Hauptversammlung des Alpenvereins Südtirol AVS

Neues Leitbild genehmigt

Die 81. Hauptversammlung des Alpenvereins Südtirol AVS von April 2001 im Gasthof Kohlern, hoch über Bozen, gab Rechenschaft über die Vielfalt der kompetent geführten Aktivitäten. Diese rührige Vereinigung, die sowohl durch ihren modernen Auftritt, als auch durch einen gewissen Konservatismus auffällt, genehmigte ein neues Leitbild.

Winterliche Verhältnisse Wer erwartet hatte, sich Ende April 2001 im Südtirol in der Frühlingssonne etwas zu wärmen, wurde herb enttäuscht. Auf Kohlern, rund 1400 m ü. M., schneite es so kräftig, dass am Abend der Tagung gut 30 cm der weissen Pracht auf Wegen, Tannen und Häusern lag. Der Erste Vorsitzende, Luis Vonmetz, liess sich von den unberechenbaren klimatischen Ein-flüssen nicht beirren und führte zielstrebig durch die gut besuchte Hauptversammlung. Er erwähnte den erfreulichen Mitgliederzuwachs – vor allem bei den Jugendlichen –, den ungebrochenen Ideenreichtum und die alles mitbestim-mende Begeisterung. Haupttraktandum war die Verabschiedung des neuen Leitbilds, das nach kurzer Diskussion über zwei Detailpunkte einstimmig genehmigt wurde. Die Umsetzung wird das Vereinsleben des AVS sicher noch dynamischer machen.

Politische Verstrickungen Die besondere politische Lage des Südtirols und die Situation der deutschen und ladinischen Minderheiten bilden immer wieder Gesprächsstoff. Belastend wirken die italianisierten Flur- und Ortsnamen, die seit den unseligen Vorkriegszeiten immer noch gültig sind. Diese Ortsna-menskunde ( Toponomastik ) beschäftigt den AVS besonders in Zusammenhang mit dem Unterhalt und der Markierung eines imponierenden Wanderwegnetzes von über 8500 Kilometern. Er hat sich mit eher konservativen Gruppierungen im Land zusammengetan und seiner Meinung in einem Pamphlet Ausdruck gegeben. Obwohl diese politischen Elemente die Aktivitäten nur am Rande beeinflussen, sind sie zu spüren. Die Zusammenarbeit mit dem italienischen Alpenclub CAI wird zwar gepriesen, auf verschiedenen Ebenen besteht aber noch ein Koordinationsmanko.

Beachtliches Vereinsleben Der AVS ist wie kaum eine andere alpine Vereinigung im Volk stark verwurzelt, gehört geradezu zum Inventar der Gesellschaft. Die Breite und Vielfalt seiner Aktivitäten ist denn auch mit jenen eines sehr grossen Vereins vergleichbar: attraktiv und abwechslungsreich gestaltetes Tourenangebot, zahlreiche gut geführte Hütten, nicht erlahmendes, kontinuier-liches Engagement im Umweltbereich, eigene Film- und Buchproduktionen. Etwas Mühe hat man jedoch damit, dass von übergeordneten Vereinigungen immer wieder Anstösse gemacht werden, irgendeinen Anlass zu « feiern ». Dies ist ein Grund dafür, dass das « UNESCO-Jahr der Berge 2002 » rein alpinistisch begehen werden soll. Vorgesehen ist, dass an einem bestimmten Tag Vertreter der 90 Sektionen je einen heimatlichen Berg besteigen. a

Bernhard Rudolf Banzhaf, Saas Fee Eher unübliches Ende-April-Szenario im Südtirol: verschneite Wiesen und Lärchen; oberhalb Jenesien Fo to :B er nh ar d Ru dolf Ba nz ha f DIE ALPEN 6/2001

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