, der CAF in den vergangenen Jahrzehnten massgeblich beigetragen hat.

In diesem Sinne betonte A. Croibier die Umwälzungen des CAF, der vor vier Jahren den Status einer « Fédération Multisport Agréée » erlangt hatte, und wünschte ihm – ähnlich den Zielen des SAC-Präsidenten – eine Phase der Konsolidierung.

Bergsport, Ausbildung und Hütten-renovation Die Präsentationen der einzelnen Kommissionen zeigten in eindrücklicher Weise das breite Angebot von sportlichen Aktivitäten, die der CAF unter seinem Dach vereinigt. Auch der CAF legt ein Schwergewicht auf die Ausbildung und investiert einen nicht unerheblichen Betrag in den Unterhalt und die Erneuerung seiner Hütten.

Die Kampfwahl um den Posten des neuen Präsidenten, die der bisherige Generalsekretär, Bernard Mudry, für sich entschied, liess den Nicht-Insider erahnen, dass auch im CAF – wie gegenwärtig in anderen europäischen Alpinverei-nen – verschiedene Strömungen vorhanden sind, die unter den etwas plakativen Schlagworten « Tradition » und « Moderne » zuweilen gegeneinander ausgespielt werden.

Breites Angebot Von einem vielfältigen Vereinsleben zeugten auch die Stände vor dem Ver-sammlungsraum, an denen man sich vom Versicherungsprogramm über ge-birgstaugliche Mobiltelefone bis zum Internetauftritt einer Gesellschaft, die aktuelle Angaben zu Witterungs- und sonstigen Verhältnissen für einzelne ( Ski-)Hochtouren anbietet, informieren konnte. Die Versammlung war vor allem auch ein Ort der Begegnung an den « Points de Rencontre » der einzelnen Kommissionen wie auch während des von Musik umrahmten abendlichen Festessens.

Wertvoller Gedankenaustausch Wertvoll war sicher der Gedankenaustausch mit meinen drei Juristenkollegen, die als Mitglieder der juristischen Kommission des CAF dessen rechtliche Belange betreuen. Bei interessanten Gesprächen haben wir festgestellt, dass im CAF wie im SAC ähnliche Themen – Schutz der Gebirgswelt versus freier Zugang zu Kletterfelsen oder die Verantwortlichkeit von Tourenleitern bei Bergunfällen – diskutiert und die zunehmende staatliche Reglementierung mit Auswirkungen auf die Kernaktivitäten der beiden Vereine mit Sorge betrachtet werden.

Der SAC dankt dem CAF für die ihm in Marseille gewährte Gastfreundschaft und freut sich auf weiterhin gute Zusammenarbeit in Bereichen gemeinsamen Interesses. a

Bettina Geisseler, Juristin im ZV, Bern 1 Im Französischen « des Grecs venus de Phocée » Die Calanques, ein Stück Natur von einzigartiger Schönheit, zu deren Erhaltung der CAF massgeblich beigetragen hat; Blick vom Wanderweg bei der Aiguille de Sugiton gegen den Strand der Pierres Tombées und die das Meer um ca. 500 m überragende Grande Candelle ( links oben ).

Foto: eg

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