Heliskiing und Kommerzialisierung des SAC

Zur Debatte um das Heliskiing und nicht zuletzt als Reaktion auf den Leserbrief von Rainer Schumacher ( « Die Alpen » 8/2010 ) möchte ich mit den folgenden Zeilen beitragen. Natürlich stimmt, dass das Heliskiing in Vergleich mit Versorgungs- oder Konstruktionsflügen ( oder auch Rettungsflügen ) unbedeutend ist. Das zentrale Argument der Heliskiinggegner ist aber das der Verhältnismässigkeit ist: Die Alpen spielen eine ausserordentlich wichtige Rolle als ( Nah-)Erholungsgebiete für viele. Es ist daher nicht vertretbar, dass abgas- und lärmintensive Heliskiingflüge für einige wenige viele Hunderttausende « sanfter » Bergtouristen belasten. Das Argument, die Alpinisten seien zu faul, ihr Nachtessen auf die Hütten zu tragen, zieht ebenfalls nicht. In den meisten Hütten ist die Selbstversorgung sehr ungern gesehen oder verboten. Die Übernachtungen in den SAC-Hütten schaffen Arbeitsplätze und decken einen Teil der immensen Bau- und Unterhaltskosten. Ich habe den Eindruck, dass die Hütten nach und nach zu kleinen Tourismushochburgen « aufgerüstet » und beworben werden – finanziert grösstenteils durch Mitgliedsbeiträge und die alljährliche SAC-Spendenaktion – und dass dies vor allem kommerziellen Interessen einer Minderheit dient: etwa den Tourenveranstaltern. Dies ist umso ärgerlicher, als grosse Hüttenkontingente für Nicht-Alpen-Club-Mitglieder reserviert werden, die an kommerziell geführten Touren teilnehmen. Die lebhafte Debatte um die unklare Position des SAC zum Heliskiing ist ein Symbol für die Kontroverse über die Promotionspolitik des SAC. Wenn ich das unverhohlene Paktieren mancher Sektionen mit dem Heli- und Hüttenkommerz beobachte, habe ich mehr und mehr Mühe, Mitglied und ehrenamtlicher Tourenleiter des SAC zu sein.

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