Hütten sollen einfach bleiben

Zur Renovation und Erweiterung von Hütten

Ich bin ein freier Mann. Ich klettere, wie ich will und wie ich nach 45 Jahren SAC-Mitgliedschaft noch kann. Ich stelle mir allerdings viele Fragen in Bezug auf die Ethik respektive die aktuelle Politik meines Clubs. Der Ausbau der Hütten Moiry und Rambert: merkwürdig. Die Architektur der Monte-Rosa-Hütte: zu extravagant! Aber in welche Richtung gehen wir weiter? Dass die sanitären Einrichtungen verbessert werden, ist ja normal und liess lange genug auf sich warten. Dass jedoch futuristische Architekten mit die Umwelt verschandelnden Projekten beauftragt werden: nein. Bleibt doch einfach und verwendet Stein und behandeltes Holz oder andere Materialien, die in den Bergen vorkommen, je nach Meereshöhe, aber hört auf mit dem Horror! Mit euren furchterregenden Millioneninvestitionen … Durch eine Renovation, auch wenn die Unterkunft bescheiden bleibt, steigt der Übernachtungspreis für Mitglieder und Nichtmitglieder. Das kann so nicht weitergehen. Ausserdem möchte ich, der ich mit 66 Jahren leider nicht mehr auf Gipfel steigen kann, weiterhin auf einer zweitägigen Tour eine schöne Hütte ge­nies­sen, ohne dass ich das Gefühl haben muss, die Plätze seien ausschliesslich für Bergsteiger reserviert ... Die Schlichtheit der Berge, der Respekt gegenüber dem anderen und die Solidarität werden immer über der Lust und der Leistung stehen. Es hat Platz für alle, und so soll es auch sein, wenn die eigentlichen Werte in den Bergen bewahrt werden sollen. Die Berge werden auf jeden Fall immer das letzte Wort haben.

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