Himalaya-Chronik 1962

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VON G. O. DYHRENFURTH, RINOGENBERG/BE

Mit Nachträgen aus früheren Jahren Mit 10 Bildern ( 56-65 ) Immer grosser wird der Andrang. Wir ordnen unsere Übersicht, wie bisher, geographisch von Südosten nach Nordwesten und innerhalb der einzelnen Gruppen chronologisch.

Kcmgchendzönga-Gebiet 1. Im Oktober 1961 gelang einer indischen Expedition unter der Leitung von Sonam Gyatso die zweite Besteigung des Kangchengyao ( 6889 m = 22 600 ft. ). Dieser Grenzberg in Nord-Sikkim wurde schon 1912 von Dr. A. M. Kellas bezwungen.

Literatur: HJ ( Himalayan Journal ) XXIII, 1961 ( erschienen erst 1963 !), p. 169-170.

2. Im Frühjahr 1962 eroberten die Franzosen den berühmten Jannu, einen der schönsten und wildesten aller Himalaya-Berge. Wie 1955 am Makalu, gelangte die gesamte Bergsteiger-Mannschaft auf die äusserst luftige Spitze ( 7710 m = 25 296 ft. ): am 27. April P. Keller, R. Desmaison, R. Paragot und Sherpa Gyaltsen Mikchung, am 28. April J. Bouvier-P. Leroux, Y. Pollet-Villard-A. Ber- trand und Lionel Terray ( der Expeditionsleiter)-J.Ravier—Sirdar Wangdhi. Nur der erkrankte M. Lenoir hatte im Basislager zurückbleiben müssen.

Fast 3000 m fixe Seile hatte man angebracht, um « das Ungeheuer zu zähmen ». Die Eroberung des Jannu ist wohl das Schwerste, was bisher im Himalaya gemacht wurde - eine Spitzenleistung des französischen Alpinismus und ein Vorbild mustergültiger Organisation und harmonischer Mannschaftsarbeit.

Literatur: « La Montagne », 1962, p. 231 und 267-287.

3. Eine Klein-Expedition der Indischen Armee unter Leitung von Major S. Rana machte am 26. April 1962 die Erstersteigung des südwestlich vom Kabru gelegenen Koktang, der 6147 m = 20 165 ft. kotiert, aber wahrscheinlich etwas höher ist.

Literatur: AAJ ( American Alpine Journal ) 1963, p. 528.

4. Etwa 27 km nordwestlich des Kangchendzönga steht der ziemlich selbständige Nupchu Peak ( 7028 m = 23 059 ft. ). Die Schweizerische Himalaya-Expedition 1949, welche diese unbekannte Gruppe erkundete, kam an seinem SW-Grat bis etwa 6800 m. Die Bezwingung dieses stattlichen Berges gelang erst der « Osaka University Old Boy's Club Expedition » unter der Leitung von Prof. Sasuke Nakao, und zwar von S, vom Nupchu-Gletscher aus. Am 20. Mai 1962 erreichten T. Tsubaki und Sherpa Chotale den Gipfel, am folgenden Tage weitere fünf Japaner und zwei Sherpa. Dann teilte sich die Expedition in drei Gruppen für ihre wissenschaftlichen Arbeiten: Botanik, Entomologie und Bodenkunde.

Literatur: BdW ( Berge der Welt ) V, 1950, S. 1-80. AAJ 1963, p. 519.

Everest-Gebiet 5. ( Nachtrag. ) 1959/60 war eine « Japanische Yeti-Expedition » in Khumbu tätig, aber ohne Erfolg. Dieser Winter war so schneearm, dass man sich nicht einmal mit Yetispuren trösten konnte.

Literatur: Sangaku ( The Journal of the Japanese Alpine Club ) LV, 1960, p. 15/16.

6. ( Nachtrag. ) Die « Chinesische Everest-Expedition 1960 » und das berühmte Bild « aus 8700 m Höhe » sind noch immer nicht zur Ruhe gekommen. Auf Grund von überaus sorgfältigen Berechnungen und Zeichnungen konnte Hugh Merrick nachweisen, dass diese Aufnahme aus einer Höhe von nur etwa 8500 in stammt, mit einem möglichen Fehler von + 50 m, also aus der Gegend der « Ersten Stufe ». Es ist keine echte « Standaufnahme », sondern ein Ausschnitt aus dem chinesischen Kinefilm ( Schmalfilm ), der am 9. Oktober 1962 beim Alpine Club in London vorgeführt wurde. Man konnte sich davon überzeugen, indem man den laufenden Film an der richtigen Stelle stoppte und mit der berühmten Photographie verglich. Wenn man den Film dann weiterlaufen liess, zeigte sich, dass die Kamera ( bzw. ihr Träger ) nicht mehr höher ging, sondern zum Basislager zurückkehrte. Es ist demnach in hohem Masse wahrscheinlich, dass die chinesischen Bergsteiger nicht weiter gelangt sind als bis zur « Ersten Stufe » oder höchstens bis auf den Grat zwischen « Erster » und « Zweiter Stufe ». So erklärt sich, dass es keinerlei Aufnahmen von der sehr photogenen « Zweiten Stufe » oder vom Gipfel gibt. Auch die anderen Unstimmigkeiten, auf die schon früher hingewiesen wurde, werden verständlich: kein Vordergrund, falsche Zeitangabe für die Aufnahme, Widersprüche zwischen dem indischen und dem chinesischen Wetterbericht, Fehlen topographischer Einzelheiten in der chinesischen « Routen-Beschreibung » usw. Trotzdem sei anerkannt:

Es sind nur Indizien. Ein strikter Beweis, dass die Chinesen den Everest-Gipfel nicht erreicht haben, kann nicht geführt werden.

Literatur: Hugh Merrick: Everest: The Chinese Photograph. « Alpine Journal », Nr. 305, November 1962, p. 310-312. AJ 306, May 1963, p. 48-51.

7. Die « Zweite Indische Everest-Expedition » 1962 unter der Leitung von Major John Dias hatte schon beim Vorschieben der Hochlager das Unglück, dass einer der Sherpa - Nawang Tsering -durch Steinschlag den Tod fand. Camp 8 wurde bei etwa 8500 m errichtet, also in der Höhe des Lhotse. Die Spitzengruppe - M.S. Kohli, Sonam Gyatso, Hari Dang - verbrachte in diesem Lager die Zeit vom 28. bis 30. Mai bei dauerndem Sturm. Einen Versuch, trotzdem zum Gipfel vorzustossen, mussten sie bei etwa 8710 m - 50 m unter dem Südgipfel - aufgeben. Sie waren nur wenig höher gekommen als 1960. Der Rückzug gelang, bevor der Monsun mit voller Kraft hereinbrach.

Literatur: AJ 306, May 1963, p. 1-10. Second Indian Expedition to Mount Everest. Delhi 1963.

8. 1962 kam der « Tochter-Berg » an die Reihe, Pumo Ri ( 7145 m = 23 442 ft. ). Mit diesem schönen Gipfel hatten schon viele geliebäugelt, aber erst die « Deutsch-Schweizerische Himalaya-Expedition » unter der Leitung von Gerhard Lenser ( Freiburg i.Br. ) machte Ernst. Die anderen Teilnehmer waren: der Deutsche Hans Rützel und die beiden Schweizer Ernst Forrer und Ueli Hürlimann.

Der Sattel ( 6150 m = 20 177 ft. ) zwischen Lingtren-Massiv und Pumo Ri, der von der tibetischen Seite ganz leicht, auf Skiern, zugänglich ist, wurde von SSE in wochenlanger harter Arbeit erkämpft. Die etwa 600 m hohe Felswand - mit Fünferstellen - musste durch zahlreiche fixe Seile auch für die Sherpa begehbar gemacht werden, bis man endlich Hochlager 3 ( etwa 6200 m ) auf dem Grenzkamm errichten konnte. Ein Versuch an der Nordwandrippe scheiterte. Man musste sich doch zu dem sehr abweisenden, langen und verwächteten ENE-Grat entschliessen, der in zwei Tagen bewältigt wurde. Die Besteigung der eigentlichen Gipfelpyramide war dann leichter als erwartet und wurde am 17. Mai von Lenser, Forrer und Hürlimann siegreich zu Ende geführt. Eine wirklich schöne Leistung!

Literatur: « Neue Zürcher Zeitung », Nr. 1347 vom 5. April, Nr. 2159 vom 30. Mai und Nr. 2700 vom B. Juli 1962. « Die Alpen », Monatsbulletin 8, 1962, S. 177-178. « Der Bergsteiger », Februar 1963, S.319-326. G. Lenser: Pumo Ri. Zürich 1963.

9. Einer Expedition der Universität Hokkaido unter der Leitung von Prof. Seiki Nakano gelang die Bezwingung des gefürchteten Chamlang ( 7317 m = 24 007 ft. ) vom Hongu-Tal aus, nach Errichtung von vier Hochlagern. Beim Schlussangriff mussten S. Anma und der Sherpa Pasang Phutar III noch in einer Schneehöhle biwakieren; sie erreichten den Gipfel am 31. Mai 1962 um 14 Uhr.

Literatur: Brieflicher Bericht von Y. Takamura. AAJ 1963, p. 518/519.The Royal Geographical Society: The Mount Everest Region 1:100 000. London 1961.

10. Ein anderes Unternehmen von 1962 ist ein besonderer Fall, der etwas genauer besprochen werden muss. Offizielles Ziel war Gyachung Kang ( 7922 m = 25 990 ft. ).

Die Teilnehmer dieser Kleinexpedition waren 3 Amerikaner und 1 Schweizer: Woodrow Wilson Sayre als Leiter, Norm Hansen, Roger Hart und Hans Peter Duttle ( von Basel ). Für den Philosophieprofessor W. Sayre war sein Antrag bei der nepalischen Regierung eine blosse Finte. In Wahrheit hatte er nie daran gedacht, den schönen Gyachung Kang anzugreifen. Dieser Berg wurde nur genannt, weil er in der Nähe des Nup La ( 5915 m ) liegt, eines Passes, über den man auf den West-Rongphu-Gletscher gelangen kann. Es sollte nämlich eine heimliche Everest- Besteigung von der ( streng verbotenen ) tibetischen Seite versucht werden, und zwar auf der alten klassischen Route über Ost-Rongphu-Gletscher und Chang La ( oder Nordsattel, 6985 m ).

Das war ein unverantwortliches Abenteuer, ähnlich den romantischen Unternehmungen von Maurice Wilson 1934, Earle Denman 1947 und Klaus Becker Larsen 1951 und wie diese zwangsläufig zum Scheitern bestimmt. Es handelte sich dabei nicht nur um eine schwere Missachtung der Bedingungen, unter denen die Regierung von Nepal die Expeditionsbewilligung erteilt hatte, und um eine bewusste Irreführung des ( im Basislager zurückbleibenden ) nepalischen Verbindungsoffiziers; es war auch eine Kette von Verstössen gegen die elementarsten Bergsteigerregeln und gegen alle Himalaya-Erfahrungen:

a ) Wie W. Sayre selbst offen bekennt, waren die drei Amerikaner als Bergsteiger Anfänger, vor allem auf Schnee und Eis ( « our lack of experience » ). Drei Wochen in der Schweiz sollten dazu dienen, den Gebrauch von Pickel, Eishaken usw. zu lernen, aber sie gingen lieber Skilaufen.

b ) Sherpa sind nach Sayre nur ein Hemmschuh für eine Himalaya-Expedition ( « a drag an a party » ). Deshalb wurden nur zwei Sherpa ( und 22 Lokalträger bis zum Basislager ) angeworben.

c ) Das sogenannte « Basislager » auf dem oberen Ngojumba-Gletscher war in der Luftlinie rund 20 km, alle nötigen Umwege mitgerechnet fast das Doppelte vom Fuss des Everest-Nord-sattels entfernt. Als sich die beiden Sherpa auf dem Nup La, dem nepalisch-tibetischen Grenzkamm, mit vollem Recht weigerten, in rotchinesisches Gebiet abzusteigen, war klar, dass für die ganze « Everest-Expedition » nicht ein einziger Hochträger zur Verfügung stand. Die vier Weissen konnten also nur eine für eine Everestbesteigung ganz unzulängliche Ausrüstung mitnehmen, die immerhin bereits etwa 220 kg wog. Zur Beförderung dieses Gepäcks war dreimaliger Pendelverkehr notwendig, was für die ganze Strecke 19 Tage erforderte. Erst am 26. Mai waren sie im Firnbecken des Ost-Rongphu-Gletschers bei etwa 6500 m am Fusse des Chang La - im Hinblick auf den drohenden Monsun bereits zu spät für eine Everestbesteigung.

d ) Der steile Firnhang zum Nordsattel ( 6985 m ) hinauf ist bekanntlich unter Umständen lawinengefährlich, aber technisch nicht schwer, und die Rippe, die von dort aus zur NE-Schulter zieht, ist in ihrem unteren Teil, also bis etwa 7600 m, leichtes Gehterrain. Trotzdem war die Gruppe Sayre dem nicht gewachsen. Den besten Beweis dafür liefern mehrere ( mindestens 5 !) ziemlich schwere Unfälle. Ungenügende, manchmal gänzlich fehlende Seilbedienung und gegenseitige Gefährdung - sitzende Abfahrt am Steilhang, ohne die Pickelbremse zu beherrschen - unfreiwillige Rutsche bis zu 150 m - Fall in Gletscherspalten - Stürze infolge totaler Erschöpfung - ganz unbeabsichtigte Freilager ohne Biwakausrüstung usw. Böse Abschürfungen, Rippenbruch und Gehirnerschütterung waren eine noch sehr milde Strafe für derartige Fehlleistungen. Ein erfahrener Bergsteiger und Himalayamann kann es kaum begreifen, dass diese « Helden » mit dem Leben davongekommen sind. Wer den erstaunlich offenherzigen Bericht von W. Sayre liest, sagt immer wieder: « Mehr Glück als Verstand! » e ) W. Sayre glaubt, am 3.Juni 1962 bis etwa 7700 m gekommen zu sein, aber dann hätte er den nahen Chang Tse ( 7537 m ) schon stark überhöht, und davon sagt er nichts. Mag er bis 7500 m oder 7700 m gelangt sein, wie dem auch sei: Dieser « Commando Raid » hatte niemals irgendwelche Aussichten, den Gipfel des Mount Everest ( 8848 m ) zu erreichen. Die technischen Schwierigkeiten der Nordflanke konzentrieren sich ja auf die letzten 500 Höhenmeter, also etwa oberhalb 8350 m. Hier braucht auch ein erstklassiger Bergsteiger dringend Sauerstoffgeräte, und diese Höhenatmer hatte Sayre sowieso nicht, hielt sie auch für ganz überflüssig. Dass ein schlecht ausgerüsteter, abgekämpfter Anfänger z.B. die « Zweite Stufe », eine technische Maximalstelle, bezwingen könnte, ist vollkommen irreal, ein blosser Wunschtraum eines kritiklosen Abenteurers.

Camp 7, das letzte Lager, wurde bis 6850 m22 474 ft. ) vorgeschoben. Am 3. Mai traten Morita und Yasuhisa bei schönem Wetter, aber starkem Wind zum Schlussangriff an. Steile Eiswände und scharfe Grate machten viel Arbeit, so dass die letzten 230 Höhenmeter 8 Stunden erforderten. Um 14 Uhr waren sie auf dem Gipfel, um 18.30 Uhr wieder im Lager 7. Am 5. Mai war es wieder schön, und nun bestiegen auch Kato-Takashima und Akiyama-Ishida-Nakano diesen stolzen Hauptgipfel des Jugal Himal.

Literatur: Brieflicher Bericht von A. Takahashi. AAJ 1963, p. 520.

14. ( Nachtrag. ) Von einer japanischen Langtrang-Expedition 1959 unter Leitung von T. Yamada wurde seinerzeit die Erstersteigung des « Shalbachum » ( etwa 6700 m = etwa 22 000 ft. ) gemeldet. Es hat sich nun herausgestellt, dass dieser Gipfel nicht mit dem Tsangbu Ri von Aufschnaiters Karte identisch ist, wie ich seinerzeit vermutet hatte, sondern mit dem Phrul Rangjen Ri. Allerdings wird dessen Höhe von Aufschnaiter mit 6918 m beziffert, während die Japaner nach ihren Beobachtungen auf dem Gipfel nur etwa 6700 m für richtig halten.

Literatur: O. Dyhrenfurth, « Der Dritte Pol », S. 107. « Der Bergsteiger », April 1962, S. 410. « Sangaku », LV, 1960, P. 12/13, Panorama und Kartenskizze zwischen p. 92 und 95, Bilder zwischen p. 76 und 77.

15. 1962 war eine britische Expedition unter Leitung von Viscount Glentworth im Langtrang-Gebiet tätig. Ausser der Besteigung eines kleinen Sechstausenders wurde auch botanisch gearbeitet.

Literatur: The Himalayan Club, « Newsletter » Nr. 19, Oktober 1962, p. 2.

Annapurna-G ruppe 16. Eine niederländische Expedition mit vorwiegend wissenschaftlicher Zielsetzung arbeitete 1962 im Annapurna-Gebiet. Leiter war der Professor der Geologie an der Universität Amsterdam, Dr. K. G. Egeler, der mit vier weiteren Geologen und einem Arzt die wissenschaftliche Gruppe bildete. Die von ihnen gesammelten 1800 Gesteinsproben werden jetzt in Amsterdam petrographisch und paläontologisch untersucht.

Die fünfköpfige Bergsteiger-Mannschaft stand unter allerbester Führung - Lionel Terray! Sie hatte einen sehr schönen Erfolg, die Erstersteigung des Nilgiri-Nordgipfels ( 7032 m = 23 072 ft. ) am 19. Oktober 1962 durch Terray, Holger, Paul und Peter Van Lookeren Campagne und Sirdar Wangdhi. Die Route verlief über Nordflanke und NW-Grat und war noch schwerer, als man erwartet hatte; drei Hochlager mussten errichtet werden, das oberste bei 6500 m.

Literatur: « Neue Zürcher Zeitung », 8. Mai und 27.Dezember 1962. « La Montagne », Dezember 1962, O. AAJ 1963, p. 522/523.

Dhaulagiri-Gebiet 17. Die « Yomiuri-Shimbum-Expedition » der Nihon-Universität mit S. Ishizaka als Leiter bestieg am 8. Mai 1962 im Mukut Himal den Hongde ( auch Hangde geschrieben ), der 6956 m kotiert war, aber nach japanischer Messung nur etwa 6600 m = 21 655 ft. hoch ist, ausserdem noch drei kleine Sechstausender. Dann ging man zum Churen Himal ( 7364 m = 24 162 ft. ), aber schlechtes Wetter zwang zum Rückzug. Nur der Kantokal ( etwa 6500 m = 21 325 ft. ) nördlich des Putha Hiunchuli konnte bestiegen werden.

Literatur: AAJ 1963, p. 520/521.

18. Eine südkoreanische Expedition, die im September 1962 zum Dhaula 7/(7750 m = 25 427 ft. ) aufbrach, scheint nicht weit gekommen zu sein.

Literatur: AAJ 1963, p. 522.

176 mayer ( Arzt ) und J. Poelt ( Botaniker ). Das Schwergewicht lag also auf dem Gebiet der Biologie. Zwischendurch besuchte Dr. Hellmich die deutschen Vertretungen in Indien sowie die Regierungsstellen in Kathmandu, und es gelang ihm, die Ausfuhrerlaubnis für die Sammlungen und die Bewilligung für den Einsatz weiterer Arbeitsgruppen zu erwirken.

Die Feldarbeit begann im März 1962 im Terai, der feuchtwarmen Urwaldzone im Süden, und wurde dann allmählich nach Khumbu verlegt, bis in Höhen von 5000-6000 m. Die dabei angelegten Sammlungen bestehen aus: 1700 Vogelbälgen, rund 30 Säugern, 40 000 Insekten, 800 Phanerogamen und rund 1500 Kryptogamen. Im November kehrten die letzten Teilnehmer der 4. Arbeitsgruppe nach Europa zurück.

Bereits Ende September 1962 reiste die 5. Arbeitsgruppe aus, um alle Lücken in den kartographischen Aufnahmen durch terrestrisch-photogrammetrische Arbeiten zu schliessen. Leiter war wieder Dipl.Ing. Erwin Schneider ( Lech am Arlberg ). Die anderen Teilnehmer waren: die Tiroler Siegfried Aeberli, Gustav Lantschner und Hubert Schriebl, der Deutsche Friedrich Bitterle und der Schweizer Franz Elmiger. Zum Schluss kam noch der Tiroler Fritz Ebster ( Innsbruck ), der schon für die Everest-Karte 1:25 000 ( 1957 ) die Darstellung der Felsen und des Geländes besorgt hatte.

Die Arbeitszeit dieser Gruppe lief von Anfang Oktober 1962 bis Anfang Januar 1963. Die Wetterverhältnisse waren wesentlich besser als 1960 und besonders 1961, die Temperatur sank auch nachts nie unter —20° C. Von Kathmandu ging man zunächst in den Rolwaling Himal, der bis zur tibetischen Grenze vermessen wurde. Der Ripimu-Kessel und der Tolam-Bau-Gletscher wurden vollständig aufgenommen, z.T. in Arbeitshöhen bis 6300 m. Dann wurden in Khumbu die Anschlusstriangulation an die Aufnahme von 1955 und die Ergänzungsmessungen zu 1960 und 1961 durchgeführt. Lantschner, der bis dahin den Verlauf der Arbeiten gefilmt hatte ( auf 16 mm ), kehrte in der letzten Novemberwoche nach Europa zurück.

Nun wurden zwei Gruppen gebildet: Aeberli, Schriebl und Bitterle gingen in das Barun-Gebiet hinüber, wo photogrammetrische Standlinien bis auf die Höhe des Pethangtse ( 6724 m ) angelegt wurden. Dann nahmen sie die « südlichen Täler » auf- Iswa Khola, Chhoyang Khola und Sang-khua Khola. Gänzlicher Nahrungsmangel zwang sie schliesslich zur Rückkehr. Inzwischen trian-gulierten Schneider und Elmiger das Dudh-Kosi-Tal bis zum Anschluss an die obersten indischen Vermessungspunkte. Dann arbeiteten sie in Inukhu Khola und Hongu Khola. Man traf sich wieder in Junbesi und kartierte von dort aus, wieder in zwei Gruppen, gegen W bis zur Rongshar-Schlucht und Tamba Kosi. Damit ist das ganze Gebiet gemäss dem ursprünglichen Plan so gut wie vollständig aufgenommen. Natürlich bedeutet aber die Ausarbeitung der grossen Karte ( am Zeissschen Stereoautographen des ÖAV in Innsbruck ) und die Geländedarstellung für Schneider und Ebster noch ein gewaltiges, Zeit erforderndes Werk. Als Massstab wurde 1:50000 gewählt.

Literatur: « Der Bergsteiger », Juni 1962, S. 597-600. Bericht von W. Hellmich, München, 30. November 1962.Arbeitsbericht der 5. Gruppe, Kathmandu, 31. Dezember 1962.

Jugal und Langtrang Himal 13. Die « Federation of all Japan Mountaineering Unions » organisierte 1962 eine Expedition, um den 1960 und 1961 vergeblich bestürmten « Big White Peak » oder ( nach Aufschnaiter ) Lönpo Gang ( 7083 m = 23 240 ft. ) endlich zu bezwingen. Die Teilnehmer waren: A. Takahashi als Leiter, M. Nakano als Stellvertreter, Dr.Y. Ishida als Arzt und die Bergsteiger M. Akiyama, Y. Kato, T. Morita, M. Takashima und K. Yasuhisa, ferner der Sirdar Ang Tsering I und 8 Sherpa.

Camp 7, das letzte Lager, wurde bis 6850 m22 474 ft. ) vorgeschoben. Am 3. Mai traten Morita und Yasuhisa bei schönem Wetter, aber starkem Wind zum Schlussangriff an. Steile Eiswände und scharfe Grate machten viel Arbeit, so dass die letzten 230 Höhenmeter 8 Stunden erforderten. Um 14 Uhr waren sie auf dem Gipfel, um 18.30 Uhr wieder im Lager 7. Am 5. Mai war es wieder schön, und nun bestiegen auch Kato-Takashima und Akiyama-Ishida-Nakano diesen stolzen Hauptgipfel des Jugal Himal.

Literatur: Brieflicher Bericht von A. Takahashi. AAJ 1963, p. 520.

14. ( Nachtrag. ) Von einer japanischen Langtrang-Expedition 1959 unter Leitung von T. Yamada wurde seinerzeit die Erstersteigung des « Shalbachum » ( etwa 6700 m = etwa 22 000 ft. ) gemeldet. Es hat sich nun herausgestellt, dass dieser Gipfel nicht mit dem Tsangbu Ri von Aufschnaiters Karte identisch ist, wie ich seinerzeit vermutet hatte, sondern mit dem Phrul Rangjen Ri. Allerdings wird dessen Höhe von Aufschnaiter mit 6918 m beziffert, während die Japaner nach ihren Beobachtungen auf dem Gipfel nur etwa 6700 m für richtig halten.

Literatur: O. Dyhrenfurth, « Der Dritte Pol », S. 107. « Der Bergsteiger », April 1962, S. 410. « Sangaku », LV, 1960, P. 12/13, Panorama und Kartenskizze zwischen p. 92 und 95, Bilder zwischen p. 76 und 77.

15. 1962 war eine britische Expedition unter Leitung von Viscount Glentworth im Langtrang-Gebiet tätig. Ausser der Besteigung eines kleinen Sechstausenders wurde auch botanisch gearbeitet.

Literatur: The Himalayan Club, « Newsletter » Nr. 19, Oktober 1962, p. 2.

Annapurna-G ruppe 16. Eine niederländische Expedition mit vorwiegend wissenschaftlicher Zielsetzung arbeitete 1962 im Annapurna-Gebiet. Leiter war der Professor der Geologie an der Universität Amsterdam, Dr. K. G. Egeler, der mit vier weiteren Geologen und einem Arzt die wissenschaftliche Gruppe bildete. Die von ihnen gesammelten 1800 Gesteinsproben werden jetzt in Amsterdam petrographisch und paläontologisch untersucht.

Die fünfköpfige Bergsteiger-Mannschaft stand unter allerbester Führung - Lionel Terray! Sie hatte einen sehr schönen Erfolg, die Erstersteigung des Nilgiri-Nordgipfels ( 7032 m = 23 072 ft. ) am 19. Oktober 1962 durch Terray, Holger, Paul und Peter Van Lookeren Campagne und Sirdar Wangdhi. Die Route verlief über Nordflanke und NW-Grat und war noch schwerer, als man erwartet hatte; drei Hochlager mussten errichtet werden, das oberste bei 6500 m.

Literatur: « Neue Zürcher Zeitung », B. Mai und 27.Dezember 1962. « La Montagne », Dezember 1962, O. AAJ 1963, p. 522/523.

Dhaulagiri-Gebiet 17. Die « Yomiuri-Shimbum-Expedition » der Nihon-Universität mit S. Ishizaka als Leiter bestieg am B. Mai 1962 im Mukut Himal den Hongde ( auch Hangde geschrieben ), der 6956 m kotiert war, aber nach japanischer Messung nur etwa 6600 m = 21 655 ft. hoch ist, ausserdem noch drei kleine Sechstausender. Dann ging man zum Churen Himal ( 7364 m = 24 162 ft. ), aber schlechtes Wetter zwang zum Rückzug. Nur der Kantokal ( etwa 6500 m = 21 325 ft. ) nördlich des Putha Hiunchuli konnte bestiegen werden.

Literatur: AAJ 1963, p. 520/521.

18. Eine südkoreanische Expedition, die im September 1962 zum Dhaula 11(7750 m = 25 427 ft. ) aufbrach, scheint nicht weit gekommen zu sein.

Literatur: AAJ 1963, p. 522.

19. Gleichfalls im Herbst 1962 machte M. Roberts mit vier Sherpa ( und dem obligatorischen Verbindungsoffizier ) eine interessante Kundfahrt auf der Südseite des Dhaulagiri Himal, um insbesondere die Besteigbarkeit des Dhaula 7K(7640 m = 25 064 ft. ) von Gurjakhani ( 2590 m = 8500 ft. ) aus zu prüfen. Dabei gingen sie auf den Ghustung Himal ( 6462 m = 21 200 ft. ), um einen guten Einblick in die SW-Flanke des grossen Berges zu bekommen. Hier gibt es eine anscheinend mögliche, allerdings durch Eislawinen gefährdete Route. Für den Herbst 1964 hat die nepalische Regierung einer britischen Expedition die vorläufige Bewilligung zu einem Besteigungsversuch erteilt.

Literatur: AAJ 1963, p. 521/522.

West-Nepal 20. Kanjiroba ist besser Khan Jerowa Himal zu schreiben. Auf die Kleinexpedition 1961 von B. Tyson wurde bereits in meiner letzten « Himalaya-Chronik » hingewiesen. Im Frühjahr 1962 ging eine britische Frauen-Expedition unter der Leitung von Gräfin Dorothy Gravina in dieses noch ungenügend bekannte Gebiet. Zwei Gruppen bestiegen am 14. und 15. Mai einen namenlosen Gipfel von etwa 21 500 ft. = 6553 m, den sie nach ihrem Klub « Pinnacle Peak » tauften. Jede der beiden Seilschaften bestand aus zwei Damen und zwei Sherpa.

Literatur: AJ 304, May 1962, p. 120-129. AJ 306, May 1963, p. 65-77.

Garhwal 21. « Die wichtigste Erstersteigung des Jahres 1961 in Garhwal » ( vgl. « Die Alpen » 1962, S. 119 ), die schöne Nilkanta, ist neuerdings stark umstritten. Es spricht manches dafür, dass dieser schon mehrmals angegriffene Berg noch immer jungfräulich ist! Seine Höhe ist 6596 m = 21 641 ft.

Literatur: AJ 306, 1963, p. 139-141.

22. Eine indische Expedition unter Leitung von P. Chaudhuri meldete die Erstersteigung des Nandakhat ( 6611 m = 21 690 ft. ) am 20. Oktober 1961.

23. Eine andere indische Mannschaft unter Leitung von Captain Jagjit Singh musste am Mona Peak ( 7272 m = 23 862 ft. ) aufgeben. Dagegen gelang einer Gruppe der « Himalayan Association of Calcutta » die Wiederholung des ( 1937 von Frank S. Smythe erstbestiegenen ) Nilgiri Parbat ( 6474 m = 21 240 ft. ).

Literatur: AAJ 1963, p. 524.

Panjab Himalaya 24. ( Nachtrag. ) Deo Tibba ( 6001 m = 19 689 ft. ), schon öfters bestiegen, wurde im Herbst 1960 von Mitgliedern des « Japan Ladies'Alpine Club » besucht.

Literatur: Sangaku LVI, 1961, p.9-10.

25. ( Nachtrag. ) Robert Pettigrew's « Derbyshire Himalayan Expedition 1961 » bestieg nicht nur, wie bereits in der letzten Chronik gesagt wurde, Deo Tibba, sondern auch den White Sail Peak ( 6416 m = 21 148 ft. ). Im August des gleichen Jahres bestieg die Expedition von F. Lynam den Shigri Parbat ( 6645 m = 21 800 ft. ). Im Oktober 1961 war eine britische Frauen-Expedition im Bereich des Bara Shigri Glacier ( Lahul ) tätig. Die Ausbeute von Mrs. Josephine Scarr und Barbara Spark war recht stattlich: P. 21 7606633 m ), « Central Peak » ( 20 620 ft. = 6284 m ), P. 20 4956246 m ) und andere kleine Sechstausender.

Literatur: AJ 305, 1962, p. 323-331; AJ 306, 1963, p. 52-60. HJ XXIII, 1961 ( erschienen 1963 ), p. 56-61, 62-70, 110-132.

12 Die Alpen -1963- Les Alpes177 Gleichfalls im Herbst 1962 machte M. Roberts mit vier Sherpa ( und dem obligatorischen Verbindungsoffizier ) eine interessante Kundfahrt auf der Südseite des Dhaulagiri Himal, um insbesondere die Besteigbarkeit des Dhaula /V(7640 m = 25 064 ft. ) von Gurjakhani ( 2590 m = 8500 ft. ) aus zu prüfen. Dabei gingen sie auf den Ghustung Himal ( 6462 m = 21 200 ft. ), um einen guten Einblick in die SW-Flanke des grossen Berges zu bekommen. Hier gibt es eine anscheinend mögliche, allerdings durch Eislawinen gefährdete Route. Für den Herbst 1964 hat die nepalische Regierung einer britischen Expedition die vorläufige Bewilligung zu einem Besteigungsversuch erteilt.

Literatur: AAJ 1963, p. 521/522.

West-Nepal 20. Kanjiroba ist besser Khan Jerowa Himal zu schreiben. Auf die Kleinexpedition 1961 von B. Tyson wurde bereits in meiner letzten « Himalaya-Chronik » hingewiesen. Im Frühjahr 1962 ging eine britische Frauen-Expedition unter der Leitung von Gräfin Dorothy Gravina in dieses noch ungenügend bekannte Gebiet. Zwei Gruppen bestiegen am 14. und 15. Mai einen namenlosen Gipfel von etwa 21 500 ft. = 6553 m, den sie nach ihrem Klub « Pinnacle Peak » tauften. Jede der beiden Seilschaften bestand aus zwei Damen und zwei Sherpa.

Literatur: AJ 304, May 1962, p. 120-129. AJ 306, May 1963, p. 65-77.

Garhwal 21. « Die wichtigste Erstersteigung des Jahres 1961 in Garhwal » ( vgl. « Die Alpen » 1962, S. 119 ), die schöne Nilkanta, ist neuerdings stark umstritten. Es spricht manches dafür, dass dieser schon mehrmals angegriffene Berg noch immer jungfräulich ist! Seine Höhe ist 6596 m = 21 641 ft.

Literatur: AJ 306, 1963, p. 139-141.

22. Eine indische Expedition unter Leitung von P. Chaudhuri meldete die Erstersteigung des Nandakhat ( 6611 m = 21 690 ft. ) am 20. Oktober 1961.

23. Eine andere indische Mannschaft unter Leitung von Captain Jagjit Singh musste am Mana Peak ( 7272 m = 23 862 ft. ) aufgeben. Dagegen gelang einer Gruppe der « Himalayan Association of Calcutta » die Wiederholung des ( 1937 von Frank S. Smythe erstbestiegenen ) Nilgiri Parbat ( 6474 m = 21 240 ft. ).

Literatur: AAJ 1963, p. 524.

Panjab Himalaya 24. ( Nachtrag. ) Deo Tibba ( 6001 m = 19 689 ft. ), schon öfters bestiegen, wurde im Herbst 1960 von Mitgliedern des « Japan Ladies'Alpine Club » besucht.

Literatur: Sangaku LVI, 1961, p.9-10.

25. ( Nachtrag. ) Robert Pettigrew's « Derbyshire Himalayan Expedition 1961 » bestieg nicht nur, wie bereits in der letzten Chronik gesagt wurde, Deo Tibba, sondern auch den White Sail Peak ( 6416 m = 21 148 ft. ). Im August des gleichen Jahres bestieg die Expedition von F. Lynam den Shigri Parbat ( 6645 m = 21 800 ft. ). Im Oktober 1961 war eine britische Frauen-Expedition im Bereich des Bara Shigri Glacier ( Lahul ) tätig. Die Ausbeute von Mrs. Josephine Scarr und Barbara Spark war recht stattlich: P. 21 7606633 m ), « Central Peak » ( 20 620 ft. = 6284 m ), P. 20 4956246 m ) und andere kleine Sechstausender.

Literatur: AJ 305, 1962, p. 323-331; AJ 306, 1963, p. 52-60. HJ XXIII, 1961 ( erschienen 1963 ), p. 56-61, 62-70, 110-132.

12 Die Alpen -1963- Les Alpes177 Am Leo Pargiyal ( 6790 = 22 280 ft. ) ereignete sich bei einer indischen Expedition unter der Leitung von Captain P.S. Bakshi ein schweres Unglück: Bakshi und Capt. Wadhwa mit dem Sirdar Gyaltsen Mikchung ( der gerade vom Jannu gekommen war ) und dem jungen Sherpa Karma Wanchu hatten am 20. Juni 1962 den Platz für Hochlager 2 ( 6462 m = 21 200 ft. ) bestimmt und traten am zeitigen Nachmittag den Abstieg an. Im dichten Nebel, bei einem Quergang auf Eis, glitt Bakshi aus und zog Karma mit; Wadhwa und Gyaltsen versuchten zu sichern, wurden aber mitgerissen, und alle vier stürzten etwa 300 m hinunter. Nur Wadhwa - mit Gesichtsverletzungen -kam wieder zu sich und taumelte nach Lager I hinunter. Die anderen drei waren sofort tot gewesen und wurden in einer Gletscherspalte beigesetzt.

Literatur: The Himalayan Club, « Newsletter », Nr. 19, Oktober 1962, p.4.—AAJ 1963, p. 524.

27. Im Herbst 1962 trat eine Expedition des Kyoto University Alpine Club in Aktion. Es war Prof. K. Onodera, Dr. der Agrikultur, mit 6 Studenten: T. Sakai, Y. Omori, K. Tomita, J. Tanaka, Y. Miyaki und T. Iwase, dazu 3 Sherpa: Dawa Thondup, Lhakpa Tsering und Gyndin.

Die Hinreise erfolgte über Pathankot nach Bhuntar, weiter im Bus nach Kulu, auf Maultieren nach Jari und dann zu Fuss das Malana-Tal hinauf, mit 40 Lokalträgern. Nach dreitägigem Marsch wurde das Basislager bei etwa 3800 m12 467 ft. ) errichtet, am rechten Flussufer, etwa 3 km vor dem Zungenende des Malana-Gletschers.

Das Vorschieben der Hochlager begann: über die stark zerklüftete Zunge nach Camp 1 ( etwa 4500 m = 14 764 ft. ), oberhalb eines grossen Eisfalles Lager 2 ( etwa 5300 m = 17 389 ft. ) und auf dem Malana-Firn Lager 3 ( 5500 m = 18 045 ft. ), unter dem berühmten Indrasan ( 6221 m = 20 410 ft. ), den schon viele sehnsüchtig betrachtet und photographiert, manche vergeblich versucht haben. Diesmal gelang es: Am 13.Oktober stiegen Tomita und Miyaki in die SW-Wand ein, und nach zwölfstündiger harter Arbeit - Fels und Eis - betraten sie um 16.30 Uhr den Gipfel. Beim Abstieg mussten sie biwakieren und waren erst am nächsten Mittag wieder in Lager 3.

Inzwischen waren Iwase, Omori und Tanaka mit dem Sherpa Gyndin wieder einmal auf dem beliebten Deo Tibba, dem gutartigen Nachbarn des stolzen Indrasan.

Literatur: Private Korrespondenz mit « The Academic Alpine Club of Kyoto ». AJ 306, 1963, p. 123.

Nanga-Parbat-Gruppe 28. Der von Dr. med. Karl Herrligkoffer und seinem « Deutschen Institut für Auslandsforschung » organisierten Nanga-Parbat-Expedition 1962 ist es nunmehr gelungen, den Aufstieg durch die steile Diamir-Flanke und damit die « Direttissima » auf den gewaltigen Berg zu erzwingen. Der Mannschaft gehörten an: M. Anderl, T. Kinshofer, S. Loew, A. Mannhardt, R.M.arck, H.Schmid-bauer und M. Sturm.

Am 28. Mai bezog Dr. Herrligkoffer mit seinen Leuten im oberen Diamir-Tal das Hauptlager ( 4050 m = 13 288 ft. ), und schon am 22. Juni 1962 um 17 Uhr betraten Kinshofer, Loew und Mannhardt den Gipfel ( 8125 mneun Jahre nach der dramatischen Erstersteigung von Hermann Buhl. Um beim Schlussangriff recht beweglich zu sein, hatten sie von Lager 4 keine besonderen Kälteschutzmittel mitgenommen - kein Zelt, keine Biwaksäcke. Jetzt tobte ein starker Höhensturm bei bitterer Kälte, die schwierige Kletterei am Gipfelaufbau kostete Zeit, und beim Abstieg mussten sie biwakieren!

Am nächsten Morgen gingen sie zunächst noch zu dritt am Seil, doch als es weniger steil wurde, beschlossen sie, einzeln weiter abzusteigen. Noch immer wehte es stark, und im Schneestaub hatten sie kaum noch Sichtverbindung. Plötzlich hörten Mannhardt und Kinshofer hinter sich Deh-Ambi und bestieg dort 7 Fünftausender und 2 Sechstausender, Koh-i-Marchech ( etwa 6060 m ) und Shakh-i-Kabud ( etwa 6015 m ).

Literatur: « Alpenvereinszeitschrift », Band 87, 1962, S. 167-174.

37. Den Tirich Mir ( 7690 m = 25 227 ft. ) griff der Deutsche Fr. Stammberger im Alleingang an. Bei etwa 6550 m ( etwa 21 500 ft. ) wurde er von einer Lawine mitgenommen und schwer verletzt. Glücklicherweise befand sich zu dieser Zeit eine amerikanische Expedition unter Leitung von F. Knauth am Berg; deren Arzt, Dr. Bartlett, behandelte ihn und organisierte seinen Abtransport. Infolge schlechten Wetters hatte die amerikanische Gruppe am Tirich Mir keinen Erfolg.

Literatur: The Himalayan Club, « Newletter », Nr. 19, Oktober 1962, p. 3.

38. Eine Mannschaft der Sektion Bamberg des DAV erstieg 1962 - südlich vom Arbeitsgebiet der Traunsteiner 1961-5 Fünftausender, den Doppelgipfel Koh-i-Mondi ( P. 6248 der Internationalen Weltkarte ) und den Koh-i-Jumi ( P. 6040 ) und dann im Gebiet des Weran-Passes weitere 3 Fünftausender.

39. « Die Rosenheimer » erstiegen gleichzeitig zahlreiche Fünftausender zwischen Anjuman-und Ramgul-Pass.

40. Eine österreichische Expedition unter Leitung von Sepp Kutschera erkundete im Herbst 1962 den Kishmi Khan ( ca. 7100 m ).

Literatur: ÖAZ ( Österreichische Alpenzeitung ) 1326, Nov./Dez. 1962, S. 130.

41. Sehr schöne Erfolge hatte die « Polnische Hindukusch-Expedition 1962 » im Wakhan-Gebiet, dem schmalen afghanischen Zipfel zwischen dem sowjetischen Pamir und dem pakistanischen NW-Chitral. Dieses grosszügige polnische Unternehmen gliederte sich in zwei selbständige Abteilungen:

a ) Gruppe der Sektion Krakow ( Krakau ) K.W. ( Club Polonais de Haute Montagne ) unter Leitung von St. Biel.

b ) Gruppe der Sektion Poznan ( Posen ) K.W., der sich auch vier französische Bergsteiger des « Groupe Universitaire de Montagne et de Ski » angeschlossen hatten, unter Leitung von St.Zier-hoffer.

Die Gruppe a stellte ihr Basislager im Urgund-i-Bala-Tal auf. Am 28., 29. und 30. August wurde der Koh-i-Tez ( « Scharfer Gipfel », 7015 m = 23 016 fr. ) von allen neun Teilnehmern bestiegen. Hochlager III war bis eine knappe Stunde unterhalb des Gipfels vorgeschoben worden.

Die Gruppe b hatte ihr Hauptlager ( etwa 4100 m ) auf der mittleren Stufe des Mandaras-Tales und bestieg zunächst drei kleine Sechstausender. Dann wurde das Hauptziel in Angriff genommen, der Grenzgipfel M 4 ( 7125 m = 23 376 ft. ), der später Koh-i-Nadir-Shah benannt wurde. Die Besteigung gelang am 27. und 29. August über den NW-Grat, und zwar ebenfalls neun Teilnehmern. Zum Schluss wurde noch der Koh-i-M andar as ( 6631 m = 21 756 ft. ) auf schöner, schwerer Eisroute bezwungen.

Beide Gruppen haben nicht nur bergsteigerisch, sondern auch wissenschaftlich gearbeitet - topographisch, geologisch, meteorologisch und physiologisch. In der Erschliessung des Hindukusch ein grosser Schritt vorwärts! Aber in diesem NE-Flügel des Hindukusch, an der afghanischpakistanischen Grenze, gibt es noch viele dankbare Aufgaben... auch jungfräuliche Siebentausender.

Literatur: Private Korrespondenz mit D. F. O. Dangar und Dr. Jerzy Hajdukiewicz. Kartenskizze von St. Biel.Fosco Maraini: Paropàmiso, mit Kartenskizzen neben p.256 und p.268. Bari 1963. AJ 306, 1963, p. 121/122.Taternik 38, Nr. 2-A. Zakopane 1962.

keinerlei bergsteigerische Ziele, sondern sie beschäftigte sich mit dem Studium der Vegetationsverhältnisse und spezieller morphologischer Fragen.

Literatur: « Neue Zürcher Zeitung » 1962, Nr. 2563, 2851 und 3586.The Himalayan Club, « Newsletter », Nr. 19, Oktober 1962.

33. Auch die Karakorum-Expedition 1962 von Prof. Ardito Desio war rein wissenschaftlich orientiert und wird sicher wertvolle geologische und geographische Ergebnisse liefern.

Literatur: AJ 306, p. 123.

34. Die Umrahmung des riesigen Siachen-Gletschers kulminiert in dem doppelgipf ligen Saltoro-Kangri ( 7742 m = 25 400 ft. und 7706 m = 25 282 ft. ), der schon 1935 von der Expedition J. Waller u.a. bis etwa 300 m unter den Hauptgipfel bestiegen wurde. Seitdem haben schon viele mit diesem grossen Siebentausender geliebäugelt, aber zu einem ernsthaften Angriff ist es lange Zeit nicht mehr gekommen. Das lag hauptsächlich an der Schwierigkeit, die Bewilligung der pakistanischen Regierung für die Erstersteigung des Saltoro Kangri zu beschaffen. Die Japaner, die ja in den letzten Jahren die allermeisten Erfolge im Himalaya hatten, haben auch dieses Problem gelöst: durch die « Pakistan-Japan Joint Karakoram Expedition 1962 ». Es war ein grosses Unternehmen, 10 Japaner und 5 Pakistaner. Leiter war Dr. T. Shidei, Professor der Physik an der Universität Kyoto, Stellvertreter T. Kato, erprobt an Manaslu und Chogolisa, dann zwei Ärzte, Dr. K. Hayashi und Dr. A. Saito, ferner die Bergsteiger ( dem Alter nach geordnet, von 30 bis 24 ) K. Hirai, G. Iwatsubo, Y. Tani, Y. Takamura, T. Maegoya und S. Uyeo. Die pakistanische Gruppe bestand aus A. Beg, Professor der Physik an der Panjab University, A. Khan, R. Bashir, P. A. Khan und Capt. B. A. Bashir von der pakistanischen Armee als Verbindungsoffizier.

Ende Mai verliess die Expedition Skardu. Man errichtete ein Hauptlager bei Ali Brangsa und setzte für den Bilafond La ( 5547 m = 18 200 ft. ) 10 Hochträger und 30 Lokalträger ein, die das vorgeschobene Basislager bei der Einmündung des « Peak 36 Glacier » in den Siachen-Gletscher erstellten. Dann begann das Vorschieben der eigentlichen Hochlager: I etwa in der Mitte des « Peak 36 Glacier », II am Fuss des NE-Hanges des Saltoro Kangri, weiter auf der Route von 1935 Camp III ( etwa 20 000 ft. = 6096 m ), IV ( etwa 21 500 ft. = 6553 m ) und V ( 23 650 ft. = 7209 m ). Hier trat die Spitzengruppe - A. Saito, Y. Takamura, R. Bashir - am 23. Juli zum Angriff an. Bei etwa 24 500 ft. = 7467 m mussten sie biwakieren, und am 24. Juli um 10.45 Uhr erreichten sie den Hauptgipfel ( 25 400 ft. = 7742 m ).

Literatur: Briefliche Information durch Y. Takamura und Y. Yakushi ( The Academic Alpine Club of Kyoto).AJ 306, 1963, p. 122/123. AAJ 1963, p. 525/526.

Hindukusch In den letzten Jahren haben sich die Expeditionen hier stark vermehrt:

35. ( Nachtrag. ) Eine von der Sektion Bremen des DAV geförderte fünfköpfige deutsche Bergsteigergruppe unter der Leitung von Josef Ruf begab sich von Kabul via Charikar-Chrunju ( Ende des fahrbaren Weges)-Anjuman-Pass-Iskasir-Munjon-Tal-Rees-Tal zum Koh-i-Chrebek ( etwa 6250 m ), der in mühevoller Arbeit am 17. August 1961 bezwungen wurde. Eine wohlgelungene echte Kundfahrt.

Literatur: « Die Alpen », 3.Quartal 1962, S. 168-170.

36. ( Nachtrag. ) Die « Traunsteiner Hindukusch-Kundfahrt 1961 » unter der Leitung von Otto Huber ging - südlich von den Bremern - in das Gebiet der Täler Darrah-i-Gharan und Darrah-i- 180 Deh-Ambi und bestieg dort 7 Fünftausender und 2 Sechstausender, Koh-i-Marchech ( etwa 6060 m ) und Shakh-i-Kabud ( etwa 6015 m ).

Literatur: « Alpenvereinszeitschrift », Band 87, 1962, S. 167-174.

37. Den Tirich Mir ( 7690 m = 25 227 ft. ) griff der Deutsche Fr. Stammberger im Alleingang an. Bei etwa 6550 m ( etwa 21 500 ft. ) wurde er von einer Lawine mitgenommen und schwer verletzt. Glücklicherweise befand sich zu dieser Zeit eine amerikanische Expedition unter Leitung von F. Knauth am Berg; deren Arzt, Dr. Bartlett, behandelte ihn und organisierte seinen Abtransport. Infolge schlechten Wetters hatte die amerikanische Gruppe am Tirich Mir keinen Erfolg.

Literatur: The Himalayan Club, « Newletter », Nr. 19, Oktober 1962, p. 3.

38. Eine Mannschaft der Sektion Bamberg des DAV erstieg 1962 - südlich vom Arbeitsgebiet der Traunsteiner 1961-5 Fünftausender, den Doppelgipfel Koh-i-Mondi ( P. 6248 der Internationalen Weltkarte ) und den Koh-i-Jumi ( P. 6040 ) und dann im Gebiet des Weran-Passes weitere 3 Fünftausender.

39. « Die Rosenheimer » erstiegen gleichzeitig zahlreiche Fünftausender zwischen Anjuman-und Ramgul-Pass.

40. Eine österreichische Expedition unter Leitung von Sepp Kutschera erkundete im Herbst 1962 den Kishmi Khan ( ca. 7100 m ).

Literatur: ÖAZ ( Österreichische Alpenzeitung ) 1326, Nov./Dez. 1962, S. 130.

41. Sehr schöne Erfolge hatte die « Polnische Hindukusch-Expedition 1962 » im Wakhan-Gebiet, dem schmalen afghanischen Zipfel zwischen dem sowjetischen Pamir und dem pakistanischen NW-Chitral. Dieses grosszügige polnische Unternehmen gliederte sich in zwei selbständige Abteilungen:

a ) Gruppe der Sektion Krakow ( Krakau ) K.W. ( Club Polonais de Haute Montagne ) unter Leitung von St. Biel.

b ) Gruppe der Sektion Poznan ( Posen ) K.W., der sich auch vier französische Bergsteiger des « Groupe Universitaire de Montagne et de Ski » angeschlossen hatten, unter Leitung von St.Zier-hoffer.

Die Gruppe a stellte ihr Basislager im Urgund-i-Bala-Tal auf. Am 28., 29. und 30. August wurde der Koh-i-Tez ( « Scharfer Gipfel », 7015 m = 23 016 fr. ) von allen neun Teilnehmern bestiegen. Hochlager III war bis eine knappe Stunde unterhalb des Gipfels vorgeschoben worden.

Die Gruppe b hatte ihr Hauptlager ( etwa 4100 m ) auf der mittleren Stufe des Mandaras-Tales und bestieg zunächst drei kleine Sechstausender. Dann wurde das Hauptziel in Angriff genommen, der Grenzgipfel M 4 ( 7125 m = 23 376 ft. ), der später Koh-i-Nadir-Shah benannt wurde. Die Besteigung gelang am 27. und 29. August über den NW-Grat, und zwar ebenfalls neun Teilnehmern. Zum Schluss wurde noch der Koh-i-M andar as ( 6631 m = 21 756 ft. ) auf schöner, schwerer Eisroute bezwungen.

Beide Gruppen haben nicht nur bergsteigerisch, sondern auch wissenschaftlich gearbeitet - topographisch, geologisch, meteorologisch und physiologisch. In der Erschliessung des Hindukusch ein grosser Schritt vorwärts! Aber in diesem NE-Flügel des Hindukusch, an der afghanischpakistanischen Grenze, gibt es noch viele dankbare Aufgaben... auch jungfräuliche Siebentausender.

Literatur: Private Korrespondenz mit D. F. O. Dangar und Dr. Jerzy Hajdukiewicz. Kartenskizze von St. Biel.Fosco Maraini: Paropàmiso, mit Kartenskizzen neben p.256 und p.268. Bari 1963. AJ 306, 1963, p. 121/122.Taternik 38, Nr. 2-A. Zakopane 1962.

181 58.

13.

8. 1960 Mount Depak, 59.

17.

8. 1960 Trivor 60.

17.

8. 1960 Noshaq 61.

6.

5. 1961 Annapurna III 62.

16.

5. 1961 Nuptse 63.

4.

6. 1961 Mount Ghent 64.

27.

4. 1962 Jannu 65.

3.

5. 1962 Lönpo Gang 66.

17.

5. 1962 Pumo Ri 67.

20.

5. 1962 Nupchu 68.

31.

5. 1962 Chamlang 69.

24.

7. 1962 Saltoro Kangri 70.

27.

8. 1962 Koh-i-Nadir-Shah 71.

28.

8. 1962 Koh-i-Tez 72.

19.

10. 1962 Nilgiri-N ca. 7150 m = 23457 ft. 7720 m = 25 329 ft. 7492 m = 24 581 ft. 7577 m = 24 860 ft. 7879 m = 25 850 ft. 7400 m = 24 280 ft. 7710 m = 25 296 ft. 7083 m = 23 240 ft. 7145 m = 23 442 ft. 7028 m = 23 059 ft. 7317 m = 24 007 ft. 7742 m = 25 400 ft. 7125 m = 23 376 ft. 7015 m = 23 016 ft. 7032 m = 23 072 ft.

Sollte sich von Dodang Nyima Peak ( 6927 m ), Khan Tengri ( 6995 m ), Sakhang Peak ( 6943 m nach K. Mason ) oder Malubiting-E ( ca. 6970 m ) der eine oder andere bei Neuvermessung doch noch als Siebentausender herausstellen, so käme er noch hinzu. Die hier genannten 72 Siebentausender ( bis 31. 12. 1962 ) stellen also eine Mindestzahl dar.

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