Hobbyläufer und Weltspitze mit demselben Ziel. Skialpinismus als Breitensport

Hobbyläufer und Weltspitze mit demselben Ziel

Im Skialpinismus sind die Hobby- läufer und die Weltspitze meist im selben Rennen und auf der gleichen Strecke anzutreffen. Genau dies macht die Faszination des Rennge-schehens aus.

870 Skitourenfans jeden Alters – vom Weltklasseläufer bis zum « Sonntags-türeler » – starteten letztes Jahr an der « Trophée des Gastlosen ». Dies bedeutete erneut Teilnehmerrekord; wie immer in den letzten Jahren. Die Sieger brauchten für die grosse Tour im Gastlosenmassiv bei total je 2200 Höhenmetern Aufstieg und Abfahrt zwei Stunden und zehn Minuten. Nach sechseinhalb Stunden Rennzeit kam das letzte Team ins Ziel. Dieses Jahr rechnet man gar mit über 900 Läuferinnen und Läufern, denn es findet gleichzeitig die Team-Schweizer-Meisterschaft statt.

Vergleich mit der Weltspitze

« Der Wettkampf ist ein gemeinsames Naturerlebnis unter Menschen, die sich gegenseitig messen und ihre eigene Leistungsgrenze ausloten wollen », definiert OK-Präsident Philippe Perritaz die Rennbegeisterten. Der Anlass fasziniere auch, weil jeweils in- und ausländische Spitzenleute teilnehmen und sich die Sportlerinnen und Sportler direkt mit den weltbesten Skialpinisten vergleichen können.

« Alle sind auf derselben Strecke unterwegs. Das Terrain ist gesichert, die idyllische Natur fantastisch. Gerade auch Leute mit wenig Skitourenerfahrung schätzen dies. Das ist unser Erfolgsrezept », weiss Philippe Perritaz. Seit der ersten Austragung der « Trophée des Gastlosen » vor 15 Jahren sei die Schweizer Skialpinismusszene stark gewachsen. « Rund 300 Leute nahmen am ersten Rennen teil. Heute müssen wir laut darüber nachdenken, die Anzahl Startplätze zu limitieren », so Perritaz, denn die bald tausend Teilnehmenden verlangen einiges an Organisationstalent ab. « Wir sind ein Breitensportanlass und möchten, dass möglichst viele Leute die eindrückliche Natur und ihre eigene sportliche Leistung erfahren können », begründet der aktive Skialpinist die intensive Suche nach Alternativen zu diesem Szenario.

Pure Lebensfreude

Dasselbe Bild von Spitzen- und Breitensport zeigt sich auch am Skitourenrennen « Pizol Altiski » in der Deutschschweiz. Seit fünf Jahren gibt es dieses Einzelrennen im Sarganserland. « Unser grosses Ziel ist, Leistung und Lebensfreude zu vereinen. Hier wird um die schnellste Zeit und um Sekunden gekämpft », sagt Alexander Hug, Mitglied des Swiss Teams und der Rennorganisation. Dass dies gelingt, zeigt sich dieses Jahr ganz besonders. Am Rennen vom 3. Februar kann sich die Weltspitze erstmals in der deutschen Schweiz Weltcup-punkte holen. Gleichzeitig werden wie Das legendäre Pierra-Menta-Rennen in Savoyen/Frankreich mobilisiert jeweils Hunderte von Zuschauern, mit Fellen unter den Skiern auf den Grand Mont zu steigen und die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer anzufeuern.

Foto: Daniel Kalber er

Von Hütten und Biwaks

Rifugi e bivacchi

Cabanes et bivouacs

vergangenes Jahr an die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Kategorie « Fun », zu Deutsch Vergnügen, erwartet. In dieser Kategorie gewinnt jener Teilnehmer, dessen Zeit der durchschnittlichen Rennzeit aller « Fun»-Teilnehmer am nächsten kommt. Zudem werden die Skialpinisten mit der originellsten Aufmachung prämiert. Ob die Spitzenleute während des Rennens Augen haben für die verkleideten Skialpinisten? Auf jeden Fall werden sie die traditionelle Guggen-musik nicht überhören können, die jeweils auf der Strecke unterwegs ist. Alle Renndaten und weitere Informationen finden sich in den ALPEN 12/2006, Seite 45. a Ruth Oehrli, Gstaad Die grosse Zufriedenheit nach der persönlichen Bestleistung Vergnügen vor Leistung: Am Altiski in Pizol werden nicht nur die schnellsten, sondern auch die am originellsten verkleideten Skitourenläufer prämiert.

Fotos: Ruth Oehrli

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