Hügli Samuel. Alle Viertausender der Schweiz

Verlag Orell Füssli, Zürich 2002. Fr. 68.–

Wenn ein Bergsteiger die 48 höchsten Berge der Schweiz besteigt, liegt viel Ehrgeiz, aber auch viel Können und Ausdauer hinter dieser banalen Feststellung. Man könnte einwenden, dass es in unserem Land noch genügend andere schöne, etwas weniger hohe Berge gibt, deren Besteigung ebenso viel Können abverlangt, und dass es im Alpenraum nicht die einzigen Viertausender sind. Zweifellos ist aber die Besteigung dieser « eigenen » Viertausender ein lohnendes und grosses Ziel, ein Lebenswerk.

Die Geschichte seiner Besteigungen hat Samuel Hügli mit viel Wissenswer-tem und Interessantem aus der Zeit der Erstbegeher verknüpft und mit Hinweisen zur Erschliessung der Schweizer Alpen und Zitaten berühmter Bergauto-ren ergänzt.

Achtung erfordert seine Vorgehensweise: Jede Tour zu Hause genau vorbereitet, die nötige Kondition hart antrainiert und den Bergen immer mit Respekt begegnet. Der Autor hat erst als 38-Jähriger den ersten Viertausender bestiegen. In der Folge reihte er dann während 28 Jahren Gipfel an Gipfel. Dadurch ist dieses Buch sowohl für arri-vierte Bergsteiger als auch für Laien eine spannende Lektüre mit vielen Hinweisen und Ratschlägen. Hervorragend sind die Bilder, stammen sie doch aus der « Küche » der bekanntesten Bergfotografen. Eher negativ sind die Kleinskizzen aus dem jeweiligen Gebiet mit allerlei unnötigem Krimskrams wie Bergbahnen und Skiliften.

Hüglis Buch unterliegt nicht der Effekthascherei mit grauslichen Abenteuern, sondern ist ein lesenswertes Geschenk eines begeisterten Bergsteigers, der seine Berge und die Natur liebt und davon spannend, sogar schwärmerisch zu erzählen weiss. a

Walter Keller, Richterswil

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